Thomas in der Welt
Thomas in der Welt
vakantio.de/usurpator

Mai Chau

Veröffentlicht: 15.11.2025

Früh geht es mit dem Minivan nach Mai Chau. Der Junge an der Rezeption hat tief und fest geschlafen, bis der ansprechbar war, hat es gedauert, aber ich muss auschecken. Am frühen Nachmittag komme ich im Homestay an, Tan begrüßt mich freundlich und zeigt mir alles. Wirklich schön gemacht, der Schlafsaal ist geräumig und man hat viel Platz. Sehr nette Familie. Ich mache eine kleine Radtour, die Unterkunft stellt Fahrräder. In dem Tal wird viel Reis angebaut. Leider ist die Ernte schon fast abgeschlossen und ich sehe keine goldenen Reisfelder wie auf den ganzen Bildern von Mai Chau. Das macht nichts, landschaftlich schöne Kulisse. Man radelt durch die Felder, links und rechts diese typischen Kalksteinberge. Später wandere ich zu einer Höhle in der Nähe. 1200 Stufen geht es hoch, ich bin fertig mit der Welt. Die Chieu Höhle war okay, hätte mich vorher informieren sollen, wie anstrengend das wird. Abends kocht Tan nach Wahl, sie ist eine sehr gute Köchin und die Chefin des Homestays. Viel ist nicht los, mit Sabrina aus dem Wallis verstehe ich mich gut.

Nächster Tag, ich probiere eine Radtour mit Schrotti, dem Fahrrad. Ziel soll ein Wasserfall sein. Ich fahre 15 km durch absolut ländliches Gebiet. Auch hier winken mir Kinder zu, überholen mich mit ihren E-Scootern und lachen. Das letzte Stück zum Wasserfall lasse ich sein, zu steil und ich traue Schrotti nicht. Ich schaue ein bisschen den Arbeitern und Arbeiterinnen im Reisfeld zu, scheint harte Arbeit zu sein. Überall Hühner, Fischteiche, Bananen und Pomelos. Zurück mache ich ein Nickerchen. Ich treffe Bill aus England, sehr gesprächig. Wir laufen ein Stück und ein vietnamesischer Mann kommt auf uns zu und umarmt uns merkwürdig. Der hat eine Fahne und lädt uns zu sich nach Hause ein zum Tee. Nee nee, ich gehe zu einer anderen Höhle wie geplant, Bill lässt sich auf das Abenteuer ein. Die Höhle ist eine Höhle, man kann 200 Meter hineinlaufen. Beim Abendessen, ich habe lokalen Fisch, erzählt mir Bill von seiner Erfahrung mit dem Mann. Bier, Karaoke, Umarmungen und Kommunikation via Übersetzer. Tja, wäre er mal mit mir mitgekommen. Sabrina, Bill und ich quatschen viel. Sie spielt Gitarre (natürlich auch „Wonderwall“). Eine halbe Stunde nachdem wir im Bett waren, gab es ein Erdbeben in Laos der Stärke 4,8. Ich habe zwar was gehört, aber sonst nichts mitbekommen, die anderen schon.

Donnerstag, 13.11.2025. Ich miete mir ein automatisches Motorrad für 4 € am Tag. Erstes Ziel soll der Go Lao Wasserfall sein. Man hätte nur geradeaus fahren müssen, aber ich habe es geschafft mich zu verfahren und brauche 40 Minuten länger. Das passiert mir oft hier, auch auf dem Weg zu den heißen Quellen von Bo Am. Zwischendrin blockieren Büffel meinen Weg. Die Einheimischen deuten an, ich soll einfach mitten durch. Ja, hat geklappt, aber so ein Tier einen halben Meter neben dir sorgt für ein flaues Bauchgefühl. Die Quellen waren toll, schön heiß und entspannend. Bill trifft später auch ein. Wenigstens zurück habe ich keine Probleme und finde den Weg direkt. Noch schnell tanken (20000 Dong pro Liter = 66 Cent) und zurück ins Homestay. Ach Bill, trotz 56 Jahren Lebenserfahrung startet er zu spät bei den Quellen und muss im Dunkeln zurück. Wir lachen viel am Abend. Sonst sind nur 2 Pärchen vor Ort, Kanadier, die ein halbes Jahr „überwintern“, und ein stummes deutsches Paar.

War ein kurzes Kapitel. War toll, nette Bekanntschaften gemacht. Ich hätte noch einen Tag bleiben und nichts machen sollen. Letzte Station im Norden wird Ninh Binh, alle haben von dem Ort geschwärmt. Die Erwartungen sind also hoch.

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