Long Beach (WAS) & Mount St. Helens (OR)
Mittwoch 20.06. Lake Quinault – Mount St. Helens – Kelso (332 Meilen) Die Sonne scheint! Wahnsinn! Um 8.30h sitzen wir im Auto und fahren von Amanda Park Richtung Küste. Die...


Veröffentlicht: 22.08.2019


















Donnerstag 21.06. Kelso (WAS) – Yale Lake – Woodland
Das Frühstück im Best Western Hotel Kelso (WAS) ist genial. Wir essen English Muffins mit Ei und Joghurt. Gut gerüstet rollen wir erst einmal von Kelso nach Woodland (südlich), dort auf die Landstraße nach Osten, um südlich am Mount St. Helens lang zu fahren und später dann an der östlichen Flanke wieder nach Norden zu fahren. Hier an dieser Ostseite gibt es einen Weg zu einem Aussichtspunkt „Windy Ridge“ auf den Spirit Lake, der heute – 30 Jahre nach dem Ausbruch – noch immer voller, tausender Baumstämme ist und von wo man einen guten Blick in den Krater hat, weil man hier wohl recht hoch ist. Fotos, die ich gesehen habe, sahen beeindruckend aus.
Zunächst wollen wir aber zu den Ape Caves, Höhlen, die auf dem Weg nach Osten liegen. Diese 3 km lange Lava-Röhre entstand, als geschmolzenes Gestein abkühlte und an der Oberfläche verhärtete, während darunter noch Lava floss und einen Kanal hinterließ. Hier leben – trotz des Namens – keine Affen, sondern Fledermäuse. Wir wissen, dass man 2 Lampen pro Person mitbringen soll und dass man sie am Visitor Center für 4 Dollar leihen kann.
Es war schon in der Vorbereitung dieser Reise extrem schwierig, einen halbwegs tauglichen Reiseführer zu finden. So sind die Angaben in unseren Unterlagen offenbar lange überholt. Anstelle eines Visitor Centers gibt es eine geschlossene Bude und keine Erklärungen, geschweige denn eine Ausleihe für Lampen. Wir gucke folglich buchstäblich in die Röhre. Denn der Eingang zu den Ape Caves ist dann auch schon das Ende unseres Vorhabens.
Es ist stockfinster, es gibt keinen wirklichen Weg und keine Lampen. Also ohne Lampen keine Caves.
So entscheiden wir uns für einen Wanderweg an der Erdoberfläche, den Ape Cave Trail. Der Weg führt durch einen traumschönen Wald mit sämtlichen Grüntönen (wir dachten, wir hätten schon alle gesehen…). Tannen haben frische grüne Blätter, Ahorn kleine smaragdgrüne Blättchen. Dann erreichen wir eine Lichtung, die in der Sonne liegt. Herrlich. Um uns herum ist jede Menge Lavagestein und auch viele abgebrannte Baumstämme. Ob die nun schon vom letzten Vulkanausbruch oder aber vom letzten Waldbrand herrühren, ist nicht zu sagen.
Der Boden ist vulkanisch und man sieht deutlich die erkalteten Lavaströme, die wie Querrillen im Waldboden liegen. Auf einer Lichtung türmt sich Gestein, im Hintergrund liegt „Die Helene“, also Mount St. Helens vor blauem Himmel. Wir haben bestimmt 25 Grad, keinen Wind und man kann sich mal der Fleece-Jacke entledigen. Wir laufen weiter durch den Wald. Wilde Erdbeeren, Blümchen und schöne Fauna geben nette Fotomotive. Nach einer guten Stunde sind wir wieder am Auto.
Ein kleines Stück weiter liegt der „Trail of two Forests“. Man läuft einen Rundweg auf einem hölzernen Steg durch einen Wald. Hier ist der Boden unter uns allerdings von großen baumrunden Löchern durchsetzt.
Entstanden sind diese nach einem Ausbruch von Mount St. Helens vor rund 2000 Jahren. Glühende Lava floss durch den Wald, die Bäume verbrannten oberhalb der Erdoberfläche und da die Lava um die unteren Bereiche der Baumstämme schneller erkaltete, als die Bäume verbrannten, hinterließen sie diese Löcher. Man läuft also durch einen lebenden Wald und hat unter sich einen nicht mehr vorhandenen Wald – einen Weg durch zwei Wälder.
Ein interessantes Stückchen Wald. Auch hier gibt es einen Lavatunnel, durch den man robben kann. Wir wollen ja aber noch weiter zur Windy Ridge und fahren weiter nach Osten.
Aber – zack – unser Plan löst sich gleich in Luft auf: Ein Schild sagt uns, daß die Landstraße 25, die wir fahren wollen, noch wg. Schnee gesperrt ist. Wir fahren zum 19 Meilen entfernten Visitor Center – vielleicht hat ja einer das Schild vergessen und es ist doch alles offen? Aber nein. Das Schild war richtig und unsere heutige Tour ist jetzt beendet und muß verändert werden. Windy Ridge, der beeindruckende Aussichtspunkt auf Krater und baumgefüllten See, entfällt. Man vermutet, daß vor Mitte/Ende Juli der Weg nicht geöffnet wird (tatsächlich wurde er erst am 13. Juli geöffnet). Es ist eben auch eine Straße, die auf 3.000-4.000 Fuß Höhe verläuft und der Winter war schneereich.
Wir fahren also zurück nach Westen und biegen bei Beaver Bay auf einen Campingplatz am Yale Lake ab. Dort sitzen wir über 2 Stunden im Gras, schauen auf den schönen See, die bewaldeten Hänge und genießen die Sonne!
Yale Lake/Washington
Um 16.30h fahren wir nach Woodland in unser Motel 6. Das Motel ist Standard, liegt aber unmittelbar an der Interstate 5. Wir nehmen ein Zimmer ganz weit hinten, aber der Hit ist es nicht. Der Preis von 59$ ist aber extrem gut. Woodland selbst ist erneut eine dieser seelenlosen Kleinstädte, ohne Ortskern, ohne Geschäfte, ohne Charme. Wir suchen nach etwas zu essen, gehen dann im Oak Tree Restaurant etwas essen und sind kurz nach 20 Uhr in unserem Hotel. Wir haben zwar nicht das gesehen, was wir wollten, hatten aber einen schönen Tag mit unerwarteter Entspannung.
