Bali ist … anders
Gestern sind wir mit der Fähre nach Bali gefahren. Ziemlich schnell war zu merken, dass Bali ganz anders ist als Sumatra und Java. Kulturell unterscheidet sich Bali stark vom...

Veröffentlicht: 22.10.2025












Vielleicht wundert sich der Eine oder die Andere, was das für seltsame Urlaubsbilder sind. Begibt man sich zum Bingin Beach, der eigentlich ein bekannter Surfstrand ist, staunt man auch erstmal nicht schlecht. Biegt man um die Ecke zum Strand, blickt man nicht etwa auf nette Cafés, Palmen, Sand und das Meer, sondern auf riesige Schuttberge vor dem Hintergrund des türkisblauen Ozeans.
Was ist hier passiert? Warum ist dort, wo einmal ein Erholungsort für Touristen war, nur noch ein riesiger Haufen Schutt?
Das ganze ist Teil des „Bingin Beach Demolition Projekt“. Die Gebäude, die hier bis Mitte dieses Jahres standen, wurden im Auftrag der Regierung zerstört. Grund dafür war, dass die Bauten nach Angaben der Regierung ohne gültige Nutzungsrechte errichtet wurden und gegen Bauvorschriften verstoßen haben. Sowohl lokale Unternehmer als auch ausländische Investoren sind von den Abrissen betroffen. Wie es mit dem Gebiet weitergeht, ist noch unklar.
Für uns standen die Eindrücke vom Bingin Beach heute sinnbildlich für den Gesamteindruck, den wir von dieser Gegend auf Bali haben. Wir haben das Gefühl, dass der Massentourismus diese wunderschöne Insel mit einzigartiger Kultur extrem belastet. Wir kamen mit der Erwartung hier her, unsere letzten Reisetage ganz entspannt an einem schönen Urlaubsort zu verbringen. Stattdessen sind wir hier aber vor allem damit beschäftigt zu begreifen, wie umfassend sich der Tourismus hier auf Menschen, Kultur und Natur auswirkt. Neben unserem unglaublich schönen Hotel sind ringsherum Baustellen, aus denen weitere Komplexe entstehen. Die Bauarbeiter sehen wir hier tags in der Hitze und bis spät abends auf den Baustellen arbeiten. Sie leben und schlafen in selbst gezimmerten Holzhütten auf den Baustellen.
Insgesamt zeigen sich die Auswirkungen der Menschenmassen hier an allen Ecken. Millionen Besucher*innen verbrauchen enorme Mengen an Wasser und Energie, während Abfälle und Abwässer die Umwelt belasten. Reisfelder und Küsten werden verbaut, um Hotels und Villen Platz zu machen. Auch sozial zeigt sich ein Ungleichgewicht: Einheimische werden verdrängt, Landpreise steigen, und die balinesische Kultur scheint eher zur Show für Tourist*innen zu werden. Was einst spirituell und authentisch war, droht eher zur Kulisse zu werden.
Wir sehen hier natürlich nur einen sehr kleinen Teil der Insel und können nicht beurteilen, wie es in anderen Regionen der Insel zugeht. Aber dieser Ort auf Bali hat uns wirklich nachdenklich und betroffen gemacht.
