Capbreton
Kilometerstand: 159834 Unsere vermeintlich, vorerst letzte Etappe in Frankreich führte uns nach C


Veröffentlicht: 28.08.2026



















Kilometerstand: 159943
Heute war unser Hochzeitstag, der dreizehnte.
Wir hatten besprochen, dass wir morgens ans Meer schauen wollten, wie die Wellen waren und dann entscheiden, ob wir bleiben und surfen oder fahren würden. Die Entscheidung war ganz schnell gefällt, denn der Wind hatte zwar aufgefrischt, aber von Wellen war weiter kaum etwas zu sehen.
Also kamen wir zum Schluss, dass es nun erst einmal vorbei war mit Frankreich und wir nach Spanien weiter fahren wollten.
Bis San Sebastián - Donostia waren es gut 2,5 Stunden Fahrt. Diesen Ort hatte Sebb uns als Ziel gesetzt, alleine wegen des Namens. Es ging über gewundenen Landstraßen, durch grüne Wälder und war überraschend bergig, was Gary ohne Beschwerden, aber eben immer mal wieder nur im dritten Gang bewältigte. So fuhren wir durch das französische Baskenland, wo sich ein Ort an den nächsten reihte und man mit dem Ortsausgangsschild des einen gleich das Ortseingangsschild des nächsten Städtchens am Straßenrand aufgestellt hatte.
Als wir in Hendaye über eine Brücke und damit über den Fluss La Bidassoa fuhren, fiel uns das Polizeiauto der französischen Gendarmerie, welches dort parkte nicht wirklich auf. Es waren eher die Straßenschilder, die hier am anderen Flussufer ein klein wenig anders gestaltet waren, die uns stutzig machten. Hatten wir gerade völlig unbekümmert die Grenze passiert? Die Werbeplakate waren spanisch, die Geschäfte auch und so waren wir nun wohl in der spanischen Stadt Irun.
Nach einigen Kilometern kam dann auch das typische Schild mit den nationalen Geschwindigkeitsvorgaben. Innerorts 50, außerorts 80, Schnellstraße, Autobahn.
Unser ausgesuchter Stellplatz in San Sebatian war leider voll belegt, sodass wir einfach zwei Ecken weiter fuhren und - nach eingehendem Studium der Parkregeln in Spanien - unseren Gary am Straßenrand parkten.
Als wir uns umsahen, stellten wir fest, dass wir im Universitätsviertel der Stadt gelandet waren, wir fühlten uns gleich richtig wohl. Anthropologisches Institut, Juristische Fakultät, als wir durch ein offenes Fenster einen Blick in ein chemisches Laboratorium warfen und im nächsten Raum eine Rundläufertablettenpresse zu erkennen war, konnten Pharmazie und Chemie nicht mehr weit sein. Wir umrundeten das Gelände, fanden aber selbst die Cafeteria geschlossen vor, offensichtlich waren Semesterferien.
Unseren Stadtrundgang zu Fuß begannen wir am Strand, der sich hier im großen Bogen um die ganze Concha Bucht zog. Das ehemalige Kaiserliche Kurbad hatte eine große Uferpromenade und ein beeindruckendes Rathaus. Dann ging es in die Altstadt mit den vielen Tapasbars.
Die Stadt hatte schon lange zwei Namen, da sie mitten in der autonomen Gemeinschaft Baskenland lag. Baskisch Donostia, spanisch San Sebastián war eine mehr oder weniger wörtliche Übersetzung. Überhaupt war hier in der Region alles mehrsprachig, zuerst Baskisch und anschließend Spanisch. Man durfte ja nicht vergessen, dass der bewaffnete Unabhängigkeitskampf der ETA erst seit 2011 als offiziell beendet galt.
Der Bus brachte uns gegen 17.30 Uhr zurück zu Gary. Wir probierten noch einmal unser Glück auf dem Stellplatz, der nun aber sogar noch eine Warteschlange vor der Einfahrt hatte.
Also fuhren wir einfach weiter, raus aus der Großstadt. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir das Dörfchen Orio am Fluss Oria erreicht. Die Stadtoberen hatten den WoMoStellPlatz am Yachthafen unter der Autobahnbrücke eingerichtet, das war zwar ziemlich laut, aber dafür gab es sehr günstige Parkgebühren.
Abends luden wir uns selbst zum Hochzeitstags-Essen im Stadtkern ein. Die Tabernas lagen um den Marktplatz verteilt und boten gutes Essen zu günstigen Preisen an. Als wir zur Vorspeise Tortilla mit Kabeljau bestellten, waren wir etwas verwundert, als wir ein Omelett serviert bekamen. Das war super lecker, aber nicht was wir erwartet hatten. So lernten wir, dass Tortillas in Spanien nichts mit den mexikanischen Mais- oder Weizentortillas gemein hatten.
Auf unserem Rückweg zu Gary nahmen wir uns abschließend noch ein bisschen Zeit und spazierten durch die schönen und steilen Gassen und Stiege der nun dunklen, alten Stadt.
