Oregon, Washington State & Vancouver Island
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Columbia River Gorge & Portland

Veröffentlicht: 22.08.2019

Donnerstag, 22.06. Woodland – Troutdale – Columbia River Gorge – Portland (203 Meilen)

Es gibt kein Frühstück in unserer Herberge, aber es hält uns auch nicht wirklich etwas hier und so sitzen wir um 8.30h im Auto und rollen nach Süden. Es sind schätzungsweise 15°C – wo bitte bleibt mal der Sommer??? Das ist ja noch nicht einmal eine Frühlingstemperatur! Der Himmel ist dick bewölkt. Wir kommen kurz vor dem Columbia River auf der nördlichen Seite in Washington noch in einen Ort Vancouver, wo wir ein nettes Café finden, indem man uns einen handgefilterten (!!!) Kaffee zaubert. 

Wir genießen selbigen und fahren weiter. Es fängt an zu regnen, als wir von Norden auf über den Columbia River und somit nach Oregon einfahren. Wir biegen planmäßig nach links (Osten) ab und machen einen zweistündigen Stopp in Troutdale, einem nicht ganz so tollen Outlet - aber irgendwas findet sich ja immer.

Es ist fast 14.00h als wir aus Troutdale abfahren, die ganze Zeit hoffend, dass sich der Himmel mal blau verfärbt, so etwas wie Sonne sichtbar wird, denn wir wollen zur Columbia River Gorge und da sollte man besser schönes Wetter haben. Aber das bleibt auch heute ein frommer Wunsch.

Über die Jahrtausende hat sich der Columbia River in das Vulkangestein des Basaltgesteins gefräst. Die letzte große Vertiefung des Flussbetts erfolgte während der letzten Eiszeit vor rund 13.000 Jahren. Anfang des 17. Jahrhunderts ereignete sich ein Erdrutsch, der zu einem Aufstauen des Flusses führte: der „Bonneville Slide“, Als der Fluss sich unterhalb der lockeren darüber liegenden Erde gewühlt hatte, war eine Art Brücke über den Columbia River entstanden. Leider fiel sie deinem späteren Vulkanausbruch zum Opfer. Die Native Americans haben dieser Natur-Brücke den Namen Bridge of the Gods gegeben. Die Brücke, die man 1926 einweihte bekam dann auch diesen Namen.

Die Gegend hier hat häufig Regen (!!), wodurch Wald und Wasserfälle prächtig gedeihen (und Touristen nie ohne Regenjacke hierher kommen sollten..).  Dadurch, dass hier unterschiedliche Höhenlagen sind, gibt es hier eine Vielzahl von Ökosystemen von Regenwald über Wildblumen bis zu Weinanbau - der allerdings eher auf der (südlichen) Seite des Flusses in Oregon gepflegt wird. 

Unsere Straße ist der Historic Columbia River Highway.  Er zählt zuden National Scenic Byways und ist im Jahr 2000 unter einen Schutzstatus gekommen, indem man ihn zum National Historic Landmark gemacht hat. Er führt uns immer wieder in dichten Wald und an beiden Seiten der schmalen Straße stehen große, bemooste Bäume und kleinere Begrenzungsmauern und –pfähle, die total zugewachsen sind. 


Es erinnert an den Hoh Rain Forest und sieht sehr mystisch aus. Wir halten an einem Aussichtspunkt, von wo aus man (bei besserem Wetter einen tollen) Blick über den tief unter uns liegenden Fluss und die Steilküste daneben hat, die über 1.200m über den Fluss ragt.



An einem weiteren Aussichtspunkt versuchen wir noch andere Fotos zu machen, von denen man hinterher vielleicht die eigentliche Schönheit dieser Region ableiten kann, aber es bringt nichts. Die Wolken hängen tief, alles ist grau und wir fahren weiter.

Wenngleich es auf vielen Reisen viele Wasserfälle gegeben hat und man ja nicht jeden gesehen haben muß, so halten wir nun doch an einem der 77 Wasserfälle, die hier an dieser vergleichsweise kurzen Strecke liegen. Der höchste aller Wasserfälle hier, sind die Multnomah Fälle, ein zweistöckiger, fast 200 m hoher Wasserfall. Wir machen Fotos und laufen auf die Brücke, die über den unteren Teil der Fälle führt. Die Bäume rund um uns sind wieder total bemoost. Es ist ein schöner Anblick diese Wasserfälle zu sehen, aber die Menge an Touristen ist auch schwer erträglich.






Multnomah Falls


Es ist fast 16.00h als wir hier weiterfahren, nach Hood River, wo man auf dem Columbia River surfen kann. Nun ist das Wetter zwischenzeitlich so herbstlich, daß wir keinen sehen, der im oder am Fluß mit einem Surfbrett rumtobt. Wir sind nach 20 min mit einem Kaffee in der Hand wieder unterwegs und biegen nun nach Süden ab auf einen der weiteren Scenic Byways, den sogenannten Fruit Loop.


Nun sind wir allerdings wohl einerseits zu früh im Jahr, andererseits auch zu spät dran. Das bedingt, dass die Obstbauern an ihren Ständen noch gar nicht stehen, manche, die offen haben, aber nur Äpfel und ein paar schrumpelige Erdbeeren haben. Die vielen Wineries haben fast alle zu. In der einen, die wir ansteuern, gibt es nur Birnenwein. Na Mahlzeit. Kellereien haben ja häufig schön sortierte kleine Shops. Hier nicht. Dafür ist die Birnenwein-Kellerei ein schönes weißes Haus mit einem netten Garten. Aber unser Aufenthalt beschränkt sich nur auf ein paar Fotos der Umgebung und wir verkosten nichts. Wir erblicken im grauen Himmel den Mount Hood mit seiner Schneemütze – würde sicher mit Sonne und blauem Himmel schön aussehen.4


Während wir dann weiterfahren und immer höher kommen, fängt es an zu schütten. Wir sind nun rund 1.400m hoch und wir fahren immer noch durch Wald, Wald, Wald und durch sehr tief hängende Wolken. Wir passieren mal wieder Orte, die sicher von Deutschen gegründet wurden, die heißen dann Welches oder Wemme oder Rhododendron und auch die Straßennamen wie Hoffstadtroad zeugen von deutschen Siedlern.

Irgendwo steht nach zig Meilen in der Natur und unter erbärmlichen Wetterbedingungen ein großer Safeway dort, wo die Zivilisation sich wieder breit gemacht hat. Wir decken uns sicherheitshalber mit Obst, Gemüse und Joghurt ein. Vor zwei Tagen habe ich in einem Safeway eine Kundenkarte geholt und so spare ich heute über 14 $ ggü. den normalen Preisen. Besonders gut ist, dass wir beide endlich einen faltbaren Campingstuhl ergattern, der zum „Club-Price“ nur noch 7,99 $ kostet.

Wir schmeißen alles im Schnellverfahren ins Auto und retten uns halb nass in selbiges. Es schüttet und schüttet, die Scheibenwischer laufen auf höchster Stufe. Es ist jetzt echt eine super ätzende Fahrt.


Gegen 20.30h haben wir in Portland unsere kleine Econo Lodge gefunden. Was für ein Tag, was für ein Wetter! Wir sind nur 200 Meilen gefahren aber waren 12 Stunden unterwegs und haben echt keinen Sonnenstrahl gesehen. Das Mistwetter ist echt übel und einem Laden sagte man uns noch, daß wir hier jetzt im Frühjahr sind, der Sommer erst im Juli/August stattfindet. Ja, toll.


Ausblick von unserer Econo Lodge in Portland

Wir richten uns in unserem Zimmer ein, es gibt einen Kühlschrank für die Einkäufe und wir liegen nur 15min Fußweg vom Pioneer Square weg. Die Econo Lodge war das günstigest Hotel/Motel, das in Downtown lag und einen bezahlbaren Parkplatz bot. Das Hotel hat gerade mal 19 Zimmer und duckt sich unterhalb von Hochhäusern um einen kleinen Parkplatz. Das Zimmer ist OK, die Frau an der Rezeption super-nett.

Dank der guten Erklärungen der Frau an der Rezeption laufen wir nur zwei kleine Blocks und steigen an der 6th Avenue in die kostenlose Stadtbahn und fahren zum Pioneer Square. Das Wetter ist (noch) nicht dazu angetan, zu Fuß zu laufen, wenngleich wir nach dem langen Tag im Auto das gerne täten.

Es ist nun mittlerweile dunkel, also bleibt der erste Eindruck von Portland etwas unklar. Wir finden ein urig-nettes Restaurant, fallen ziemlich groggy in die Sitzbank und brauchen erstmal ein Bier, um runterzudampfen. Auch hier werden wieder jede Menge Biersorten aus den lokalen Micro-Brauereien angeboten und wir werden geschmacklich richtig beraten. Dazu gibt es dann ein Abendessen, das heute als Frühstück/Mittag/Abendessen dient, denn wir haben den ganzen Tag noch nichts gehabt. 

Nach der ungewohnten Nahrungsaufnahme steht ein Spaziergang an und wir laufen bergan zurück ins Hotel, wo wir gegen 23.00h dann ins Bett fallen. Die Zeitverschiebung haben wir wohl verdaut!




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