Südafrika - Kapstadt, Stellenbosch & Garden Route

Samstag 02.01.2016

Hinter unserem Haus liegen in der nächsten Straße lauter bunte Häuser. Es ist das Malay Quarter. Kleine Cafés, Lokale, Boutiquen und eben bunte Wohnhäuser. Wir gehen sehr lecker frühstücken, sitzen draußen und genießen in einem kleinen, feinen Café Essen & Trinken aus liebevoll zusammengestelltem Porzellan.



Wir laufen zur Rose Street und sind nun in Bo-Kaap, dem muslimischen Viertel Kapstadts. Eines der ältesten Stadtgebiete und bekannt für die knallbonbon-farbenen Häuser. Die berühmtesten stehen unter Denkmalschutz, während eine Straße weiter die Obdachlosen unter Plastikplanen und Kartons in Baulücken campieren. Daneben eine der ältesten Moscheen der Stadt.








Die Rose Street ist bereits mit Gittern für den Verkehr gesperrt, da um 12.00h der Minstrel Carnival beginnt. Hier endet heute Abend die Parade wohl gegen Mitternacht. 

Typischer Dresscode ist offenbar gelb-rot und ein weiß geschminktes Gesicht.



Wir laufen durch Bo-Kaap und fotografieren die bunten Häuser, oft leider durch die Absperrgitter nicht so ungehindert. Hunderte Menschen liegen hinter den Gittern auf Decken oder in Strandstühlen und warten unter aufgestellten Planen oder Regenschirmen im Schatten auf den Beginn des Spektakels. 



St. George's Cathedral (am Tag danach)

Wir laufen an der jetzt kaum erkennbaren St. George’s Kathedrale vorbei in der Desmond Tutu einst gepredigt hat, laufen an der Iziko Slave Lodge – einem klassizistischen Bau – entlang und sehen nebenan das Parliament House, das in einem schönen Palmengarten steht.

Parliament House

Menschenmassen schieben sich mittlerweile auf den schmalen Gehwegen hinter den Gittern entlang, während auf der Straße noch kein Karneval zu sehen ist. Also quetschen wir uns durch bis zum Greenmarket Square, laufen über die St. George’s Mall, finden nichts zum Kaufen. 




Die Händler sind tw. etwas nervig, man kann an den Ständen nichts ansehen, ohne, dass die sofort neben einem stehen und alles möglich hochhalten, was man doch kaufen möge. Mittlerweile ist es 13.00h – der Karneval sollte seit einer Stunde laufen – aber nichts tut sich. Wir schauen in der Adderly Street, wo der Umzug eigentlich am Anfang langlaufen müsste, aber auch hier hat noch niemand etwas gesehen. Die Leute liegen also nun seit etwa 9.00h morgens hier hinter den Absperrgittern und warten. Wir überlegen noch, ob wir uns Campingstühle besorgen, die wir eh brauchen, aber die sind überall ausverkauft und letztlich gibt’s eh keinen Platz zum Hinsetzen hier an der Straße.

Also suchen wir einen Platz zum Kaffee trinken, finden Smoothies und gehen nach einer Stunde wieder gucken, wie weit das so mit dem Karneval ist. Eine Frau im maximal vollen Straßenrand sagt uns, dass noch keine Gruppe vorbei gekommen sei. Es ist nach 15.00h! Wir latschen in die Long Street und dann Richtung Heimat. 





Ein bißchen Pause im Apartment und dann halten wir auf der Straße ein Taxi an und lassen uns zur Talstation des Tafelbergs bringen.

Im Internet haben wir geschaut, ob die Wartezeiten lang sind, aber es gibt keine. Das ist angesichts des Feiertagwochenendes schon erstaunlich, aber es ist wirklich so. Wir holen uns Tickets, warten kurz, dass wir in die Gondel können und dann geht’s hoch.

Gondel-Gäste...

Witzig ist, dass sich der Boden der Gondel dreht, so dass – egal wo man in dem Ding steht – man den Blick in alle Richtungen kriegt, bis man oben ankommt.



Das Licht ist wunderbar und wir fotografieren von hier oben, was das Zeug hält. Es ist ja mittlerweile nach 17.00h und wir haben einen traumhaften Blick auf die Kaphalbinsel nach Süden. Einheimische sitzen an den Felsrändern und picknicken. Wir bedauern, nicht auch eine unserer Flaschen mitgenommen zu haben, denn Hilary und Jen haben uns eine Flasche Weißwein und einen Sekt im Kühlschrank kalt gelegt! Total nett! Der Wind ist ziemlich frisch und ich bin dankbar für meine Fleecejacke.


Kaphalbinsel - Richtung Süden





Auf der anderen Seite hat man ein tolles Panorama von Kapstadt, dem Lions Head, dem Signal Hill, auf Robben Island und das Fußball-Stadion.


Blick nach Süd-Osten



Lions Head

Wieder unten angekommen kriegen wir Stress mit den Taxifahrern. Weil wir nicht bereit sind, den vierfachen Preis der Hinfahrt zu bezahlen und die Fahrer uns Geschichten vom Karneval erzählen (der vermutlich noch immer nicht begonnen hat) geht die „stille Post“ von Taxi zu Taxi und keiner fährt uns. Also stellen wir uns mit dem Daumen an die Straße, G. findet ein nettes Pärchen, das uns mitnimmt. Die beiden sind sicher gut verdienende Mittelschicht und mit ipad und iphone ausgestattet. Als sie uns fragen, warum wir nach Südafrika gekommen sind und ich sage, ich möchte mal Löwen und Giraffen sehen, ist die Frau ganz erstaunt „you do not have lions in Germany?“ Ja, das ist kaum vorstellbar :-D.


Gemeinsam erreichen wir ziemlich entspannt die V&A Waterfront und dann beginnt die Parkplatzsuche. Selbst die Parkhäuser sind knallvoll und irgendwann verabschieden wir uns von den beiden und laufen zu Fuß nach draußen und G. holt sich den bereits ins Auge gefassten Elefanten aus dem einen Laden. Wir erwischen ein Taxi, lassen uns in der Dixon Street bei Villa Mia raus und essen einen Burger und trinken einen Gute-Nacht-Trunk. Es ist schon 22.00h – was für ein voller Tag! Seit dem Smoothie heute Mittag gab’s nix. Von unserer Terrasse aus sehen wir ein Feuer am Lions Head. Da möchte man nun nicht sein.


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