Going Guggenheim
Wolkenverhangen und regnerisch, so präsentierte sich der Samstag. Gammelwetter. Entsprechend ließ ich es ruhig angehen. Schließlich war meine Touri-WG gemütlich eingerichtet....


Veröffentlicht: 14.12.2021











Sonntagmorgen, ähnliches Setting wie tags zuvor, nur mit Sonnenschein. Ich saß im Gemeinschaftsraum und frühstückte. Neben der Küche dominierte der Fernseher das Zimmer, es lief "Sex and the City", danach folgte ein Gespräch mit James über seinen vegane Lebensweise und über Charles Bukowski, anschließend schaute jemand "Die Nanny". Ich musste raus. Greenwich Village stand auf dem Plan.
Das Viertel, einer der ältesten Stadtteile, lud mit seinen verwinkelten Straßen, schmucken Cafés und Boutiquen sowie einigen Sehenswürdigkeiten zum Sonntagsspaziergang. Der Begriff Sehenswürdigkeiten umfasste auch so illustre Orte wie das Haus aus der Serie "Friends" und die Filmwohnung von Carry Bradshaw. Die Gentrifizierung hatte die Nachbarschaft mit voller Kraft überrollt.
Historisches Zentrum war die Christopher Street, wo eine Revolte vor dem Stonewall Inn 1969 die Selbstbefreiung der Schwulen und Lesben einleitete.
Meine Mußestunde verbrachte ich in einer Regenbogenbar. Happy Hour, Margaritas für $6, dazu eine ausgelassene drag queen, die wodkaselig ein Bingo-Turnier moderierte. Ein authentisches Spektakel, während draußen der Ausverkauf weiterging.
Hatte New York sich erschöpft?, wie eine Freundin meinte. Ich genoss den Tag sehr, dennoch merkte ich, wie mein Elan nachließ. Mein Flug nach LA am Dienstag warf bereits seinen Schatten voraus.
