Abschied von Albanien
Tag #62 Mittwoch, der 01.07. Von Fishtë bis Podgorica Land: Albanien / Montenegro Am Morgen werde ich von Schritten und einem anschließenden Motorengeräusch neb


Veröffentlicht: 04.07.2026



















Tag #63
Donnerstag, der 02.07.
Von Podgorica bis Kolašin
Land: Montenegro
Es bleibt dabei, mich treibt es raus aus dieser Stadt und ich bin froh darüber, dass es nach einem Stück über eine Bundesstraße in die Berge geht.
Doch zuvor ist noch der übliche Einkauf zu erledigen.
Die Menschen empfinde ich dabei als sehr zurückhaltend und abweisend.
Etwas irritiert bin ich davon, dass der Euro die gängige Währung ist. Bei meinen Vorbereitungen habe ich gelesen, dass er "auch" akzeptiert werden würde.
Die entsprechende Recherche ergibt, dass Montenegro seit über 100 Jahren keine eigene Währung mehr hat und von der deutschen Mark zum Euro gewechselt ist.
Ohne Teil der Eurozone zu sein.
Das Verhalten gegenüber mir als Radfahrer ist weiterhin unangenehm.
Wenn vor dem Überholen abgebremst wird, kann ich fast sicher sein, dass es ein ortsfremdes Nummernschild ist.
Für heute habe ich mir vorgenommen die Strecke bis Kolašin zu packen, um meinen angestrebten Zeitplan einzuhalten, da es bis Tolmin insgesamt mehr Etappen sind, als ich noch Tage zur Verfügung habe.
Und da ich den TransDinarica in die "verkehrte" Richtung fahre, sind die langen Etappen, wie heute, herausfordernd.
Verlockend, dass es eine Eisenbahnlinie gibt, die auch Fahrräder transportiert, doch ich bleibe dabei, das pack ich auch so.
Also ab in die Höhe.
Und das läuft zu Beginn des Tages bei einer konstanten 5% Steigung über eine Länge von 20km.
Das Umrechnen kann ich mir sparen, es sind auf dem Abschnitt etwas über 1000hm, wie mir das Navi verrät.
Um mal mit ein paar Zahlen zu jonglieren.
Und wie man das bewältigt ist ja bereits bekannt, Slow and Steady.
Die Aussicht ist grandios und ein Highlight die höchste Eisenbahnbrücke Europas zu sehen.
Das die Leute sich aus dem Zug lehnen, um die Landschaft zu bewundern ist nur allzu verständlich.
Die Temperaturen sind mehr oder weniger angenehm. Der Wind kühlt mich ab, während die Gummibärchen schmelzen.
Am fast höchsten Punkt treffe ich einen Bikepacker aus Georgia, auf dem Weg nach Georgien.
Wir tauschen uns kurz aus und er warnt mich eindringlich vor der Etappe, die in meiner Richtung nach Mostar anstehen würde.
Steil geht's dann in die Höhe über Schotter "so groß wie Golfbälle, und den Quads drehen die Reifen durch".
Bis dahin hab ich ja noch was Zeit zum überlegen, wie ich mit der Information umgehen will.
Die Mittagspause fällt kurz aus und es treibt mich weiter, da es anfängt zu regnen.
Doch habe ich Glück, da sich die Wolken hauptsächlich auf der anderen Seite des grade überwundenen Gebirges sammeln und ich durch die kleine Abfahrt schnell wieder über trockene Straßen fahre.
Dann gibt es natürlich nochmal eine letzte ordentliche Steigung, bevor ich mir eine richtige Pause am Fluss gönne, dessen Verlauf ich auf dem Weg nach unten folge.
In Kolašin nutze ich die Gelegenheit und gehe einkaufen, da Supermärkte, oder auch MiniMärkte hier rar gesät sind.
Der Plan ist es auf der weiteren Strecke einen Campingplatz anzusteuern.
Stattdessen gibt es Regenschleier, hinter denen die Berge verschwinden.
Doch habe ich ein weiteres mal Glück und hinter dem Skiort sehe ich bei einer Kirche einen Pfad in die Büsche, den ich einschlage, wodurch ich auf einer Wiese lande.
Zunächst baue ich mir als Schutz vor sem Regen mit dem Tarp einen Unterstand, um trocken sitzen zu können.
Und anstatt das Zelt umständlich darunter aufbauen zu müssen, ich befinde mich unter Bäumen, gibt es eine Regenpause und ich ziehe auf die Wiese um.
Es bleibt lange genug trocken, um das Zelt aufzubauen und ein schnelles Abendessen zu kochen, während ich die zahlreichen Glühwürmchen beobachte.
Essen muss ich dann in der Apsis vom Zelt, da es wieder anfängt zu regnen.
Alles ist dann erledigt, als der Regen wieder richtig einsetzt und schön eingemümmelt bin ich bald eingeschlafen.
Song des Tages:
Bonaparte - Too Much
