Einen Eimer Wasser bitte
Tag #72 Samstag, der 11.07. Von Trogir bis Vrana Land: Kroatien Obwohl ich recht strukturiert vorgehe und das Frühstück zur Hälfte beim einpacken esse, dauert e


Veröffentlicht: 16.07.2026




















Tag #73
Sonntag, der 12.07.
Von Vrana bis Ruka (Sveti Rok)
Land: Kroatien
Was hat das letzte Nacht gescheppert.
Das war ein ordentliches Gewitter mit unfassbar lautem Donner und viel Regen prasselte auf mein Zelt herab.
Am Morgen hat es zum Glück aufgehört, sodass ich alles entspannt zusammen packen und frühstücken kann.
Der Reifen fühlt sich gut an und ist noch prall gefüllt.
Nur noch das letzte Bar reinpressen, dafür hatte ich gestern keine Muße mehr.
Erstaunlich, wie viele Zikaden hier unterwegs sind.
Zu hören sind sie sowieso immer extrem viel, zwischen den Tannennadeln sehe ich auch welche und überall liegen die Hüllenreste herum.
Nach den üblichen zwei Stunden plus geht's los, heute ist viel klettern angesagt.
Und das bei Gegenwind, der mir ins Gesicht pustet.
Wobei sich der Wind später noch als Vorteil herausstellen wird.
Erstmal geht die Route über einen steinigen Weg, der sich leicht hätte vermeiden lassen.
Auch wenn die eigentliche Straße, auf der ich später wieder lande, vielleicht einen Umweg bedeutet hätte, schneller wäre es über die Route bestimmt gewesen.
So teste ich auf jeden Fall, ob der Reifen auch wirklich hält.
Tut er.
Über eine mäßig befahrene Landstraße geht es nach Obrovac, wo ich glücklicherweise einen Supermarkt finde, der auch sonntags geöffnet hat.
Zumindest bin ich rechtzeitig vor Ort, damit ich mich noch mit Lebensmitteln eindecken kann, die bis Morgen mittag reichen werden.
Immer nach dem Prinzip, Gelegenheiten nutzen und haben ist besser als brauchen.
Lieber etwas mehr Gewicht, als Hunger.
Meine Route überarbeite ich auch nochmal und mit der Kategorie Rennrad, was gleichbedeutend ist mit asphaltierten Straßen, ist die Strecke bis Tolmin überschaubar und in der verbleibenden Zeit gut machbar.
Unter Umständen sogar ausreichend, um noch einen Pausentag einzulegen.
Zwar habe ich direkt ein paar unvermeidbare Höhenmeter vor mir, die ein bisschen Sorge bereiten, dennoch muss ein kleiner Umweg noch drin sein.
Jetzt weiß ich ja, dass ich es mit erlauben kann.
In der Nähe ist ein Canyon der bereits als Kulisse für einen Film aus meiner Kindheit gedient hat.
Also damals habe ich den Film gesehen, der bereits wesentlich älter ist.
Wer will, kann ja gerne zuerst bei den Fotos raten, ob er drauf kommt.
Die Aussicht ist großartig und der Blick auf den Fluss in der Schlucht einmalig.
Fast könnte man ein wenig neidisch werden auf die beiden Menschen, die dort unten im türkisblauen Wasser schwimmen.
Fehlt nur noch, dass Winnetou und Old Shatterhand mit einem Kanu um die Ecke kommt.
Immerhin gab's auf dem letzten Campingplatz sogar ein Indianerdorf mit Tipis und Marterpfahl.
Für mich geht es jedoch in die Höhe. Alles wie gehabt, slow and steady.
Und meine jetzige Fahrtrichtung hat den netten Nebeneffekt, dass mich der Wind ein wenig anschiebt.
So habe ich wenigstens nur eine Herausforderung, der ich mich stellen muss.
Und auch die Hürde ist mit einer ausgiebigen Pause irgendwann überwunden und nach einer netten Abfahrt geht es schwungvoll durch eine geschwungene Landschaft mit viel Landwirtschaft.
Und überall stehen Häuser.
In unterschiedlichen Stadien und ein verlassenes Haus schaue ich kir genauer an, doch ist es zu vermüllt und zugewuchert, als das ich dort einen Platz für die Nacht finden könnte.
Und auch sonst sehe ich keine annehmbaren Optionen, also erst nochmal Pause machen und essen.
Dabei checke ich meine Optionen.
Im Inland gibt es weniger Campingplätze und keinen in erreichbarer Nähe und die
Unterkünfte sind mir zu teuer.
iOverlander ist die Lösung, da es ein kurzes Stück zurück einen Spot an einem See geben soll, den ich mir anschauen will.
Ein Camper steht bereits dort und der Blick auf das Nummernschild verrät, wer aus dem Erzgebirge kommt, ist selbst nur zu Besuch.
Dem älteren Pärchen sage ich kurz Hallo, bevor ich die Hängematte zwischen zwei Bäume spanne.
Dann gibt's ein schnelles Bad im See, den Schweiß des Tages abwaschen.
In der Zwischenzeit kommt ein weiterer Camper an. Eine junge Familie aus dem Harz.
Und so toll die App auch ist, das ist dann ein Kritikpunkt daran, dass ein Platz natürlich auch überlaufen werden kann.
Doch Platz ist hier ausreichend und die Stelle am See, es gibt einen weitläufigen Kiesstrand unter den Bäumen, im letzten Licht des Tages sehr idyllisch
Eine Laterne spendet ausreichend Licht, sodass ich noch entspannt mein Abendessen kochen kann, während ich lange mit Jenni telefoniere.
Es zieht sich alles, bis meine Sachen aufgeräumt sind, dann kann ich mich endlich entspannt in die Hängematte schwingen und einschlafen.
Song des Tages:
Cari Cari - Mapache
