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Nationalfriedhof - Cementerio General de Santiago

Veröffentlicht: 17.03.2025

Attraktion
Cementerio General de Santiago
Santiago, Chile
Spaziergang
Santiago → Cementerio General de Santiago
Santiago, Chile
Spaziergang
Cementerio General de Santiago → Zentrum von Santiago
Santiago, Chile
Essen
un nettes Restaurant
$$ · Abendessen
Fahrt
Santiago → Hafen von San Antonio
Chile

Der Deutschlandfunk hat den Nationalfriedhof in einem Beitrag als die Stadt der Toten in Santiago bezeichnet. Er umfasst 86 Hektar damit so gross wie ein ganzes Stadtviertel. Es gehört sogar ein Hügel dazu. Dieser Beitrag hat uns dazu motiviert den längeren Fussmarsch dorthin zu machen.

Das Eingangstor ist mächtig und davor liegt ein riesiger, runder Platz, der mit Gebäuden eingefasst ist. Der Friedhof umfasst jede Art von Monumenten von kleinen Kathedralen, über griechische Tempel bis zu modernen Grabhäusern. Auf dem Friedhof ruhen neben den Toten der reichen, chilenischen Familien, viele Künstler und fast alle Präsidenten. Salvador Allende und beispielsweise Víctor Jara wurden erst nach dem Tod von Pinochet umgebettet. Augusto Pinochet ist dagegen nicht hier bestattet und Erich Honecker wurde zwar im Krematorium auf dem Friedhof eingeäschert, aber nicht hier bestattet. 

Absurd waren die lautstarken Äusserungen eines gerade anwesenden amerikanischen Touristen beim Grabmal von Allende. Er hat gemeint, dass sich Allende einerseits ein grosses Denkmal hingestellt habe und gleichzeitig habe er so auf der Gleichheit aller Menschen herumgeritten. Ein Begleiter ergänzte, er hätte sich ja selbst umgebracht. Die amerikanischen Wahrheiten greifen um sich.

Das war aber nicht das einzig ernüchternde. Auf dem letzten Teil des Fusswegs, sind wir durch eine Art Marktstrasse gelaufen. Es wird dort alles Mögliche verkauft, frische und verarbeitet Lebensmittel, Gerätschaften und Autoteile. Überall hat es aber Abfall, Tierkadaver, Behausungen von Obdachlosen und einen unglaublichen Gestank. Je länger wir hier sind, desto mehr macht uns die Armut zu schaffen. 

Wir haben zwar selbst keine Kriminalität erlebt, aber alle Wohnhäuser, die nicht am zerfallen sind, ob Einfamilienhäuser oder Hochhäuser haben Umzäunungen mit Mauern, starken Gittern oder verstärktem Wellblech mit Stacheldraht. Selbst die normalen Polizeiautos haben über allen Scheiben dicke Gitter montiert. Alle Wachleute und Concierges tragen schusssichere Westen. Santiago wird wohl nicht zu unserem Lieblingsort, obwohl man auch hier hübsche Vögel und andere Tiere antrifft.

Noch ein Detail: Erstaunlich viele Strassen sind noch gepflästert und ebenfalls in vielen Strassen sieht man noch Tramschienen. Ein Dampf-Tram wurde offenbar 1858 eingeführt und nach 101 Jahren, im Jahr 1959, wieder abgeschafft. Es wurde wie vielerorts durch Busse ersetzt und die 1975 mit einer Metro ergänzt wurden.

Wir sind dann mit der Metro zurück ins Zentrum gefahren, haben etwas kleines gegessen und werden heute Abend in ein nettes Restaurant gehen. Morgen werden wir nach zum Hafen von San Antionio fahren, um an Bord "unseres" Schiffes zu gehen. 

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
2 Tage
KulturellAbseits der Pfade
  • Nationalfriedhof Cementerio General in Santiago
  • langer Fussmarsch dorthin
  • Rückfahrt mit der Metro ins Zentrum
  • Fahrt zum Hafen von San Antonio am nächsten Tag
StadtGeschichteArchitekturTransit
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