Melbourne – in den Docklands
Einst ein Vorzeigeprojekt, was die Architektur und das kulturelle Angebot angeht, haben wir den Eindruck, dass das Gelände heute eher etwas „verkommen“ wirkt. Glasummantelte...


Veröffentlicht: 17.12.2024






Sonntagmorgen geht’s los. Zum Flughafen in Melbourne gelangen wir wieder mit dem Sky-Bus – perfekte Einrichtung.
Eingecheckt hatten wir schon online, die Kofferabgabe klappt auch hier ohne zusätzliches Personal. Man druckt den Koffertag und den Boarding-Pass selbst aus.
Wir fliegen diesmal mit der Fluggesellschaft „JetStar“, der Preis war entscheidend. Jetstar ist ein Billigflieder unter den Flügeln von Qantas.
Wir hatten schon beim Einchecken erfahren, dass es kein kostenloses Essen geben würde. Wir hätten im Vorhinein einen Snack buchen können für 15 AUS$. Das hatten wir aber verpasst, weil das nur bis zu einer gewissen Zeit vor Abflug gebucht werden musste.
Unsere Entscheidung fiel dann für ein Sandwich, das wir uns bei Woolworth im Bahnhof kaufen werden. Das kostete nur die Hälfte und wir wussten, dass dieses Sandwich auch schmeckt.
Boarding erfolgt und wir sitzen auf unseren Sitzen. So nach und nach füllte sich der Flieger und wir stellten fest, dass um uns herum eine Fülle von Kindern platziert wurden. Eigentlich werden Kinder mit Eltern im vorderen Bereich des Fliegers alle zusammen untergebracht, aber diesmal alle im hinteren Bereich, wo die beiden aus Köln sitzen …
Mit den Kindern sind aber nicht nur Kleinkinder gemeint. Wir haben doch tatsächlich noch mindestens zwei Helikopter-Mütter im unmittelbaren Bereich sitzen, die ständig bemüht sind danach zu schauen, ob es den Kindern, die dann so zwischen 16 und 20 Jahren alt sind, auch gut geht … Unglaublich … und die Kids nervt es auch einigermaßen …
Die Organisation in Bezug auf Essen und Getränke war echt verheerend. Zuerst wurden die Sachen „ausgeliefert“, die bestellt wurden. Hierzu hatte die Crew handgeschriebene Listen, in denen vermerkt war, auf welchem Platz welches Essen zu liefern war. Danach wurden Getränke ausgegeben. Außer Wasser, gab es nichts kostenlos. Alles andere musste bezahlt werden, ein Becher Kaffee z.B. für 3 Euro. Mit Karte natürlich, was dann auch noch aufhielt. Und immer wieder überlegten sich die Passagiere neu, ob sie nicht doch noch etwas zu knabbern, zu trinken oder zu essen bestellen wollen. Auch das hielt auf.
Einen Becher Wasser bekam man nicht mehr angeboten. Man musste danach fragen. Wir hatten unsere Flaschen im Flughafen aufgefüllt und konnte so also trinken, wann immer wir wollten.
Auch das Flight-Entertainment, was man bei allen anderen Airlines, so sie denn überhaupt so etwas anbieten, kostenlos erhält, musste hier gekauft werden. Ein Abo für Movie und Musik kostete 15 AUS$, wenn kein Abo so kostete ein Film oder eine CD je 6 AUS$. Auch eine ganz neue Erfahrung.
Wir hatten weder noch und so keinerlei Ablenkung (wobei das Angebot an Filmen nicht so groß und interessant war) und die eigene Playlist auf dem Handy herhalten musste.
Aber die 8 Stunden Flugzeit gingen dann auch vorbei und wir landeten in Phuket. Die Entfernung betrug knapp 8 000 Kilometer, wobei der Überflug über Australien schon 3 000 km betrug. Einmal quer darüber. Laut Karte fliegen wir auch über den Ayers Rock, aber die Wolken hatten einen Blick darauf verhindert.
Überhaupt ist der Flieger sehr hoch geflogen. Wir waren fast ausschließlich auf über 13 000 Meter … bisher waren die Flüge maximal 11 oder 12 000 km hoch unterwegs. Und draußen herrschten so um die 60 Grad Minus. Man will nicht daran denken, wenn man jetzt vor die Tür müsste …
Am Flughafen angekommen war wieder mal Passkontrolle notwendig. Und wieder Fingerandrücke aller 10 Teile. Bislang haben nur die USA unsere Fingerandrücke erhalten. Jetzt also auch Thailand. So viele Finger hat ja noch nicht einmal Deutschland von mir. Ich glaube, da habe ich bislang nur die Daumen abgeliefert … Dafür haben wir einen bunten Stempel in den Pass erhalten – is ja auch nicht schlecht.
Es ist inzwischen halb neun am Abend. An der „frischen“ Luft, bei 28 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit brauchen wir jetzt noch ein Taxi, das uns in die nahe gelegene Unterkunft bringt. Wir sind überrascht, dass man hier nicht automatisch mit einer Kreditkarte bezahlen kann. Bargeld hatten wir schon seit Wochen nicht mehr, eigentlich seit Reiseantritt … Und wir wollten jetzt hier in Thailand für die zwei Tage nicht noch Geld tauschen, um am Ende noch Geld übrig zu haben, mit dem man grundsätzlich nichts mehr anfangen kann.
Es hat einige Gespräche und Zeit gebraucht, bis man einen Weg gefunden hatte, wie wir mit unserer Kreditkarte den Festbetrag für die Fahrt bezahlen konnten.
Jetzt also ins Hotel und dann schlafen.
