Rush Hour auf dem TransDinarica
Tag #64 Freitag, der 03.07. Von Kolašin bis Žabljak Land: Montenegro Leichter Regen weckt mich am Morgen und ich erkedige im Zelt, was im Zelt erledigt werden k


Veröffentlicht: 08.07.2026





















Tag #65
Samstag, der 04.07.
Von Žabljak bis Kamp Stark Dud
Land: Montenegro / Bosnien und Herzegowina
Am Morgen kommt mir als erstes die Erkenntnis, dass ich gestern Pech beim Denken hatte.
Trotz der Info, dass es bis Mostar keinen Geldautomaten geben soll, zumal ich davon ausgehe, dass überall nur Barzahlung funktionieren wird, habe ich zu wenig abgehoben.
Also geht's nach dem Frühstück erst nochmal zurück in die Stadt. So viel also zu meinem tollen Plan eine Unterkunft entlang der weiteren Strecke zu nehmen.
Immerhin fahre ich mit einem leichtem Rad, das Gepäck werde ich dann auf dem "Rückweg" aufladen.
Und dann geht's auch schon ab in die Steigungen in den Nationalpark Dormitor.
Dazu gibt es einen heftigen Wind, der scheinbar aus allen Richtungen gleichzeitig zu kommen scheint.
Als ich am höchsten Punkt angekommen bin, eine Böe lässt mich sogar einen Ausfallschritt machen, habe ich eine wunderbare Aussicht auf die kurvenreiche Abfahrt, die vor mir liegt.
Zaubert mir sofort ein breites Grinsen ins Gesicht.
Die armen Bikepacker, die sich dort grade hoch mühen.
Der Nationalpark, absolut zu empfehlen.
Nur zwischendurch habe ich das Gefühl abgezogen zu werden, weil ich plötzlich bei einem Typ bezahlen muss, um weiterfahren zu dürfen.
Egal, Ticket nehmen und weiter geht's.
Es sind hier insgesamt überraschend viele Radfahrer unterwegs.
Wie sich herausstellt auch einige, die die Strecke supported machen, sich das Gepäck also transportieren lassen.
Da bevorzuge ich weiterhin meine Variante.
Unter anderem begegne ich auch einer Gruppe Rennradfahrer.
Alles Einheimische, bis auf einen aus Hamburg, der hier der Liebe wegen seine Wahlheimat gefunden hat und es gibt ein kurzes Gespräch.
Später treffe ich die Gruppe wieder und ich kann die Gelegenheit nutzen, um ihn zu fragen, wie es um die Mentalität der Menschen in Mortenegro bestellt ist.
Er bestätigt, dass das Verhalten der Autofahrer A-Sozial ist und das die Menschen, die man regulär trifft auf der Arbeit sind, worauf sie wohl absolut keinen Bock haben. Entsprechend das Verhalten.
Jedes Gesicht entscheidet eben selbst, wie es sich darstellen will.
Und Höflichkeitsformen, wie wir sie gewohnt sind, sind hier wohl unbekannt.
Deckt sich mit meinem Eindruck.
Ab dann geht es wellenförmig auf und ab, inzwischen durch den nächsten Nationalpark mit vielen Wäldern.
An ein paar Bänken lege ich die nächste Rast ein.
Nach einem Blick in die App mache ich mich auf die Suche und finde eine sehr versteckte Wasserquelle.
Die genau richtig kommt, um der Dehydrierung entgegen zu wirken.
Es folgt eine letzte heftige Abfahrt, die mich dazu bringt zwischenzeitlich eine Pause einzulegen, um die Bremsen abkühlen zu lassen.
Schade, langgezogen wäre es mir lieber ins Tal zu fahren.
Unten angekommen bin ich zwischen der Grenze von Montenegro und Bosnien und Herzegowina.
Vorsichtshalber fahre ich einmal zum Checkpoint von Montenegro und der Beamte will auch einmal meinen Ausweis scannen.
Ganz anders dann die Einfahrt nach BiH
Das Gespräch in voller Länge:
Woher?
- Deutschland
Okay, weiter fahren.
Kein Ausweis zeigen oder sonstiges.
Im Tal ist es wieder sehr warm. Wenig überraschend, doch zeigt es wieder deutlich die unterschiedliche Höhe, auf der ich mich nun befinde.
Aufgrund des Umstands, dass auf der einen Seite der Fluss liegt und es auf der anderen Seite steil in die Höhe geht, entscheide ich mich heute auf einem Campingplatz zu übernachten.
Vielleicht hätte ich noch einen Platz für die Hängematte gefunden, doch ist es dringend nötig das noch nasse Zelt aufzubauen, es muss dringend trocknen.
Praktisch, dass es eine Wäscheleine gibt.
Nachdem meine Unterkunft aufgebaut ist koche ich mir noch ein schnelles Abendessen, der Kocher kommt inzwischen regelmäßig zum Einsatz und ich hoffe, dass die Kartusche noch bis zum Ende meiner Reise halten wird.
Dann heißt es nur noch, müd und satt - wie schön ist datt.
Song des Tages:
Orbit Culture - Redfog
