Abschiedsfeier
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede ich mich für eine Weile.

Veröffentlicht: 15.10.2019
Meine Reisevorbereitung lief eigentlich genau so ab wie der Rest meines Lebens. Ich brainstorme, recherchiere, mache eine Liste und diese wird dann akribisch abgearbeitet. Damit fahre ich seit vielen Jahren sehr gut :)
Hier also meine Liste für euch, inklusive ein paar (hoffentlich) nützlichen Kommentaren.
Eine Woche vor der Reise ist nun neben dem Abschied nehmen nur noch das Packen zu erledigen. Dazu gibt es einen extra Beitrag, sobald ich es geschafft habe, alle meine Sachen in einen Rucksack zu quetschen.
In Deutschland hat jeder die Pflicht, einer Krankenversicherung beizutreten. Solange ich festangestellt bin, kümmert sich mein Arbeitgeber um die Beiträge an meine Krankenkasse. Sobald ich nicht mehr festangestellt bin, bin ich selbst für die Beiträge verantwortlich (ganz grob gesagt).
Da ich allerdings das Land verlasse, macht die deutsche Krankenversicherung wenig Sinn für mich. Ich habe also bei meiner (gesetzlichen) Krankenkasse angerufen, und wurde über die nächsten Schritte gut beraten. Um mich von der Krankenversicherungspflicht in Deutschland zu befreien benötigt die Krankenkasse den Nachweis über einen äquivalenten, alternativen Versicherungsschutz im Ausland (z.B. eine Auslandskrankenversicherung bei HanseMerkur oder ADAC) während meiner Abwesenheit. Diese muss zusammen mit einem Ausreisenachweis (z.B. Zugticket aus Deutschland heraus) an die Krankenkasse geschickt werden.
Ab der Ausreise bin jedoch bei einem erneuten Aufenthalt in Deutschland nicht automatisch wieder versichert. Sobald ich nach Deutschland zurückkomme, muss ich mich melden und Beiträge an die Krankenkasse abführen. Dies gilt auch für kurzzeitige Aufenthalte (z.B. über Weihnachten).
Allerdings übernimmt wohl das Arbeitsamt die Krankenversicherungsbeiträge, für die Zeit in der ich dort als arbeitslos und arbeitssuchend gemeldet bin, wenn ich es richtig verstanden habe.
Ich habe mich für die "kleine" Langzeit-Auslandskrankenversicherung der HanseMerkur entschieden. Diese kann auf bis zu 365 Tage verlängert oder vorzeitig beendet werden.
Jeder sollte dies unbedingt vor einer längeren Reise individuell mit seiner Krankenkasse und seinem Arbeitsamt abstimmen, da sich der Vorgang z.B. zwischen gesetzlich und privat Versicherten unterscheidet. Es werden auch nicht alle Versicherungen als Ersatz akzeptiert.
Da mein Arbeitsverhältnis endet, muss ich mich beim Arbeitsamt als arbeitslos und arbeitssuchend melden (online) und dies persönlich bestätigen (im Arbeitsamt).
Für die Zeit zwischen meinem Arbeitsende und dem Start der Reise übernimmt das Arbeitsamt dann meine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge bei meiner Krankenkasse.
Sobald ich ausreise, muss ich mich beim Arbeitsamt “abmelden”, damit das Arbeitsamt weiß, dass es mich für die Zeit meiner Abwesenheit nicht "vermitteln" muss. Wenn ich wieder in Deutschland bin kann ich die Arbeitslosmeldung wieder öffnen und habe somit gegebenenfalls Anspruch auf Arbeitslosengeld und weitere Leistungen des Arbeitsamtes, bis ich wieder eine Arbeitsstelle gefunden habe.
Ich hoffe, dass ich auch hier keine falschen Angaben mache, da dieser Bürokraten-Jungle sogar für mich verwirrend ist. Bitte klärt das unbedingt selbst nochmal ab vor einer längeren Reise.
Da meine Reise mit 4-5 Wochen Segeln über den Atlantik beginnt, möchte ich natürlich nicht komplett unvorbereitet starten. Ich bin also die letzten Wochen noch auf ein paar Segelboote gestiegen und habe mir zwei Bücher gekauft, die ich noch lesen werde.
Da ich bisher nur einen Spanisch-Urlaubskurs besucht habe, habe ich mir 3 Stunden Einzelunterricht bei einer Bekannten für die Grundlagen und die Grammatik geholt. Außerdem habe ich mir einen Schwung Lernunterlagen geliehen und nutze gelegentlich noch die duolingo App.
Der Einzelunterricht war es auf jeden Fall wert, da wir in einem sehr flotten Tempo wirklich viel durcharbeiten konnten. Mit diesen Grundlagen kann ich jetzt selbstständig weiter lernen und üben, vorausgesetzt ich kann den inneren Schweinehund bezwingen. Meine neueste Errungenschaft ist noch dieser Comic, mit dem das Lernen dann auch ein bisschen Spaß macht.
Bis zu 90 Tage Aufenthalt ist in den meisten südamerikanischen Ländern kein Problem und das Visum kann direkt bei Einreise beantragt werden. Für mich relevant sind hier die Länder Kolumbien, Ecuador, Peru, Chile, Argentinien und eventuell noch Panama. Ein bisschen schauen muss man wohl bei Bolivien, hier muss der Zeitraum aktiv verlängert werden nach 30 Tagen.
Ich habe mir außerdem die App "Sicher Reisen" vom Auswärtigen Amt heruntergeladen und werde so immer über aktuelle Änderungen informiert.
Ich habe bereits eine Visa Karte von BarclayCard, mit der ich seit Jahren sehr zufrieden bin.
Sicherheitshalber hole ich mir noch eine zweite Visa Karte von der DKB.
Bargeld werde ich eher wenig an mir tragen und vor Ort in Landeswährung abheben.
Zur Beruhigung meiner Angehörigen, vor allem von meinem Freund, habe ich mir den Spot Gen3 besorgt.
Der Spot ist ein satelliten-basiertes GPS-Gerät zum Tracking der Location und zum Versenden von vordefinierten SMS-Nachrichten. Falls ein Notfall eintritt, kann die GPS-Position außerdem per Satellit an das internationale Such- und Rettungsdienst-Zentrum GEOS übermittelt werden.
Hierfür war ich in der Sprechstunde vom Tropeninstitut und habe mich individuell beraten lassen. Neben Standard-Reiseimpfungen habe ich mich noch gegen Gelbfieber impfen lassen.
Meine Reiseziele sind risikobehaftet für Dengue-Fieber und teilweise Malaria, weswegen ich mir neben starkem Mückenspray (Wirkstoff: DEET) für Haut und Kleidung auch noch eine Packung Malaria-Prophylaxe mitnehmen werde.
Ich habe mir sicherheitshalber einen internationalen Führerschein besorgt.
Die restliche Vorbereitung ist in meine Anreise nach Gibraltar geflossen, sowie in meine Abschiedsparty und meine Packliste. Dazu wird es je eigene Beiträge geben.
Bezüglich Budgetplanung habe ich mir vorerst nur ein Google Sheet gebaut, mit dem ich meine Ausgaben tracken werde. Zum aktuellen Zeitpunkt fällt es mir zu schwer, mir ein genaues Budget zu setzen, da meine Ausgaben sehr davon abhängen, wo ich bin und was ich dort mache bzw. wie ich lebe. Mein Ziel ist es aber grundsätzlich, möglichst günstig über die Runden zu kommen.
Zur Unterhaltung habe ich mir eine große Speicherkarte für mein Handy besorgt und dort einiges an Musik, Hörbüchern und ein paar Filme draufgeladen. Außerdem nehme ich einen einfachen eBook Reader (tolino Page) mit.
Meine Kamera darf natürlich auch nicht fehlen. Für meine geliebte Sony a37 habe ich mir noch eine kleinere Neoprenhülle besorgt, damit sie immer sicher im Rucksack verschwinden kann, sowie zwei neue Akkus und größere Speicherkarten. Für Unterwasseraufnahmen gibt's einfach eine analoge, wasserdichte Einmal-Kamera.
Damit fühle ich mich gut vorbereitet und ready to go!
