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Im Januar 2018 - 2.400km alleine mit dem Campervan durch Tasmanien
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Ein Geburtstag für die Ewigkeit

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Donnerstag, 17.1.18

Oha, ich habe Geburtstag. Mal wieder nicht zuhause.

Kurz vor 7h bin ich wach und gehe um 7.30h duschen. Dann muß das Tagebuch endlich mal nachgetragen werden und das zieht sich bis 9.30h, während ich Kaffee trinke und Müsli esse. Mein wichtigster und erster Stopp heute muß eine Tankstelle sein. In Stanley gibt es so eine Art Tankstelle, aber die hat wieder keine 95-Oktan. Smithton ist der nächste Ort, etwas größer als Stanley und Google Maps zeigt mir dort eine Reihe von Tankstellen. Mein Sprit reicht die 20km allemal und so mache ich mich auf nach Smithton, fahre die erste Tankstelle an und tanke für 1,69$/Liter den teuersten Sprit der Reise. Aber es ist mir egal, Hauptsache die Karre ist knallvoll, denn das muß jetzt bis Arthur River und den ganzen Tarkine Drive reichen, ggf. bis ich in zwei Tagen erneut von Süden nach Smithton komme. Ich entdecke einen schönen Woolworth Supermarkt und besorge mir neues Mineralwasser, Blaubeeren, Käse und einen halben Liter Milch. Ich finde Manuka-Honig aus NZ für 32$, was angesichts von 500g und der Stärke 70+ ein Schnapp ist. Ich sack den ein, auch, wenn das ein Pfund im Gepäck ist. Muß gehen.

Als ich raus komme, hat die Sonne die Wolken vertrieben und es ist deutlich wärmer geworden, so dass ich die Fleecejacke ausziehen kann. Ich steuere nun Richtung Marawah. Die Straße ist super und führt entlang von Feldern und Wiesen. In Marrawah gibt es nichts. Ich hatte von tollen Stränden mit einer Wahnsinns-Brandung gelesen, aber dem ist gar nicht so. Ich fahre nach Greenpoint Beach auf der Suche nach den vielfach erwähnten Surfern, ohne welche zu sehen. Der General Store in Marrawah ist witzig. Scheint auch irgendwie alles zu haben.

Also weiter über eine Nebenstraße nach Arthur River. Von Smithton sind dies nur gut 60km.Der Campground, an dem ich vorbei komme, liegt ziemlich weit ab in einem Wald oberhalb des Dorfes, das keine 400 Einwohner hat, die gut verteilt auf beiden Seiten des Arthur River leben.

Ich fahre zunächst am Visitor Center vorbei, quere den Arthur River auf einer langen einspurigen Holzbrücke, die nicht sehr vertrauenserweckend und schmal ist und biege auf der anderen Seite zwei Querstraßen weiter rechts ab zum Edge of the World. Das Ende der Welt liegt nämlich hier. Es ist ein Felsvorsprung vor einer meist rauhen Bucht mit viel angeschwemmtem Holz auf Felsen.

Ein Markierungsstein mit einem Gedicht ist hier zu finden, bevor die Klippe runter aufs Meer geht.

„I cast my pebble onto the shore of Eternity.

To be washed by the Ocean of Time.

It has shape, form and sunstance.

It is me.

One day I will be no more.

But my pebble will remain here.

On the shore of Eternity.

Mute witness for the deons.

That today I came and stood.

At the edge of the world“

Brian Inder

Brian Inder ist ein tasmanischer Tourismus Pionier, der 1930 geboren wurde und mit diesen Zeilen der wilden und zeitlosen Natur und den enormen Winden der „Roaring Forties“ (die stürmischen 40er-Breitengrade) hier in Arthur River gedenkt.

Ich fahre zurück in den Ort und zum Visitor Center, denn ich muß jetzt irgendwie einen Platz finden, an dem ich übernachte.

Hinter dem Visitor Center der Parkverwaltung liegt ein etwas dürftiger Campground, auf dem man für 13$ campen darf. Direkt hier liegt die Arthur Pieman Conservation Area, was eben als Park gilt und deswegen hier mit dieser Parkverwaltung betreut wird. Einen Laden kann ich hier nicht ausmachen. Es gibt ein etwas geschlossen wirkendes kleines Hotel schräg gegenüber und auch eine Tankstelle sucht man vergebens.

Ich frage die Leute nach Wombats und man gibt mir zwei Stellen, an denen ich ggf. welche sehen könnte. Ich soll nach Süden fahren bis Nelsons Bay und vorher an der Straße mal halten. Oder abends auf der Sandpiste zum Edge of the World gucken.

OK. Ich schaue erstmal auf dem Peppermint Campground des Visitor Centers nebenan, wo ich mich am besten platziere für meine 13$.

Es gibt keinen Strom und der Untergrund der Wiese ist überwiegend schräg, so dass das Auto schief steht und man entsprechend schief später im Bett liegen wird und Abwaschwasser nicht ablaufen wird und das Kochen auf dem Gaskocher nur mit Ausgleichshilfen gehen wird, damit der Topf oder Kessel nicht runterfällt.

Ich fahre jetzt aber erstmal Richtung Wombat-Gucken bzw. nach Nelsons Bay, wo es Aborigine-Art an Felsen am Strand zu gucken gäbe. Meine Pause an der Straße an der angegebenen Stelle führt erstmal zu nichts, bis ich etwa 50m vor mir ein Wombat über die Straße laufen sehe. Bis ich mit dem Auto da bin, ist es lange weg. Ich fahre also Richtung Nelson’s Bay, wo zwei, drei Wohnhäuser stehen, die eher verlassen aussehen. Bevor ich zum Strand mit den Aborigine Hinterlassenschaften komme, sehe ich links eine schöne Bucht, in der ein Boot dümpelt. Ich schau mir das Plätzchen an, es gibt keine Fliegen, aber Sonne und Ruhe und so klappe ich meinen Beach Chair aus, werfe den Gaskocher an, mache mir Kaffee und setze mich in die Sonne und genieße einfach mal, nichts zu tun.

Ich bleibe ich gut 2 Stunden, wandere durch die Bucht, die sehr hübsche blaue Felsen hat und bleibe auch hier mal wieder völlig allein. Nicht einmal ein Auto fährt an mir vorbei.

Kurz nach 17.00h fahre ich zurück zum Campground, baue meinen Tisch auf, mache mir einen Salat und ärgere mich, dass ich das hier mache. Das hätte ich auch am Edge of the World machen können, oder an meinem Strand. Denn es gibt hier kein Frischwasser und auch keinen Strom. Also irgendwie auch nicht anders, als in der Wildnis. Nur Klos machen einen Unterschied. Nicht einmal eine Mülltonne gibt es hier, sodass ich auch morgen noch den Tarkine Drive mit meiner vollen Mülltüte fahren werde. Der Platz hat keinerlei Licht, außer in den Toiletten, wo noch 1 Kaltwasserdusche ist. Nun ja. Ich futtere meinen Salat, packe alles wieder ein, wasche ab, baue den Tisch ab, wuchte ihn wieder oben über den Fahrersitz und baue schon mal mein Bett, damit ich das nicht nachher machen muß. Denn meinen Geburtstagsabend will ich mit einem Sonnenuntergang am Edge of the World verbringen.

Wundersamerweise bin ich abends auch am Edge of the World völlig allein. Da ich etwa eine Stunde vor dem echten Sonnenuntergang um 20.53h hier bin, hole ich mir meinen Campingstuhl und stelle ihn direkt vor den Marker mit dem Gedicht und setze mich hier hin und sauge die Ausblicke auf die nun rot beschienenen Felsen und angeschwemmten Baumstämme und das glitzernde Wasser. Was für ein Abend! Was für ein Tag!

Erst habe ich eine Bucht für mich alleine und nun auch noch das Ende der Welt mit einem Hammer-Sonnenuntergang. Ein Geburtstag zur Erinnerung für die Ewigkeit!

Ich holpere gegen 21.00h die zwei km Buckelpiste von dort wieder zurück zur Hauptstraße und biege doch nochmal nach rechts ab, in der Hoffnung in der Dämmerung doch noch Wombats oder ähnliches zu sehen. Nun heißt es, wirklich sehr vorsichtig und aufmerksam zu fahren, damit man nichts anderes unter die Räder bekommt. Aber außer ein paar verschreckten Wallabies gibt es nichts.

Zurück auf dem Campground sind fast alle schon am Zähneputzen oder schlafen. Es ist duster und innerhalb von wenigen Minuten stockfinster, denn hier gibt es keinerlei Lampen.

Ich mache mir zur Feier des Tages noch einen schönen Weißwein auf, hocke auf meinem Bett und chatte ein wenig, während ich den Wein genieße.Inhalt

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