newzealandinspiration

„Orientierungslose Abiturienten machen sich ans andere Ende der Welt auf.“ Dieses Klischee eines neuseeländischen Backpackers erfüllen wir schon Mal komplett. Relativ spontan entschlossen wir uns Anfang August dazu, Work & Travel in Neuseeland machen zu wollen. Dass wir unbedingt ins Ausland wollten, stand zwar schon immer fest, dass es so weit weg sein würde, allerdings nicht. Von Oktober bis April 2020 waren wir also mit einem klapprigen alten Toyota Estima auf Nord- und Südinsel unterwegs, arbeiteten auf Kiwifarmen, gerieten in die Coronakrise und mussten am Ende mit der deutschen Rückholaktion nach Hause geflogen werden. Das Einzige, was wir an dieser ganzen Zeit bereuen ist aber, dass uns so viele Probleme erspart geblieben wären, hätten wir einige Dinge einfach vorher gewusst... Deshalb haben wir versucht, hier alles aufzuschreiben, was wir nur mit viel Mühe oder durch Ausprobieren herausgefunden haben. Wir hoffen, zukünftigen Backpackern damit eine Hilfe sein zu können. Außerdem teilen wir mit euch all unsere Erfahrungen und Erlebnisse. Auf und Für eine unvergessliche Zeit in Neuseeland! - Anna und Celina

-Kapitel 24- Reisen: Rotorua, Wai-O-Tapu & Taupo

Nach der komplett durchgeplanten Coromandel- Woche, hatten wir uns für die nächste Reisezeit vorgenommen, alles ein wenig entspannter angehen zu lassen. Wir wollten ein bisschen spontaner sein, und uns erst während der Reise überlegen, wo wir am nächsten Tag hinwollten. Weil wir aber doch nicht ganz ohne Plan können, war der Weg schon einigermaßen vorgegeben: Wir hatten für die Weihnachtstage ein Zimmer in einem Hotel in Wellington gebucht, um mal aus dem Auto rauszukommen. Das hieß, wir hatten genau zwei Wochen um den Rest von der Nordinsel zu sehen. So fühlte es sich auch ein wenig an. Wir besichtigten Rotorua, obwohl diese Stadt uns ehrlich gesagt nicht so richtig überzeugen konnte. Absolut jedes Naturwunder kostete dort Eintritt, und das ist meiner Meinung nach ungerechtfertigt viel. Hinzu kam, dass es in der ganzen Stadt nach Schwefel roch (Das gehört natürlich zu Rotorua dazu, hat unsere Erinnerungen daran aber trotzdem getrübt). 

Es gab ausschließlich überteuerte Campingplätze, und nur einen kostenlosen mit drei Stellplätzen. Deshalb taten wir etwas voll Unsoziales und parkten das Auto mittags auf einem dieser Plätze, und gingen dann zu Fuß in die Stadt. Wir konnten Celinas Handy abholen, welches ihre Eltern ihr per Post zugeschickt hatten, und sie wurde zum vierten Mal Tante, als wir gerade im Verkehrschaos von Rotorua unterwegs waren, und „Impossible“ im Radio hörten. Die Dinge die man in Rotorua sehen konnte, waren uns das Geld nicht wert, daher gingen wir ins Kino und sahen einen furchtbar schlechten Film namens Last Christmas. Der war jetzt auch nicht unbedingt eine gute Investition.

Am nächsten Morgen hielt ein Bus auf dem Parkplatz, auf dem wir schliefen. Etwa 40 quatschende Kinder stiegen aus und blieben auf dem Weg in die Kirche, direkt neben unserem Auto stehen, und das wirklich nur ein paar Zentimeter entfernt. Wir lagen da wie erstarrt, weil man von draußen volle Kanne sehen konnte, wie wir dort im Schlafanzug lagen, und die Tür hatten wir dummerweise geöffnet, weil es so warm war. Das sind solche Momente, in denen wir uns ziemlich arm fühlten, weil wir im Auto lebten.

Der nächste Halt war Wai-O-Tapu. Da es dort keine Campingplätze gab, schliefen wir bei einer Dorftaverne, hinter der man campen und die Duschen und Toiletten benutzen konnte. Das war wirklich cool, die Stimmung war lustig und wir konnten dort noch günstig Abendbrot essen. Wai-O-Tapu war unserer Meinung den Besuch wert. Es war ein sehr beeindruckender Park, in dem wir uns ungefähr vier Stunden aufhalten konnten. 

Lady Knox Geysir, 10 Uhr Vorführung
Champagne Pool
ein knallgrüner See

Danach ging es direkt nach Taupo, eine schöne kleine Stadt direkt am größten See Neuseelands, dem Lake Taupo. Als wir dort ankamen sprangen wir voll überrascht bei einem Lookout raus. Unter Taupo hatten wir uns irgendwie gar nichts vorstellen können, stellten dann aber fest, dass diese Stadt voll der Urlaubsort war und man über den See hinweg, den Tongariro und den schneebedeckten Berg daneben sehen konnte.

#lovetaupo am Lake Taupo
#lovetaupo am Lake Taupo
Lookout Taupo- wunderschön
Lookout Taupo- wunderschön

 In Taupo verbrachten wir eine Nacht auf einem schönen Campingplatz. Als wir dort im Gemeinschaftsraum saßen, um unsere Handys zu laden, unterhielten wir uns mit einem Mann im Alter unserer Eltern, der mit seiner Frau auf Motorrädern durch Neuseeland reiste. Sie kamen gerade vom Tongariro und er erzählte Celina davon, und gab ihr Tipps. Später kam er noch einmal zurück und schenkte uns sein dickes Buch mit Straßenkarten von jedem Teil der Nordinsel Neuseelands, in dem er die Routen nachgezeichnet hatte, auf der sie gereist waren. Sie hatten im Grunde jeden Fleck der Nordinsel gesehen, und ab da trugen wir auch unsere Routen dort hinein.

Am nächsten Tag blieben wir auf einem kostenlosen Hippiecampingplatz bei den Huka Falls im Nirgendwo. Abends kam mir plötzlich der Gedanke, dass wir Celinas Brotdose mit frisch geschnittenem Brot auf dem Campingplatz am Morgen vergessen hatten. Das sollte übrigens unser Abendbrot sein. „Nicht schlimm“ meinte Celina, als sie den Kofferraum durchsuchte „Wir haben ja noch diese Brötchen“- die wir aus irgendeinem Grund doch gar nicht gekauft hatten. Als wir ärmlich die letzten 100 Milliliter Milch auf unsere Cornflakesschüsseln aufteilten, tauchte ein Mann hinter uns auf und reichte uns eine Flasche von sich.

Waikato River (nähe Huka Falls)
Waikato River (nähe Huka Falls)

Zu den Huka Falls mussten wir am nächsten Tag ungewöhnlich weit gehen, weil die Straße einfach gesperrt wurde. Wir gingen ein paar Meter hinter dänischen Urlaubern und folgten ihnen auch, als die verwirrenden Schilder sie durch die Gärten einer Hotelanlage führten. Wir mussten ihnen natürlich wieder hinterherdackeln, als wir in einer Sackgasse landeten, und zurück an der Hauptstraße den offiziellen Weg suchen. 

Huka Falls
Huka Falls

Dann fuhren wir aus Taupo raus und verbrachten eine Nacht direkt am See, wo es richtig stark regnete und ich bis zu den Knöcheln in einer Pfütze versank als ich im Dunkeln auf Klo ging. Dann machten wir uns auf den Weg nach Turangi, dem letzten richtigen Ort vor dem Tongariro Nationalpark, um dort unseren Großeinkauf für die nächsten Tage zu machen.

-> Fortsetzung folgt

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