26. Tag - 08.03.2022
Bedingt durch die Zeitverschiebung quillt mein Briefkasten über Nacht über. Meine Mutter ist die erste die mir gratuliert hat. Ich nehme das alles sehr freudig zur Kenntnis,...

Veröffentlicht: 10.03.2022
























So ein Tag im Grand Canyon lässt sich nicht toppen. Darum probiert man es am besten auch gar nicht. Ein gutes Frühstück allerdings ist nicht zu verachten. Pancakes, Bacon und Eier halten einen fast den ganzen Tag satt. Jeden Morgen wäre das nichts für mich. Beatrix fährt heute weiter Richtung Grand Canyon - ich fahre in die Richtung aus der sie gestern gekommen ist. Schon lustig. Ich beneide sie ein wenig um die Dinge die sie in den nächsten Tagen sehen wird. Obwohl ich sie schon gesehen habe. Aber der erste Eindruck ist einfach phänomenal. Und es gibt ja so viel zu sehen hier.
Nach meinem Abstecher nach Utah begebe ich mich heute wieder auf die Route 66. manchmal fahre ich Interstate, wenn es sich anbietet die Originalroute. In diesem Teil des Landes ist auch die Autobahn sehr malerisch. Mein erstes Ziel ist Williams, nur eine halbe Stunde von Flagstaff entfernt. Die ganze Stadt quillt über vor Route 66 Memorabilia. Auch hier hat die Saison noch nicht begonnen, viele Läden sind noch geschlossen. Es reicht aber die dekorativen Schilder zu fotografieren. Kaufen will ich sowieso nichts.
Ash Fork, der nächste Ort, ist allerdings für den Arsch, wie der Name schon andeutet. Seligman, der danach, wieder wunderbar. Schon interessant wie verschieden sich die Orte entlang der Route entwickelt haben. In Seligman fällt mir ein Lokal auf, Westside Lilos Café, mit deutschem und amerikanischem Essen. Das macht mich neugierig und ich gehe hinein. Es ist ziemlich urig, an der Wand hängen Deutsche Autokennzeichen und es steht sogar ein Stammtisch Aschenbecher auf einem Tisch.
Auf der Speisekarte finden sich ein paar deutsche Gerichte, unter anderem Schnitzel und Bratwurst mit Sauerkraut. Da ich aber vom Frühstück noch relativ satt bin, entschließe ich mich, etwas Süßes zu essen. Die Schwarzwälder Kirschtorte ist mir zu heftig, also frage ich nach der Erdbeertorte, die auf der Karte mit genau diesem Namen steht. steht. Als das gute Stück ankommt, stelle ich fest, dass die Erdbeeren noch gefroren sind. Auch die Farbe lässt ein wenig zu wünschen übrig, der Biskuit Teig ist allerdings sehr gut. Ich wundere mich ein wenig, aber vielleicht mögen die hier gefrorene Erdbeeren.
Nachdem die Bedienung mal wieder an meinem Tisch vorbei kommt, frage ich sie, ob das normal ist, dass die Erdbeeren gefroren sind, weil bei mir in Deutschland wäre das nicht so. Sie ist total erstaunt und sagt „natürlich nicht“. Der Kühlschrank wäre wohl zu tief eingestellt. Sie bietet mir sofort Ersatz an, aber ich habe keinen Hunger mehr. Also lehne ich dankend ab. So schlimm finde ich es auch nicht. Es war ein wenig ungewöhnlich aber geschmeckt hat es trotzdem. Wobei mir frische Erdbeeren schon lieber wären.
Als ich bezahlen will, bringt mich ein älterer Mann an der Kasse zu sich. Es ist ja hier so, dass man oft an der Kasse bezahlt und nicht bei der Bedienung. In diesem Fall aber wollte er mich wohl persönlich sprechen. Er beginnt das Gespräch mit „Wie geht es dir?“ Auf Deutsch. Ich erwidere „Gut“. Er meint, ich hätte wohl ein Problem mit dem Kuchen gehabt. Ich sage ihm, dass es nicht so schlimm war, und dass der Biskuit Teig auch wirklich gut war. Trotzdem will er kein Geld von mir. Er erzählt mir, dass er Amerikaner ist und 1961 aus Wiesbaden hierher kam. Mit seiner deutschen Frau Lilo. Und sie dann dieses Café eröffnet hätten.
Nachdem wir uns ein wenig unterhalten haben, was ich hier mache, meint er, dass er deutsches Bier vermissen würde. Ich entgegnet, dass es doch hier deutsches Bier geben würde. Er schüttelt den Kopf. Nein, es wäre nicht dasselbe. Und ich soll ihm das nächste Mal welches mitbringen. Ich sage okay, und frage, wie er heißt. „Patrick. Und du?“ „Wolfgang.“ „Oh. Cooler Name.“ Ich lache und sage, dass ich das öfters höre. Er meint dann, dass das auch wirklich ein cooler Name sei. Das wäre wirklich ein Grund, um hierher auszuwandern denke ich. Dann bedanke ich mich noch mal für den Kuchen, verabschiede mich und fahre weiter. Als ich im Auto sitze, fällt mir ein, dass ich gar nicht gefragt habe ob Lilo noch lebt. Immerhin muss er deutlich über 80 sein. Ich hoffe es mal.
Ich fahre jetzt 1000 m tiefer als noch in Flagstaff. Und der Schnee ist vollkommen weg. Stattdessen Hitze und Arizona Desert. Kurz vor meinem Ziel Kingman besuche ich noch einen Mountain State Park. Und schon ist der Schnee wieder da. Es ist schon faszinierend hier wie schnell sich das ändert. relativ früh komme ich in meinem Hotel an. Ich hole meinen Bericht von gestern nach, da ich keine Lust hatte ihn zu verfassen. und schiebe den von heute gleich hinterher. Noch zwei Tage und ich bin wieder in San Diego. Mehr als 5000 km bin ich schon gefahren. Und es macht mir überhaupt nichts aus. Außer dass diese schöne Reise bald zu Ende ist. Ich
