Veröffentlicht: 01.12.2025
Freitag, der 28. November. Ich habe die 3-Wasserfälle-Tour gebucht, bisschen teuer. Zu meiner Überraschung war das keine Gruppentour, sondern eine Einzeltour mit dem Motorrad. Bis skeptisch, also nur Hu und ich den ganzen Tag. Der sieht viel älter aus, als er ist (45). Erste Station: Datanla Wasserfall, ist wie ein kleiner Freizeitpark. Inklusive ist eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn. War gut, nur die französische Frau vor mir stand nur auf der Bremse. Als sie anhielt, um Fotos zu machen, bin ich etwas laut geworden. Hu ist ein bisschen eigen und erzählt auch mal Quatsch. Bei mir beschwert er sich auch über die korrupte Regierung, würde das aber nicht offen in Vietnam sagen. Wir halten oft an und er zeigt mir sehr viel: Chicken Village mit lokalen Behausungen, eine einheimische Volksgruppe wohnt da und baut Blumen an, Pilzzucht, Holzschnitzer, Seidenraupenzucht, Seidenfabrik, Pfefferbäume, Passionsfruchtplantage (er mopst ein Kilo für mich) und so weiter. Der zweite Wasserfall ist der Pongour-Wasserfall, sehr groß und irgendwie beruhigend. Mittag gibt es sehr gutes Hühnchen. Weitere Stationen: Lady-Buddha-Statue am Elephant Waterfall (gibt da seit 50 Jahren keine Elefanten mehr), Reisschnapsbrennerei (er will mir frittierte Grillen andrehen, nee nee) und eine touristische Kaffeeplantage. Spezialität: verdaute Wiesel-Kaffeebohnen. Wem es schmeckt. Letzte Station: ein verlassener amerikanischer Flugplatz. Er hat sich sein Trinkgeld verdient. Anstrengend, sich einen Tag mit nur einer Person auseinanderzusetzen, mit seinem geht so Englisch. Und dass er mir oft vietnamesische Frauen anpreist, nervt. Seiner Meinung nach könnte ich noch heute eine Frau finden. In der Seidenfabrik wollte er mich quasi verkuppeln. Die Landfrauen haben weniger Ansprüche und sind deshalb besser als die Stadtfrauen. Abends esse ich mit Abhay aus Indien und wir gehen zum Night Market. Der fühlt sich ein wenig alleine.
Abhay hat sich den Fuß verdreht, ich gebe ihm meine Ibus und wir gehen noch frühstücken, dann geht es in ein neues Hostel. Das erste Hostel war nicht gut, viel zu laut, zu viele angetrunkene Menschen und müsste dringend renoviert werden. Erstaunlich, wie manipulativ die waren bei den Bildern und Bewertungen. Bestes Kriterium ist der Preis. Das neue Hostel ist ein Traum: sauber, alle freundlich, Tee, Bananen, großzügiger Aufenthaltsbereich und kein Partykientel. Ansonsten ein ruhiger Tag, bisschen shoppen (hab auf dem Markt viel zu wenig gehandelt) und durch Da Lat spaziert. Schöne Bergstadt. Taifun Koto schwächt sich ab und wird wahrscheinlich Vietnam nur streifen. Abends nehme ich am BBQ im Hostel teil, echt super lecker und tolle Gespräche. Da ich die vegetarische Variante gewählt habe, sitze ich bei den Frauen.
Nach meiner Zählung ist heute Tag 31 meiner Reise. Ich habe eine Agentur gefunden, die Trekking und Kayaking anbietet, das war nicht einfach. Sind gerade wenig Touris hier. Bevor es losgeht, treffe ich zufällig Hu. Er fängt wieder von den Mädchen in der Seidenfabrik an. Viet, der Guide, holt mich ab und es sind noch zwei vietnamesische Frauen dabei, die kein Englisch können. Es geht über 3 Hügel, ich schätze circa 10 km und 400 Höhenmeter. Sonne satt. Auf einem Campingplatz am See gibt es Mittagessen, reichlich Banh Mi und Obst für alle. Da sind zwei Pferde und ein Hund, die uns begutachten. Die Pferde sind zahm und wir können auf denen sitzen. Nach dem Mittag sind wir zu fünft. Der Hund folgt uns. Es geht über ein paar Bäche und durch den Wald. Zum Schluss geht es eine halbe Stunde kayaken, ich mit Viet, circa eine halbe Stunde. Die Mädels hören nach 5 Minuten auf und machen lieber Fotos und posieren. Haben die schon auf den Bergen ewig gemacht. Die schleppen sogar extra Accessoires mit. Unverständliche Welt für mich. Viet hat das toll gemacht, so ein lustiger Mann. Zurück fängt es stark an zu regnen. Ich quatsche noch mit Kristine und das war es für den Tag. Da Lat war nicht schlecht, wäre länger geblieben, wenn es mehr zu erleben gegeben hätte.