Ein Moment des Erinnerns
Da heute nicht so viele Patienten kamen, wollten wir die Zeit nutzen, uns mit der jüngeren Vergangenheit Kambodschas zu beschäftigen und besuchten das Genozid-Museum, Tuol Sleng...

Veröffentlicht: 11.10.2025
Jetzt haben wir euch ja wirklich ein paar Tage hängen lassen! Entschuldigt unsere Inkonsequenz.
Donnerstag: der Vormittag verlief weitgehend normal. Wir begannen um 8 Uhr mit den Behandlungen. An diesem Tag kamen wirklich viele Patienten. Sehr viele Kinder mit sehr kaputten Zähnen. Dass bereits im jungen Alter so viele auch bleibende Zähne wirklich kaputt sind, hat uns ganz schön mitgenommen. Ich hatte an keinem Tag zuvor so stark das Gefühl, dass man macht und tut aber das Alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Es ist so viel zu tun, dass man z.T. nicht das Gefühl hat, irgendetwas zu verbessern. Aber immerhin können wir für den Moment den Schmerz nehmen.
Mit der Hilfe von den phantastischen Hilfskräften vor Ort konnten wir jedoch einigen Kids das Zähneputzen ein bisschen erklären und hoffen, dass eventuell die nächste Generation ein kleines bisschen weniger Probleme haben wird.
Und da die Gruppenprophylaxe in Deutschland so gut funktioniert, sind wir Donnerstagnachmittag gemeinsam mit dem Chef von Minimolars, Dr. Ulf Zuschlag, seiner Frau, den anderen beiden Famulantinnen und einer Helferin in die Slums zu einem Community Center gefahren, wo Ehrenamtliche die lokalen Kinder unterrichten. Dort konnten wir die Mundhygiene erklären, mit den Kindern Spiele spielen, Zahnbürsten und gesunde Snacks verteilen. Einem Kind hat es so gut mit uns gefallen, dass er uns prompt nach Hause begleiten wollte, bis seine Mutter dann lachend hinterhergerannt kam und ihn wieder einsammelte.
Am Freitag arbeiteten wir wieder normal und nahmen dann am Abend den Bus Richtung Küste nach Kampot. Dort angekommen, fielen wir fast sofort ins Bett.
Heute waren wir dafür sehr früh wach und erkundeten unsere Resort-Anlage und trafen uns dann in der Stadt mit den beiden anderen Mädels aus der Klinik - Mara und Annalina, die wir immer mehr ins Herz schließen. Dort gab es einen Brunch und dann eine etwas längere Fahrt in einer Moto-Remorque durch die Landschaft zu La Plantation. Das ist eine nachhaltige Pfeffer- und Gewürzplantage, die sich außerdem für die Bildung der Kinder in der ländlichen Umgebung einsetzt, indem sie Englischlehrer für die Wochenenden und Lehrkräfte und -materialien für die Dorfschulen finanziert. Dort konnten wir an einem Kochkurs teilnehmen und lernten, wie man Currypaste und Kokosmilch selbst macht und damit Amok, grünes Curry und grünen Mangosalat zaubert.
Danach gab es eine Führung über die Plantage mit anschließender Verkostung der verschiedenen Pfeffersorten und Gewürzsalze. Dabei lernten wir viel über den Anbau und wie die verschiedenen Farben des Pfeffers zustande kommen.
Nach dem Shopping im zugehörigen Store fuhren wir zurück in die Stadt und ließen den Abend in einem Café und mit einem kleinen Bummel über den Night-Market ausklingen.
Morgen wollen wir vermutlich ein bisschen mit den Kajaks des Hotels den Fluss erkunden. Wir melden uns diesmal früher zurück, versprochen.
