Von PINs und PUKs
TAG 2: Eigentlich war Dole heute unser Ziel. Das wären von Wiesloch aus knapp 430 Kilometer gewesen. Wir haben es nur 339 Kilometer weit bis Vesoul geschafft – und das hatte...


Veröffentlicht: 18.03.2025











TAG 3: Wir haben in Vesoul auf einem öffentlichen Parkplatz übernachtet – und überraschend ruhig geschlafen. Um 10 Uhr ging’s los. Wir hatten uns vorgenommen, die 80 Kilometer, die wir gestern nicht mehr geschafft haben, heute dranzuhängen und es bis Clermont-Ferrand zu schaffen, unser planmäßiges Zwischenziel.
Schon mal vorab: Wir haben es nicht geschafft, unser Minus aber immerhin auf 57 Kilometer geschrumpft. Eigentlich spielt das ja gar keine Rolle, aber irgendwie doch, weil die Übernachtungsplätze vorher ja geplant wurden und jetzt diesbezüglich improvisiert werden muss. Aber alles gut, das schaffen wir.
Was nicht so gut ist, das sind die Franzosen mit ihrer Verkehrsführung. Wir wurden in den letzten Jahren in Frankreich immer mindestens einmal geblitzt. Das letzte Mal kam ein Strafzettel über knapp 60 Euro – wir waren 1 Kilometer zu schnell. Einen Kilometer! Unsere Nachbarn machen mit ihren Blitzern richtig Geld – auch, weil ihre Schilder mit der Geschwindigkeitsbegrenzung oft total verwirrend sind. Sogar für das Navy. Wir sind heute auf unseren 350 Kilometern mindestens an zehn dieser Höllenmaschinen vorbei gekommen – und das waren nur die, die wir gesehen haben.
Dabei hätten wir uns gerne auf die wunderschöne Landschaft konzentriert, die sich unter blauem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein vor uns ausgebreitet hat. Unendliche Wiesen in einem dunklen, saftigen Grün, das es bei uns zu Hause in der Uckermark nicht gibt – und wir haben wirklich auch richtig kräftig grüne Wiesen! In Bayern sind die Wiesen natürlich noch grüner, aber das darf ich als zugezogener Brandenburger nicht laut sagen …
Icke jedenfalls war begeistert von der Landschaft und den vielen Tieren, die es zu sehen gab. Vor allem die Kühe hatten es ihr angetan, die sogar in den Gärten vor den Häusern munter vor sich hinkauten. Auf den letzten Metern unserer Etappe fiel es meinem Schatz ein, dass sie noch gar kein Foto von den Rindviechern gemacht hatte. Sie zückte ihr Handy und kam gerade noch zum Schuss. Gerade eben hat sie mir ihre Fotos geschickt. Ich habe nach Kühen gesucht, aber nur Esel gefunden …
Wir stehen jetzt in Vichy auf einem offiziellen Stellplatz. Zuvor hatten wir für zwei Stunden im Zentrum geparkt. Wir schlenderten durch die Innenstadt, die 26.000 Einwohner zählt und ein kleines Juwel ist, gerade für Icke. Wir haben entlang der Aller einen wunderschönen Park entdeckt, in dem unzählige uralte Riesenbäume aus allen Herren Länder ihr Zuhause gefunden haben. Ja, ok, zugegeben: Frankreich hat auch schöne Seiten.
