BLOG 6: Antelope Slot Canyons & Horseshoe Bend
Die Gegend rund um Page ist schon seit längerem für die Slot-Canyons mit schönen Felsformationen und -farben bekannt. Wie so viele schöne Orte auf dieser Welt hat „dank“...

Veröffentlicht: 23.05.2025
































Schon bei unserer ersten Reise in die USA vor etwa 30 Jahren haben wir die Hopi Reservation besucht, aber eigentlich außer im Verkaufsraum des Cultural Centers keinerlei Kontakt zu den Bewohnern und dem Land gehabt.
Die Lebenseinstellung, das Weltbild, Geschichte und Religion der Hopis sind etwas Besonderes, für uns durchaus fremdartiges, aber doch faszinierendes. Eine Beschreibung würde einen Blog bei weitem sprengen - während der Reise gibt es auch keine Zeit für das Niederschreiben tieferer philosophischer Betrachtungen, deswegen kann ich hier nur auf die recht umfangreiche Literatur und die Informationen über die Hopi im Internet verweisen.
Auch zu von dem von den Hopis perfektioniertem „Trockenanbau“ von Mais und Bohnen und anderem sei auf die Literatur verwiesen. Für die Hopi ist ihre Art der Landwirtschaft ein wichtiger Teil ihrer Kultur und spielt eine zentrale Rolle in ihrer Lebensweise und ihrem Erbe.
Zur Beziehung der Hopi zu Besuchern schreibt Wikipedia:
„Die Haltung der Hopi gegenüber Touristen ist sehr reserviert, aber höflich. Ein Besucherzentrum am Anfang des Reservates weist höflich darauf hin, dass ein Weiterfahren eigentlich nicht mehr notwendig, aber grundsätzlich erlaubt ist. Jedoch sind Fotografieren, Filmen und Zeichnen in den Dörfern und in bestimmten Bereichen des Reservates strengstens verboten. Seit 1911 ist es verboten, die heiligen Zeremonien der Hopi zu fotografieren.“
In der Realität kann man schon die Reservation besuchen, allerdings ist man in den „alten Orten“ wie Old Oraibi als Tagesbesucher nicht sehr bis gar nicht willkommen. Die Hopi Organisation „Experience Hopi Tours“ in Moenkopi organisiert Tagestouren ins Land der Hopi, mit Hauptfokus auf Besuchen bei Künstlern der „Hopi Arts Trail“ Organisation in ihren sehr bescheidenen Containerhäusern. Zudem sieht man noch den eindrucksvollen Coalmine Canyon und die Felszeichnungen im Taawa Park Canyon, ein prähistorischer Markt- und Versammlungsplatz – bis zu 2000 Jahre alt.
Wir bekommen auch keine historischen Gebäude zu sehen, außer der bescheidenen Ruine eines Hopi-Steinhauses und – aus der Ferne – die Ruine einer kleinen Kirche der spanischen Missionare. Nach unserem Guide hätten Hopi-Weise die Missionare vor dem Bau gewarnt, kurz nach Fertigstellung setzte ein Blitz die Kirche in Brand und sie wurde zerstört. Die Missionare ließen sich auch von erneuten Warnungen nicht entmutigen und bauten das Gebäude ein zweites Mal – wieder rasch durch Blitz zerstört. Daraufhin haben sie aufgegeben und sich zurückgezogen.
Die drei Hopi Künstler, die wir besuchen – ein Kachina Schnitzer, ein Silberschmid, zugleich unser Tourguide und ein „Bildnis Ersteller“ – Maler wäre wohl nicht die richtige Bezeichnung für seine Arbeiten, erzählen alle drei sehr offen aus ihrem Leben, alle wollten sie aus der Hopi – Reservation ausbrechen, Bildungs- oder „nur“ arbeitstechnisch – alle drei scheiterten, zumindest zwei von ihnen hatten massive Alkoholprobleme, als letzte Rettung kehrten sie in die Heimat zurück und fanden hier ein – wenn auch bescheidenes Auskommen und wieder ein geregeltes Leben im Clanverband, der eine ganz wesentliche Rolle im Leben eines Hopis spielt. Der Schnitzer und der Silberschmid lassen sich bereitwillig fotografieren, der Maler macht klar, dass er „kein Interesse“ an Fotos hat. Vor Ort Käufe sind sehr gerne gesehen, Zahlung mit Kreditkarte wäre auch möglich, aber Cash ist bevorzugt…
Die Hopi Reservation ist ja vollständig vom Navajo Land umgeben, was seit langen Zeiten immer zu Auseinandersetzungen führt, in den letzten Jahrzehnten werden diese aber nur mehr vor US-amerikanischen Gerichten ausgetragen, wobei anscheinend in der Mehrheit der Fälle im Sinne der Navajos entschieden wird.
Eine kleine Arabeske, die wir selbst erlebt haben, sei noch angeführt:
Der Bundesstaat Arizona hat vor einigen Jahren beschlossen, KEINE Sommerzeit mehr zu beachten, sondern das gesamte Jahr bei der Winterzeit zu verbleiben. Die Hopi folgen auch dieser Regelung, nicht aber die Navajos – vielleicht auch, weil sich ihr Land auch nach New Mexiko erstreckt, das sehr wohl die Sommerzeit befolgt. Das führt zur absurden Situation, dass der Doppelort Tuba City (Navajo) / Moenkopi (Hopi Enklave) im Sommer eine Stunde Zeitunterschied hat – die gemeinsame Hauptstraße ist die Trennlinie…. Für Besucher durchaus verwirrend, so wird von den Hopi Veranstaltern immer darauf hingewiesen, dass sie die „Phoenix Zeit“ - also die allgemein Zeit Arizonas befolgen. Für uns wichtig, da unser Campingplatz „Navajoland“ in Tuba City eine Stunde Zeitunterschied zum etwa 3 km entfernten Sitz der „Experience Hopi Tours“ in Moenkopi hat.