newzealandinspiration

„Orientierungslose Abiturienten machen sich ans andere Ende der Welt auf.“ Dieses Klischee eines neuseeländischen Backpackers erfüllen wir schon Mal komplett. Relativ spontan entschlossen wir uns Anfang August dazu, Work & Travel in Neuseeland machen zu wollen. Dass wir unbedingt ins Ausland wollten, stand zwar schon immer fest, dass es so weit weg sein würde, allerdings nicht. Von Oktober bis April 2020 waren wir also mit einem klapprigen alten Toyota Estima auf Nord- und Südinsel unterwegs, arbeiteten auf Kiwifarmen, gerieten in die Coronakrise und mussten am Ende mit der deutschen Rückholaktion nach Hause geflogen werden. Das Einzige, was wir an dieser ganzen Zeit bereuen ist aber, dass uns so viele Probleme erspart geblieben wären, hätten wir einige Dinge einfach vorher gewusst... Deshalb haben wir versucht, hier alles aufzuschreiben, was wir nur mit viel Mühe oder durch Ausprobieren herausgefunden haben. Wir hoffen, zukünftigen Backpackern damit eine Hilfe sein zu können. Außerdem teilen wir mit euch all unsere Erfahrungen und Erlebnisse. Auf und Für eine unvergessliche Zeit in Neuseeland! - Anna und Celina

-Kapitel 40- Paragliding- Traum geht in Erfüllung & kleiner Schock am Ende in Queenstown

Am nächsten Tag erfüllten Celina und Flori sich einen Traum, und machten Paragliding in Queenstown. Hier ihre Erfahrungen:

Celina: Ich war bis kurz vor der Abfahrt so gar nicht aufgeregt. Als wir dann aber auf das Shuttle warteten, dachte ich doch so „Was tun wir hier eigentlich?“. Im Endeffekt haben wir genau das Richtige getan. Das Shuttle holte uns aus der Innenstadt von Queenstown ab und fuhr uns den Coronet Peak bis zum höchsten Punkt hinauf. Die Aussicht war so schön, wie sonst nirgendwo. Chilliger kann das ganze gar nicht ablaufen. Flori und ich wurden unseren Guides vertraut gemacht. Mein Guide war ein schräger, aber lustiger Typ. Er sah aus wie Otto in jungen Jahren. Er hatte vergessen sich etwas zum Überziehen mitzunehmen und borgte sich einen Pullover. Der Fallschirm wurde auf der Wiese ausgebreitet und ich wurde mit den Bändern des Fallschirms befestigt, mein Guide ebenfalls. Eigentlich sollte noch ein Probelauf stattfinden, aber die Guides waren wohl ziemlich optimistisch, also hielten sie das nicht für nötig. Ich wurde gefragt ob Flori mein „boyfriend“ wäre, was ich natürlich verneinte. Außerdem fragte er mich, ob ich Angst hätte, und ob das mein erstes Mal Paragliding wäre.

Tatsächlich hatte ich auf der Wiese mit dem Ausblick gar keine Angst mehr, stattdessen machte sich Vorfreude breit. Vor dem Start wurde noch schnell ein Foto geschossen, und dann ging's auch schon los. Ich beobachtete das ganze bei Flori und war beeindruckt. Erst musste ich ein paar Schritte laufen, bis sich der Riesenfallschirm aufspannte. Ich lief ein wenig schneller und plötzlich war ich in der Luft, ich flog. Mein Guide zückte gleich wieder die Kamera und fragte mich nach meinem ersten Eindruck. Ich war sprachlos, so dass ich erst Sekunden später „amazing“ meinte. Vor mir sah ich Flori an einer Felswand entlangfliegen, sein Guide drehte ihn, und schon kam er mir entgegengeflogen. Wir winkten uns glücklich zu, und mein Guide begann schon wieder von meinem „boyfriend“ zu reden. Wir flogen über Bäume, Felsen und Wiesen. Für kurze Zeit durfte ich sogar lenken, was mir erstaunlich einfach für einen so großen Fallschirm vorkam. Kurz vor der Landung wurden ein paar Tricks gemacht. Wir schwangen stark nach links und rechts, sodass wir uns fast überschlugen. Das war echtes Adrenalin. Nebenbei sollte ich die Kamera halten und es wurde ein Video gemacht.

Die Landung habe ich mir schlimmer vorgestellt. Im Grunde standen wir sofort, als wir den Boden berührten. Es war schade, dass es schon vorbei war, aber bereut haben Flori und ich es überhaupt nicht. Wir würden es immer wieder tun. Die Fotos und Videos waren uns leider zu teuer, aber ein abfotografiertes Bild ist auch in Ordnung. Dann ging es zurück nach Queenstown. Als wir zwei Stunden später wieder zurück am Startpunkt waren, waren wir also um eine Erfahrung reicher. Ein Erlebnis zum Nicht- Vergessen.

Paragliding vom Coronet Peak
Paragliding vom Coronet Peak

Flori: Es ist ein unbeschreibliches Gefühl in den Wolken zu schweben. Mit diesem Satz kann man Paragliding wohl gut beschreiben. Wir wurden mit einem Shuttleservice zum Start gefahren. Anfangs hatte ich echt Angst vor der Höhe, diese ist allerdings schon auf dem Startfeld verschwunden. Der Pilot war sehr relaxt und hat auch gleich ein Einführungsvideo gemacht. Er erklärte mir den Startvorgang und im nächsten Augenblick ging es auch schon in die Luft. Während des Fluges habe ich nur noch gestaunt, wegen der Landschaft und dem Blick auf das Tal, der sich einem bietet. Der Pilot machte während des Fluges Videos und Fotos. Wir flogen in eine Schlucht, um Felsen herum, über Wiesen und Wälder. Es fühlte sich an, als ob man selbst ein Vogel wäre, nur sitzt man in der Luft (überraschend angenehm). Man darf auch selbst lenken. Kurz vor der Landung vollführt der Pilot noch ein paar Tricks, indem er scharfe Kurven fliegt. Danach setzt er zur Landung an. Die Landung sollte man nicht unterschätzen, da man doch sehr schnell auf den Boden zurast. Man sollte sich also darauf vorbereiten, etwas zu laufen. Unten angekommen, ging es nach kurzer Pause zurück nach Queenstown.

Nach diesen krassen Erlebnissen, trafen Celina und Flori mich in der Stadt, und wir machten uns auf den Weg ins Parkhaus, wo wir unser Auto abholen wollten. Es stand dort 1,5 Tage, genau wie an Silvester in Wellington. Dort hatten wir 20$ bezahlt, also gingen wir davon aus, dass es vielleicht doppelt so viel kosten würde, da es Queenstown war, und mitten in der Stadt. Als Celina und ich unser Parkticket in den Automaten steckten, kam dann der Schock: 189$.

Wirklich, wir hätten alles dafür gegeben, unsere Blicke auf Video zu haben.  

-> Fortsetzung folgt 

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