susanne-reist
susanne-reist
vakantio.de/susanne-reist
Zuletzt in Venedig

13.Kapitel: Mit den Rehen im Himmel

Veröffentlicht: 13.11.2025

Sehenswert
Nara
Nara, Japan
Park
Nara Park
Nara, Japan
Attraktion
wilde Rehe in Nara
Nara, Japan
Attraktion
Nara Park
Nara, Japan
Attraktion
großer Buddha von Nara
Nara, Japan
Attraktion
fünfstöckige Pagode in Nara
Nara, Japan
Attraktion
Onsen in Nara
Nara, Japan

Heute konnte ich nun endlich nach Nara fahren, einer kleinen alten Stadt 40 Minuten südlich von Kyoto, die im 8.Jahrhundert einmal die Hauptstadt von Japan war.

Als ich zum ersten Mal im Herbst 2018 und dann zur Kirschblüte im Frühjahr 2019 jeweils nur einen Tag hier sein konnte, war ich an diesem Ort, in dem die wilden Rehe zu tausenden am Morgen aus den Bergen in den großen Park der Stadt herabkommen und bei Anbruch der Dunkelheit wieder nach oben steigen, in einer Weise geradezu lächerlich glücklich, dass ich mir geschworen habe, falls ich nochmal hierherkommen kann, dann länger zu bleiben, und so habe ich jetzt eine ganze Woche an diesem tatsächlich traumhaften Ort.

Die Rehe bewegen sich völlig frei im Park und auch in den angrenzenden Straßen bis hin zum Bahnhof, man stolpert ihnen also sofort, wenn man ankommt geradezu in die Arme. Die Legende geht, dass ein bedeutender Mönch im 8.Jahrhundert auf einem weißen Hirsch hier angeritten kam, und darum gelten die Tiere als heilig und werden von allen toleriert, wo immer sie auftauchen oder stehenbleiben, selbst wenn der Verkehr dann mal eine Weile steht.

Die Tiere sind ganz zahm und lassen sich streicheln, aber noch lieber mit den speziellen Reh-Keksen, die man an jeder Ecke kaufen kann und die ziemlich gesund sein sollen, direkt aus der Hand füttern. Komischerweise haben sie gelernt, sich „japanisch zu verbeugen“, damit sie so einen Cracker bekommen, jedenfalls die höflicheren. Die Frechen rennen einem hinterher, stupsen einen an, versuchen an die Jackentaschen zu kommen und beißen sogar in die Hosen und ziehen daran! Ich habe heute einige kräftige Stöße abbekommen und mehrmals „hau ab!“ gebrüllt. 

Was traurig aussieht, ist, dass vielen Rehböckchen die Hörner abgesägt werden, da es wohl einige ernsthafte Unfälle gegeben hat in früheren Jahren. Im Moment ist auch Brunftzeit, darum wird besonders gewarnt, vorsichtig zu sein mit den männlichen Tieren. Aber vor allem sind sie verfressen. Und sehr pittoresk.

Wie fast überall in Massentourismuszentren kann man sich relativ leicht absentieren, wenn man zweimal um die Ecke und dann noch ein bisschen weiter geht. Der Park ist riesig und weitläufig, man hat Ausblicke auf die umliegenden Berge, die sich jetzt schnell sehr bunt färben, es gibt Teile mit uralten dicken Bäumen, mit Steinlaternen und Schreinen, Teestuben, Wiesen, Teichen und Feldern, und überall tummeln sich die Rehe, rennen manchmal in Gruppen plötzlich unvermittelt los, um sich dann wieder an anderer Stelle bewegungslos niederzulassen und meditierend und sanft in die Ferne zu starren. Ich empfinde diesen Anblick als geradezu märchenhaft, irgendwie fühlt man sich wie in einer völlig anderen Welt, die nicht ganz real erscheint.

Ich werde also in den nächsten Tagen vor allem „Reh“ denken, sehen, photographieren, jubeln, berichten, vielleicht mal unterbrochen vom großen Buddha, einer Pagode (die große fünfstöckige ist leider im Moment vollkommen eingepackt und under construction), einem neuen Onsen und anderen Nara-Überraschungen, die ich auf meinen Streifzügen vielleicht finden kann.

Und morgen geh ich wahrscheinlich mal wieder bergsteigen.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
7 Tage
KulturellEntspannend
  • Nara endlich länger als nur einen Tagesausflug
  • wilde Rehe im Park und bis zum Bahnhof
  • Reh-Kekse an jeder Ecke
  • Ausblicke auf die umliegenden Berge
  • geplante Streifzüge zu Buddha, Pagode und Onsen
StadtNaturTierweltGeschichte
susanne-reistFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (1)

Amandavor 8 Monaten
Well, I didn't get to Nara in my three week visit. I love the first photo especially.