travelucie
travelucie
vakantio.de/travelucie
Zuletzt in Thailand

Spannende Wandererlebnisse in Ella

Veröffentlicht: 25.09.2018

Aus Arugambay ging es nun das erste Mal ins Landesinnere. 

Da wir noch sehr müde von der vorigen Safari Nacht waren, gönnten wir uns eine Taxifahrt durchs Land. 
Je näher wir an Ella rückten, desto mehr veränderte sich die Landschaft. Aus Stränden wurden Berge und aus Trockenland auf einmal saftig grüne Wälder und Teeplantagen.

Am ersten Tag in Ella wanderten Merle und ich den "Ella Rock" hinauf. Zu Beginn mussten wir eine lange Strecke auf noch befahrenen Bahnschienen entlang laufen. Etwas gruselig, doch der Zug kündigte sich jedoch mit lautem Hupen früh genug an und fuhr in Schneckentempo die Schienen entlang. 

Irgendwann ging es dann, nachdem wir einen Wasserfall überqueren mussten, hinauf auf den Berg. 

Wir hatten keine Karte dabei, denn unser Hostelbesitzer sagte uns, dass der Weg leicht zu finden sei.
Wir zwei Spezialisten schafften es jedoch natürlich, einen falschen Weg einzuschlagen und endeten in dicht bewachsenem Gestrüpp. Wir fragten einen Local nach dem Weg, der uns ermutigte und sagte, dass wir richtig wären. Zur Verabschiedung fragte er uns noch, ob wir Angst vor Schlangen hätten. 

Was eine Frage!! Natürlich.. Vor allem vor Großen. Aber eine solch berühmte und am Tag hundert mal gelaufene Wanderroute werden wir ja wohl auch schaffen, sagten wir uns.

Mit einem nun doch etwas mulmigem Gefühl, liefen wir weiter und suchten den Hauptpfad. Die Wege wurden bewachsener und bewachsener, bis es irgendwann gar keine Wege mehr waren. Ich ging zögerlich vor, Merle mit dem immer wiederkehrenden Satz: "Lucie, Lucie. Was machen wir hier?", dicht hinter mir. 
Und dann tatsächlich! Keine zwei Meter vor unseren Füßen sahen wir plötzlich das Ende einer riesigen Schlange, die unser Trampelpfädchen überquerte. Eine so große Schlange hatten wir beide zuvor noch nie in freier Wildnis gesehen. 
Wie kreischten, liefen dem Weg ein paar Meter zurück, wo es genauso zugewachsen war, kreischten, hüpften im Kreis, kreischten wieder und..... rannten. So schnell wir konnten liefen wir im Storchenschritt raus aus dem Dickicht. Ich hab mir fast in die Hose gemacht. 

Merle sich auch. Nämlich. 

Plötzlich rief uns zwei aufgescheuchten Hühnern ein älterer Local zu und brachte uns zum Standardweg, wo endlich unsere Wanderung richtig beginnen konnte. Auf dem Weg dorthin erzählte er uns noch, dass in diesem dicht bewachsenen Gebiet viele Cobras leben würden und deutete dabei auf einen großen Sandhügel, welches ihr zu Hause sei. Es waren genau solche Sandhaufen, an denen wir in regelmäßigen Abständen vorbei gelaufen waren. Glück gehabt. 


Ansonsten war die Wanderung anstrengend, aber super! Wir verliefen uns nicht mehr, es herrschte ein angenehmes Klima und wir genossen den Wahnsinnsausblick von oben. Den kompletten Rückweg wurden wir von einer Straßenhündin, wir tauften sie "Hugo", begleitet und später trafen wir sogar noch auf eine große Affenamilie. 

Am nächsten Tag sind wir über die "Nine Arches Bridge" spaziert und wanderten den "Little Adams Peak" hinauf. Ebenfalls eine wunderbare Wanderung. 
Noch am selben Abend verließen wir Ella und fuhren mit dem Zug nach "Nuwara Elya", wo wir von Dunkelheit, eiskalten Temperaturen und strömenden Regen empfangen wurden.

Das Wetter war auch am nächsten Tag nicht besser. Waren wir wirklich noch in Sri Lanka?? Oder doch in Norwegen angekommen ??

Unser Hostel erinnerte eher an ein verlassenes Renterhaus, uns war kalt und all unsere Sachen klamm.
Spontan, wie man nun mal auf einer solchen Reise sein kann, und mit dem Hintergedanken, dass uns nur noch eine gute Woche in Sri Lanka bleibt, fuhren wir nach dem Frühstück auf direktestem Wege zum Bahnhof und verließen Nuwara Elya.
Schade, denn durch die berühmten Teeplantagen des Ortes wäre ich schon gern einmal spaziert. Aber so war es einfach kein Vergnügen.

travelucieWie ein Newsletter: jeder neue Beitrag kommt per Mail.
Antworten

Sri Lanka
Reiseberichte Sri Lanka