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Radio Jerewan

Veröffentlicht: 16.03.2017

Ausgeschlafen und gut gefrühstückt geht es zum Bahnhof und zum Flughafen. Wizzair hatte sich bezüglich des Streiks noch immer nicht gemeldet, wir haben raus gefunden, dass der Flug mittlerweile nach Posen verlegt wurde, jedoch mit mehr als 4 Stunden Verspätung. Heißt für uns, dass wir das Geld wahrscheinlich nicht wieder bekommen...Hätte allerdings auch zusätzliche Nerven gekostet... (Bus nach Posen, Ankunft in Tiflis mitten in der Nacht, kein Anschluss mehr nach Armenien). Naja... scheiß drauf, Kaukasus ist ja schließlich nur einmal im Jahr ;) 

Nach diversen Mahlzeiten auf den Flügen und in Istanbul sind wir 4 Std. früher (4:00 Uhr morgens) als geplant am Hotel in Jerewan (Wer kann, der kann). Kurz geschlafen und bei 16 Grad und Sonnenschein ab in die Stadt. Das Ticket Nach Teheran war nach 30 Minuten gekauft. 

Davon, dass Jerewan eine der ältesten Städte der Welt ist, ist nicht mehr viel zu sehen, wie erwartet viele Platten, stalinistische Protzarchitektur und und einige Bauruinen. Trotzdem gibt es einige schöne Ecken wie zb. die Oper, Saint Gregory cathedral, die Kaskaden oder die Statue "mother Armenia". 

Auf dem Weg dahin sind wir durch den Victory Park. Ein Park der zumindest zu dieser Jahreszeit verlassen scheint, dass Riesenrad erinnert einen irgendwie an Prypjat (Tschernobyl), ein bisschen unheimlich...

Alles in allem ist hier die Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion stehen geblieben, was erst mal nichts negatives zu bedeuten hat. 

Am Nachmittag haben wir uns noch das Armenische Genozid Museum angeschaut, welches sich mit dem Völkermord der Türken an den Armeniern beschäftigt. Auch wenn wir uns vorher auch nicht viel mit Thema beschäftigt haben, ist es doch erschreckend wie wenig Beachtung das Schicksal der Armenier in unseren Breiten findet. Man möge sich vorstellen der Holocaust wäre ähnlich totgeschwiegen worden. Hitler jedenfalls hatte sich diesen Völkermord wohl zum Vorbild genommen als er sagte "... Who after all cares About the Annihilation of the Armenians...?" Wenn man sich damit mal beschäftigt, ist es eigentlich mehr als unverständlich warum die Bundesdeutsche Regierung mehr als 70 Jahre gebraucht hat um diese Taten als das zu bezeichnen was sie sind... Vielleicht sind wir aber auch nur dann moralisch (überlegen) wenn es uns in den Kram passt... Und auch dann nur so halb... Kann man vielleicht mal drüber nachdenken. 

Danach ging es fix mit der einzigen Metro des Landes zurück zum Hotel um die Füße ein bisschen zu entlasten. Der Hunger und der Durst und haben uns jedoch schnell wieder auf die Beine gebracht. Zum Abendessen haben wir uns in einem guten Restaurant diverse einheimische Speisen und einen Armenischen Brandy gegönnt, lecker! 

Beim Verzehr unseres wohlverdienten Feierabend Bieres ist uns aufgefallen, dass jedes der 8 gekauften Biere bereits abgelaufen ist und zwar zwischen 2 Monaten und 2! Jahren. Scheinbar wird hier eher Wein getrunken, anders ist es nicht zu erklären warum das durchaus leckere Bier hier Jahre im Kühlschrank steht. Geschmeckt hat es trotzdem und der Magen hat es auch vertragen. Ist vielleicht auch alles nur Lügenpresse mit dem MHD ;) Mal sehen wie es die Azeris mit dem Bier halten, die nächsten Tage werden wir wohl nur Tee trinken. 

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