Der Wurm
Tag #6 Mittwoch, 06.05. 50% unserer heutigen Planung haben wir in die Tat umsetzen können. Ausschlafen? Check. Ganz der faule Wurm, der wartet bis der Vogel wieder weg ist.<

Veröffentlicht: 09.05.2026
Tag #7
Zur Ladenöffnungszeit steht Dave parat und hat im zweiten Laden Glück. Ihm kann die Felge gerichtet werden, sodass wir unsere Reise mit leichter Verzögerung fortsetzen können.
Zwischenzeitlich habe ich auch gemütlich zusammen gepackt und nachdem die Regenklamotten drüber gezogen sind geht's los.
Inklusive Handschuhe, da es merklich kühler geworden ist.
Da fällt es bei dem Wetter schwer Kilometer zu machen, doch wir kämpfen uns munter voran.
In Bernburg (Saale) angekommen schickt uns die Route über den Fluss.
Es gibt auch eine Fähre. Nur ansonsten ist niemand zu sehen und so stehen wir erstmal etwas planlos im Regen.
Öffnungszeiten passen, dienstags ist Ruhetag ... heute ist ... ein anderer Tag als Dienstag. Check.
Und während wir noch überlegen die angegebene Nummer anzurufen, kommt der Fährmann aus seinem Häuschen.
Wo wollt ihr denn hin?
Und dann?
Übergesetzt und weiter geht's entlang der Route, durch eine nun landwirtschaftlich geprägte Gegend.
Viele Dörfer wirken heruntergekommen und es stellt einen Kontrast dar zu den sonstigen Teilen Deutschlands, was wir so kennen. Strukturell vernachlässigt. Nachvollziehbar, wenn man sich hier abgehängt fühlt.
Heißer Kaffee am frühen Nachmittag ist dann wieder ein Stück purer Luxus.
Zusammen mit Brötchen und Teilchen.
Gestärkt geht's weiter über besser ausgebaute Straßen, als es gestern noch der Fall war.
Da überwog noch das Kopfsteinpflaster. Was sich in unserer Erfahrung nach Kategorien einteilen lässt. 1 = annehmbar bis 5 = römische Verhältnisse.
Der Arsch gibt Auskunft drüber. Auch nach einer Woche Tour beschwert sich das Sitzfleisch noch.
Am Ende des Tages kommen wir immerhin noch auf unsere 90km und die tägliche Suche beginnt.
Da wir in einem Naturschutzgebiet sind, fahren wir einen Umweg zu einer Landstraße, die durch ein Stück Wald führt.
Wo Autos die ganze Nacht vorbei donnern, stören wir definitiv am wenigsten.
Es sieht vielversprechend aus.
Auf den letzten Metern stellt Dave fest, dass er einen Platten hat.
Glück im Unglück, dass wir eine Stelle finden, um durch die Büsche zu schlüpfen.
Es beginnt bereits dunkel zu werden, sodass wir erstmal unser Nachtlager aufbauen.
Den Tag über hatten wir konstant Regen. Starken Regen, Nieselregen. Alles dabei.
Doch eine weitere glückliche Fügung, passend zum Aufbau hat es aufgehört und abgesehen von den tropfenden Bäumen können wir entspannt das Abendessen genießen.
Die Reparatur wird auf morgen verschoben.
Geschafft von einem anstrengenden Tag fallen wir in unsere Hängematten und kurz drauf erklingt leises Schnarchen in der Stille der Nacht.
Nur übertönt von vorbeifahrenden Autos.
Song des Tages:
B.J. Thomas - Raindrops keep falling on my head
