Flucht in die Berge
Tag #63 Donnerstag, der 02.07. Von Podgorica bis Kolašin Land: Montenegro Es bleibt dabei, mich treibt es raus aus dieser Stadt und ich bin froh darüber, dass e


Veröffentlicht: 06.07.2026



















Tag #64
Freitag, der 03.07.
Von Kolašin bis Žabljak
Land: Montenegro
Leichter Regen weckt mich am Morgen und ich erledige im Zelt, was im Zelt erledigt werden kann.
Dann hört es zum Glück auch schon auf, sodass der weitere Abbau etwas entspannter ist.
Frühstück gibt's im Anschluss und die Abfahrt verzögert sich halt etwas.
Es ist ein Skigebiet in dem ich mich befinde und auch sonst ist es viel vom Tourismus geprägt. Etwas irritiert bin ich dann doch wegen eines Golfplatzes.
Also das es eine ausreichend ebene Fläche gibt, denn alles ist hügelig und ringsherum erheben sich die Berge.
Auf welche ich zusteuer und mich frage, wo es weitergehen soll, wenn es links, rechts und vor mir steil in die Höhe geht.
Die Antwort ist eine heftige Steigung über viele Serpentinen mit grobem Schotter.
Auf "Neusprech" heißt es heute Gravel.
Munter benutze ich regelmäßig meine Klingel, auf eine weitere Begegnung mit einem Bären kann ich verzichten und die Wälder sehen mir zu sehr danach aus, als das sich hier der ein oder andere herum treiben könnte.
Der Himmel ist bedeckt, was die Temperaturen angenehm bleiben lässt.
Und je höher ich komme, um so kälter wird es, sodass ich mir bald meine Mütze raus hole und in den immer wieder notwendigen Stopps meinen Windbreaker anziehe.
Dann ist es soweit, ich befinde mich auf dem Hochplateau und gönne mir eine ordentliche Pause.
Die Gegend ist beeindruckend. Geschwungene Hügel in einer Felslandschaft und es gibt alte Holzhütten, deren Reste hier noch stehen.
Während ich noch gemütlich essen, kommt ein französisches Bikepackerpärchen vorbei, das ebenfalls Richtung Norden unterwegs ist und wir unterhalten uns kurz, bevor die beiden ihre Fahrt fortsetzen.
Bei mir geht's auch irgendwann weiter durch die unbeschreibliche Felsenlandschaft. Durchsetzt von grünen Wiesen.
Als ich an einer Siedlung, wenn man man drei Häuser so nennen kann, mit einer Schafherde vorbei komme, bin ich froh darüber, dass die Hirtenhunde angeleint sind.
Die wirken nämlich recht bestimmt.
Das französische Pärchen sehe ich kurz vor mir und als ich einen Abstecher zu einer orthodoxen Kirche mache, rechne ich damit die beiden zu treffen.
Überraschend, es ist ein niederländisches Pärchen, die von Utrecht auf dem Weg in die Türkei sind und man unterhält sich kurz.
Zum Glück, denn in genau dieser Zeit kommt eine Kolonne an Jeeps über die Piste gefahren, denen ich sonst hätte ausweichen müssen.
Was wahrscheinlich nur durch stehen bleiben funktioniert hätte, denn es sind bestimmt an die 30 oder 40 Wagen und die Straße ist sehr schmal.
Bei der Abfahrt treffe ich dann einen Ukrainer, der sich grade hoch kämpft und froh über die Pause ist.
Kurz danach trifft dann auch sein Freund bei uns an.
Und während wir uns noch unterhalten, kommt eine deutsche Bikepackerin den Berg hoch.
Es ist eine nette Runde und es werden Erfahrungen ausgetauscht.
Wobei der Inhalt doch oft ähnlich ist, woher, wohin, wie lange sind die Standardfragen.
Mach einen Tipp erhält man schon mal, oder kann auch eigenes wissen weitergeben.
So wie die Warnung vor der Etappe hinter Mostar, die mir der Typ aus Georgia gestern mitgegeben hat, die teile ich später noch mit dem französischen Pärchen, das ich bei deren Pause erneut treffe.
Der TransDinarica ist so konzipiert, dass er von Nord nach Süd gefahren wird.
Andersherum, so wie wir es machen, ist es eine deutlich größere Herausforderung. Weswegen ich auch immer noch damit hadere, ob ich meine Strecke ab Mostar anpassen will.
Beim achten Bikepacker habe ich dann nur noch gegrüßt, irgendwann muss ich auch mal dafür sorgen ein paar Kilometer zu machen.
Das Ziel ist es heute noch bis Zabljak zu kommen, um einzukaufen und Bargeld abzuheben.
Es gibt die Information, dass es hier die letzten Automaten auf der Strecke bis Mostar gibt.
Bei der Gelegenheit bestelle ich mir noch eine Pizza, um Vorräte zu sparen.
Die Rezeption des anvisierten Campingplatzes, ich befinde mich in einem Nationalpark, hat leider schon geschlossen als ich dort eintreffe und so wird eine Unterkunft gebucht, die auf der weiteren Strecke liegt.
Das Häuschen ist klein und sehr gemütlich.
Im Ofen brennt bereits ein Feuer, das eine angenehme Wärme erzeugt.
Perfekt nach den kühlen Temperaturen des Tages.
Okay, die meiste Zeit sitze ich erstmal draußen, um zu rauchen und den nächsten Bericht zu schreiben.
Dann wird es dringend Zeit ins Bett zu gehen, beziehungsweise erstmal die Schlafcouch ausziehen, für ein richtiges Bett fehlt einfach der Platz.
Song des Tages:
Frozen Soul - Glacial Domination
