Columbia River Gorge & Portland
Donnerstag, 22.06. Woodland – Troutdale – Columbia River Gorge – Portland (203 Meilen) Es gibt kein Frühstück in unserer Herberge, aber es hält uns auch nicht wirklich etwas...


Veröffentlicht: 22.08.2019
Samstag, 23.06. Portland (0 Meilen)
Es regnet! Nein, es schüttet als wir um kurz vor halb neun aufstehen. Unglaublich: Es hat die ganze Nacht geregnet! Wir holen uns das Frühstück aufs Zimmer, der Kaffee bekommt auf dem Weg quer über den Parkplatz etwas Regenwasser ab. Um kurz vor 10 haben wir die Überlegung begraben, durch eine Fahrt in die Umgebung irgendwo besseres Wetter zu finden. Wir haben sämtliche Internet-Seiten mit Wetterberichten angeklickt, den Weather Channel im Fernsehen hypnotisiert – aber wir müßten wohl schon nach Hawaii fahren.
Mit der üblichen Ausrüstung Fleece- und Regenjacke, was wir nun schon seit einer Woche tragen, stiefeln wir los, nehmen wieder die kostenlose Straßenbahn zum Pioneer Square und retten uns erstmal zu Macy’s, wo ich eine neue Reisetasche kaufe, die sich klein falten läßt und als Tages-Tasche dient, damit ich nicht die große Tasche mit sämtlichem Gepäck täglich aus dem Auto holen muß. Das System hat sich bewährt, nur meine kleine Tages-Tasche ist langsam fast kaputt und ich brauche eine neue.
Wir bummeln durch das Einkaufszentrum am Pioneer Square und wären ins Kino gegangen, wenn der Film nicht erst um 13.20h liefe. Also springen wir von Laden zu Laden, ohne etwas zu kaufen und erleben wie um 12 Uhr mittags der Himmel aufreißt und wir nach gefühlten tausend Stunden erstmalig Sonnenschein spüren.
Das gibt Mut, sich auch etwas von Geschäften zu entfernen und so schlagen wir den Weg runter zum Willamette River ein und laufen am Flußufer zum Saturday Market.
Der Willamette River ist von etlichen Brücken gequert, tw. sind es Hubbrücken oder Zugbrücken.
Der Saturday Market hat auch Sonntag auf, aber heute sind wir ja noch am „Saturday“ und es ist einiges los. Es sind eher Kunstgewerbe-Stände, viele Freßbuden und Bierstände – es riecht überall sehr verlockend und die Leute stehen und sitzen dort und futtern. Ich finde einen Sattler, der mir kostenlos vier weitere Löcher in meinen Gürtel macht und siehe da: Die Hose rutscht nicht mehr!
Wir kommen an der alten Oyster Bar vorbei, die in fünfter Generation von der Familie Wachsmuth geführt wird.
Auf der nächsten Ecke predigt einer christliche Werte wie in Speaker’s Corner und gegenüber stehen locker 60-70 Leute nach Donuts an, deren „Geheimnis im Loch“ liegt. Na dann!
Wir sparen uns das Anstehen, die Kalorien und das Loch und laufen weiter durch das historical quarter. Hier stehen alte Lagerhäuser und Häuser mit recht schönen Fassaden. Kurz darauf sind wir im Pearl District, der erst einmal ziemlich tot wirkt, ebenso Chinatown, wo nur 10 Chinarestaurants waren, aber nicht das ansonsten übliche Gewühl und die Ansammlung von skurrilen Läden – gar nichts dergleichen.
Wir nehmen irgendwo die Straßenbahn und fahren eine Schleife von 20min die uns nach Nob Hill führt. Es gibt überall in Portland reichlich viele Durchgeknallte und auch Obdachlose, Bettler, Spinner und Leute am Rand der Gesellschaft.
Die hat man dann auch gern mal in der Straßenbahn…Lustig wird es aber wirklich, als etwa 10 junge Leute in die Bahn springen, die mit Schildern am Hemd als Team eines City Hunts erkennbar sind. Es ist eine Schnitzeljagd und die Mädels sagen uns, sie seien aus der Gegend von San Fancisco und müßten jetzt 13 Punkte in Portland abklappern, in maximal 5 Stunden. Die schnellste Gruppe gewinnt. Alle haben mords-Spaß und sind witzig kostümiert. 600 solcher Teams sind heute zu dieser Scavanger Hunt in Portland unterwegs – aus den ganzen USA!
Wir steigen etwas ausgeruht im Perl District wieder aus und während G. in einem Schuhladen stöbert, geht draußen die Welt unter. Selbst meinen Rucksack muss ich nun mit dem dazugehörigen Regencape schützen. Wir laufen zur Dechute-Brauerei, als der Regen nur noch Regen ist und keine Sintflut mehr.
Dechute Brauerei
Wir sind jetzt im Brauerei-Viertel und kriegen in der Dechute-Brauerei nach 25min Wartezeit einen Tisch. Es ist 15.30h und wir hatten bis zu diesem Wolkenbruch immerhin rund 3 Stunden keinen Regen!
Und während wir lecker essen, klärt sich draußen das Wetter weiter und wir haben fast klaren Himmel, als wir nach 17.00h auf die Straße kommen. Wir laufen an etlichen der für Portland so typischen Food Stalls entlang und erreichen wieder den Pioneer Square.
Bei Tiffany’s werde wir erst komisch vom Sicherheitsmann beäugt, aber reingelassen. Ich finde eine schöne Silberkette, G. ebenfalls und wir sind kurz vor 18.30h die letzten Kunden, die durch die Sicherheitsschleuse auf die Straße entlassen werden. Bevor wir ins Kino gehen, holen wir uns einen Kaffee, der extrem mies schmeckt und halb getrunken im Müll landet.
Snowhite and the Huntsman ist der Film des Abends. Viele special effects und gute Unterhaltung.
Am Pioneer Square
Um 22.00h erwischen wir die Straßenbahn in unsere Richtung und sind kurz danach im Hotel. Wir köpfen eine Flasche Wein, die ich gestern bei Safeway gekauft habe: Ein Syrah aus dem Columbia Valley! Starkes Aroma – also irgendwann müssen die hier Sonnenschein haben…
