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Zuletzt in Tirana

23. - 27.09. 2017 #Tirana

Veröffentlicht: 05.10.2017


Ich komme in Tirana an und das Erste was auffällt ist, dass die Stadt weder einen Hauptbahnhof noch einen ZOB hat. Das heißt für mich erstmal, dass ich keine Ahnung habe wo genau ich eigentlich ankomme.

Hinterher habe ich jedoch Glück, ich laufe nur eine halbe Stunde zum Airbnb.

Das Apartment liegt etwas versteckt, aber ruhig. Es ist erst seit zwei Wochen eröffnet, wurde davor komplett renoviert. Die Wohnung ist geräumig, alles schick und brandneu. Sofort freue ich mich auf die große Dusche, in der ich dann nach einem Monat auch mal wieder ohne Flipflops duschen kann!

Als ich dann endlich abends duschen will, kommt plötzlich kein Wasser mehr aus der Leitung. Vom Vermieter erfahre ich, dass der Bürgermeister den Notstand ausgerufen hat und deswegen das Wasser rationiert wird. Demnach soll zwischen 15 und 18 Uhr und nach 22 Uhr kein Wasser mehr fließen - tatsächlich scheint mir die Abstellung viel willkürlicher, andauernd kommt kein Wasser und häufig nur mit schwachem Druck. Zwei Tage später fließt das Wasser endlich gut, ich will duschen, das Wasser ist eiskalt. Der Vermieter hat wohl vergessen den Boiler anzumachen. Am letzten Tag freue ich mich dann endlich sehnlich auf eine morgendliche Dusche bevor ich das Airbnb verlassen muss, doch auch jetzt ist das Wasser eisig. Ich habe also das letzte Mal in Ulcinj am ersten Tag duschen können. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr ich mich auf die verramschte, dreckige Hosteldusche in Athen gefreut habe!

Dazu kommt, dass in der zweiten Nacht für mehrere Stunden der Strom abgestellt wurde. Auch das kommt wohl häufiger vor. Es klingt zwar klischeehaft: aber Tirana hat mir gezeigt, wie gut wir es haben, einfach immer den Wasserhahn aufzudrehen und den Lichtschalter drücken zu können! War schon ein komisches Gefühl mitten in der Nacht ohne Strom und Wasser zu sein. Und das, obwohl Tirana sonst kaum rückständig wirkt.


Überall wird gebaut! 

Sonst ist Tirana toll - es erinnert mich an Belgrad. Überall gibt es tolle Cafés und Restaurant, das Essen ist gut und günstig und alle sind sehr gastfreundlich. Besonders bei gutem Wetter gefällt es mir, durch die ganzen kleinen Straßen zu bummeln. Es gibt deutlich weniger Geschäftsketten als in Westeuropa, stattdessen gibt es für jeden Bedarf kleine Geschäftchen und Stände. Die Stadt ist unterhaltsam, mal läuft gerne umher und kann überall etwas Neues entdecken.

An meinem zweiten Tag hier fahre ich der Berg Dajti mit einer Gondel hoch um einen wahnsinnig tollen Ausblick über die Stadt zu genießen.



Der Skanderbeg Platz liegt zentral im Herzen Tiranas. Hier liegt das Nationalmuseum und auch die ältestes Moschee der Stadt. 





Außerdem gehe ich im Restaurant Oda essen, dass mir schon mehrfach empfohlen wurde. Das Lokal wirkt zwar touristisch, aber die Bedienung ist total nett und das Essen ist Spitze! 




Was mich nach all der Balkanküche der letzten Wochen wirklich überrascht, ist wie einfach es hier ist Gemüse zu bestellen. Spätestens ab Budapest ist Fleisch eindeutig mein Hauptnahrungsmittel, teilweise auch aus Mangel an Alternativen. In Belgrad haben sie die Vegetarier im Hostel nur ausgelacht, in Montenegro bekommt man Kartoffeln zum Fleisch, wenn man Gemüse als Beilage bestellt hat. Aber hier in Albanien gibt es die besten gefüllten Paprika und Auberginen! Endlich mal wieder gesund essen!


Am nächsten Tag wache ich leider mit ein konstant laufenden Nase und Kopfschmerzen auf - und weil es auch noch regnet verlasse ich die nächsten zwei Tage kaum das Haus. An Tag 4 ist dann leider auch schon meine Abreise, aber zum Glück so spät dass ich noch bemerkenswert viel von der Stadt entdecken kann. Dazu gehört auch ein Museum "Bunk'Art", das in einem ehemaligen Nuklearbunker eröffnet worden ist. Leider kann ich nur den Teil des Museums besuchen, der sich im Stadtzentrum befindet. Hier geht es um die kommunistische Vergangenheit Albaniens, die erst 1990 beendet wurde.




Anschließend freue ich mich auf meine 14 Stündige Busfahrt nach Griechenland - Hurra! 

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Antworten (1)

Renate
Liebe Helen, geht es Dir wieder gut? Du erlebst ja schon einiges. Ich freue mich, dass ich die Berichte lesen kann und fühle mich mit Dir verbunden. Deine Oma

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