Thailand Teil 7: Weihnachten, Kater & das große Matschloch
„Manche Weihnachten sind besinnlich. Andere… sind Ao Nang.“ Was für ein Weihnachten!Wir fahren nach Ao Nang und suchen uns zuerst einen Platz zum Essen. Welch ein Glück: Happy...

Veröffentlicht: 01.01.2026
„Manchmal darf man auch einfach dekadent sein.“
Diesmal gönnen wir uns tatsächlich ein Grab zum Bahnhof Surat Thani. Der liegt nämlich gute 30 Minuten außerhalb des Stadtzentrums – und ehrlich: Wir haben genug Bus-, Songthaew- und Selbstfindungsfahrten hinter unsˆˆ Nein, eigentlich sind wir heute nur super faul.
Der Bahnhof selbst ist überschaubar: drei Gleise, eine Anzeigetafel, darauf steht ganz offiziell, dass unser Zug um 19:31 Uhr von Gleis 1 abfährt. Alles chic.
Am Gleis werden wir von einem Bahnmitarbeiter angesprochen, der unser Ticket sehen will (natürlich wieder über 12Go gebucht – bin da jetzt Profi). Er schaut drauf, zeigt auf Gleis 2 und sagt sinngemäß: „Das da. Das ist euer Zug.“
Verwirrung.
Es ist 18:20 Uhr, wir sind viel zu früh, falsches Gleis, falsche Zeit – oder doch nicht?
Thailand sagt: Doch.
Also machen wir, was man hier eben macht: Wir laufen direkt über die Gleise zu Gleis 2. Kein Tunnel, keine Brücke – einfach drüber. Thailand-Style.
Unser Waggon wird gerade noch vorbereitet: Betten werden bezogen, letzte Handgriffe – und dann dürfen wir auch schon einsteigen.
Auf geht’s nach Bangkok. Planmäßige Ankunft: 06:10 Uhr.
Ich nehme mir fest vor, früh zu schlafen.
Der Zug nimmt sich fest vor, mich wachzuschaukeln.
Spoiler: Der Zug gewinnt.
Als uns der Schaffner um 05:00 Uhr weckt, fühle ich mich, als hätte ich die Nacht mit offenen Augen meditiert.
Müüüüüde.
Pünktlich erreichen wir die Grand Station Bangkok. Unser erstes Ziel: Duschen.
Für 20 Baht kann man sich hier frisch machen – Dusche, Zähneputzen, Neubeginn.
Ich verlasse den Raum als halbwegs neuer Mensch. Halbwegs.
Dann ab in die U-Bahn, Blaue Linie, Richtung Zentrum.
Berufsverkehr. Voll. Laut. Funktioniert trotzdem erstaunlich gut.
Die Klimaanlage? Arschkalt.
Ich friere mir in Bangkok den Hintern ab. Ironie des Lebens.
Nach etwa 25 Minuten erreichen wir Sukhumvit. Von dort ein kurzer Fußmarsch zum Hotel: Asia Inn.
Ich bin skeptisch – die Bewertungen schwanken zwischen „Katastrophe“ und „Top!“. Dazwischen: nichts.
Für zwei Zimmer, zwei Nächte, Early Check-in und Late Check-out zahlen wir 130 €.
Bangkok, Baby.
Ich laufe erstmal dran vorbei. Sehr unscheinbar. Direkt neben einem 7/11 – praktischstes Feature überhaupt.
Die Dame an der Rezeption ist superlieb, wir müssen allerdings 1.000 Baht Kaution hinterlegen.
„Möchte ich wissen, was hier schon alles passiert ist?“
Der Empfang: normal.
Die Zimmer: im zweiten Stock, nebeneinander.
Fazit: Voll okay!
Ja, mein Ausblick ist eine Betonwand – aber hey… 65 €!
Das Asia Inn wird seinem Ruf absolut nicht gerecht. Ich find’s völlig in Ordnung.
Rucksäcke abwerfen, kurz durchatmen – und dann ab in ein kleines französisches Café um die Ecke.
Auf dem Weg merken wir schon: Joah… Silvester könnte hier eskalieren.
Fast direkt neben dem Café liegt Ink.inc – mein auserkorenes Tattoostudio. Termin für den 31.12. habe ich mir schon online gesichert.
Martin will auch. Wir schauen rein.
Und siehe da: gleicher Tag, gleiche Uhrzeit.
Perfekt. Alle wieder beschäftigt.
Ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind.
Danach: Schlafdefizit ausgleichen.
„Bangkok soll abends schöner sein, hab ich gehört.“
Bangkok.
Pulsierend. Chaotisch. Farbenfroh. Laut. Lebendig.
Glänzende Wolkenkratzer neben alten Häusern, Streetfood an jeder Ecke, Luxusmall trifft Garküche.
Um das echte Bangkok zu erleben, muss man in die Sois – die Seitenstraßen.
Da unser Aufenthalt zeitlich begrenzt ist, bleiben wir hauptsächlich im Distrikt Sukhumvit. Und ehrlich: Der reicht erstmal.
Tattoo-Day!
Ich bin aufgeregt. Sehr.
Wichtig: ausgewogenes Frühstück.
Ich finde eine Granola Bowl. Reicht.
Ink.inc ist eine absolut gute Wahl: sauber, modern, super Team – ich fühle mich sofort wohl.
Und das Ergebnis? Liebe es. Punkt.
Silvester in Bangkok
„Silvester bei 30 Grad ist schon gut. Silvester in Bangkok ist… next level.“
Wir lassen uns auf der Soi Sukhumvit 11 nieder. Bars, Restaurants, Clubs – alles dicht an dicht.
Wir hoppen von Bar zu Bar. Live-Musik überall – warum allerdings ständig Balladen wie „Angels“ von Robbie Williams laufen, bleibt ein Rätsel.
Ich kenne das Lied eigentlich als Rausschmeißer. Aber gut.
Cocktails fließen.
Heute schwanke ich zwischen Espresso Martini und Margarita.
Eine Entscheidung, die mein morgiges Ich hassen wird.
Später landen wir im Mullis. Super Team, kurz vor Mitternacht gibt’s gratis Shots und kleines Tischfeuerwerk.
Das große Feuerwerk aus der Altstadt läuft im Fernsehen, in der Straße selbst gibt es kleinere Feuerwerke, Glitterkonfetti, Luftballons – und sehr viel Alkohol in meinem Kopf.
Es war ein sehr, sehr schönes Silvester.
Reisetag – der letzte
Nach 6 Stunden Schlaf bin ich wach.
Warum? Weiß niemand.
Ich nutze die Zeit, um diesen Blog zu tippen.
Eigentlich war geplant, so lange wie möglich zu schlafen – bis ich nach Hause komme, ist das erstmal mein letztes Bett.
Hat… mittelmäßig geklappt.
Zum Glück haben wir Late Check-out gebucht.
Noch ein bisschen durch die Stadt bummeln, ein paar Baht loswerden.
Der Rückflug geht um 02:55 Uhr.
Es wird ein langer Tag.
Ich genieße meine letzten Stunden in Bangkok:
die Wärme, die Sonne, die Leichtigkeit, dieses besondere Lebensgefühl.
Ich sauge alles auf – als Vorrat für den Alltag, bis zur nächsten Reise.
3,5 Wochen Thailand – mein Fazit:
Thailand einmal zu bereisen reicht nicht.
Wer es weniger touristisch und authentischer mag, sollte meiner Erfahrung nach in den Norden und Osten reisen.
Für echtes Strandfeeling führt kein Weg am Süden vorbei – traumhaft schön, wenn auch stellenweise sehr voll.
Bangkok ist Reizüberflutung – aber auf die gute Art. Laut, bunt, anstrengend und gleichzeitig faszinierend.
Ich habe, wie immer, versucht im Low-Budget-Bereich zu bleiben – was in Thailand wunderbar funktioniert. Auch für kleines Geld findet man schöne Unterkünfte.
(Ich bin einfach nicht der klassische Hotel-Typ.)
Zur Fortbewegung kann ich Nachtzüge und Busse absolut empfehlen.
Die Zugtickets habe ich im Voraus über 12Go gebucht, da diese schnell vergriffen sein können – unkompliziert, zuverlässig und sehr praktisch.
Den Inlandsflug haben wir mit AirAsia gemacht – ebenfalls problemlos.
Und um das leidige „Wer schuldet wem wie viel?“ zu vermeiden, haben wir für die Reisekasse die App Tricount genutzt.
Jeder zahlt mal hier, mal da – und am Ende wird ganz entspannt abgerechnet.
„Freundschaften gerettet.“ 😄
Bis bald, Thailand. 🇹🇭✨
Ich komme wieder. Ganz sicher