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Zuletzt in Venedig

Stromausfall, Photo-Ausstellung und Dottore, Dottore!

Veröffentlicht: 19.03.2026

Attraktion
Fondazione di Venezia
Venezia, Italy
Attraktion
Gianni Berengo Gardin Ausstellung
Venezia, Italy
Attraktion
Galerie mit modernen italienischen Skulpturen
Venezia, Italy
Essen
nett aussehendes Restaurant
$$ · Abendessen
Sehenswert
Giudecca Schwimmbad
Venezia, Italy
Sehenswert
Canale Grande
Venezia, Italy

Der Mittwoch war der erste richtig graue Tag, am Morgen tröpfelte es sogar ein bisschen, und dazu sollte um 7.30 Uhr der Strom für 7 Stunden abgestellt werden. Also Wecker gestellt auf 6.45 und um Punkt 7 zum Frühstück geeilt. Natürlich wurde es dann doch erst etwa um 8 duster im Zimmer. 

Der ganze Stadtteil war ohne Elektrizität, also was tun bei schlechtem Wetter? Venedig im Regen ist trostlos, auch die Einwohner bekommen gleich ganz schlechte Laune. Das Leben findet ja doch zum großen Teil draußen statt, sogar im Winter, aber „piove“ ist einfach immer verhasst.

Im Moment gibt es in Venedig in den großen Kunstmuseen keine interessanten Ausstellungen, es ist so richtig Zwischensaison, nichts los. Die Biennale beginnt erst im Mai. Aber auf einem Plakat in der Stadt habe ich ein Poster von einer Photo-Ausstellung gesehen. Der italienische Meisterphotograph Gianni Berengo Gardin, der im vorigen Jahr verstorben ist, wird mit seinen Schwarz-Weiß-Bildern vom Venedig der 50er und 60er Jahre in der Fondatione di Venezia in der Nähe des Bahnhofs ausgestellt. Der Ort ist etwas schwer zu finden, ganz hinten hinter einer Kirche, aber Google Maps, das diesmal viel besser funktioniert als in früheren Jahren, findet die Stelle.

Die Ausstellung ist ganz wunderbar und lässt viele alte Kindheitserinnerungen hochkommen. Ich kann mich genau an dieses Venedig auf den Bildern erinnern und fühle mich geradezu seelenverwandt mit diesem Photographen, der es auch auf Details abgesehen hat und gerne heimliche Szenen aufnimmt. In Schwarz-Weiß  ist die Stadt auch besonders eindrucksvoll. Ich habe auch oft meine Aufnahmen von Venedig in Schwarz-Weiß umgewandelt und ausgedruckt.

Vorbei an einem meiner Lieblingsläden, einem Geschäft, in dem ein uralter Mann aus Blechmüll und Fundsachen neue Dinge bastelt, das aber wohl wegen Stromsperre leider geschlossen ist, will ich wenigstens einmal mit dem Traghetto über den Canale Grande schippern. Wenn man nicht in eine Gondel steigen will, ist das das zweitbeste: An einigen Stellen kann man sich mit einer fast richtigen Gondel  bei Tageslicht mit zwei Steuerleuten für 2 € über den Canale transportieren lassen, um die Wege abzukürzen. Die echten Venezianer finden es unter ihrer Würde, sich dabei hinzusetzen und stehen in der Mitte des Bootes, die Touristen sitzen am Rand. Ich habe nur einmal versucht, stehen zu bleiben, aber das war keine so gute Idee…

Auf dem Weg zur nächsten Ausstellung, die dann aber leider auch geschlossen hat, besichtige ich noch eine Galerie mit modernen italienischen Skulpturen, um schließlich, nach einem weiteren Ausflug zum Schwimmbad in Giudecca, hungrig in einem nett aussehenden Restaurant mit freundlicher Bedienung und wirklich sehr gutem Essen zu landen, in dem der Wirt überschwänglich mein Italienisch bewundert (das wirklich übers Essen bestellen nicht weit hinausgeht) und mir vor lauter Begeisterung noch einen Limoncello zum Nachtisch spendiert, was mich nach dem halben Liter Wein zum Essen beinahe über den Rand kippt. In der Ecke des Restaurants blinkt immer noch heftig ein Weihnachtsbaum.

Auf dem Heimweg begegnen mir viele große Gruppen junger Leute, einige haben eine Art Lorbeerkranz auf dem Kopf und riesige Blumensträuße im Arm und die anderen singen laut: „dottore, dottore!“. Es scheint graduation day zu sein an der Universität.

Auf einen Blick

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Dauer
1 Tag
Wetter
Frühling
KulturellAbseits der Pfade
  • Ausstellung von Gianni Berengo Gardin in der Fondazione di Venezia
  • Traghetto über den Canale Grande
  • freundliches Restaurant mit sehr gutem Essen und Limoncello
  • graduation day an der Universität
StadtKulturGeschichteArchitekturEssen
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