Tag 36: Serwas am Ballermann
04.08.2016 Und weiter geht die Reise. Diesmal in das – mir schon bekannte – Bali. Der Flug dorthin beginnt spektakulär. So wird mit unserer Flugnummer und korrekter Uhrzeit...

Veröffentlicht: 15.08.2016
4.8.2016
Unser erster voller Tag in Bali wird von einer sehr positiven Überraschung überschattet. Am Abend zuvor läutet um 20:00 herum, wir wollen gerade schlafen gehen, das Handy. Es zeigt sich, dass mir mein Onkel Martin eine WhatsApp Message geschickt hat und fragt, ob wir in der Gegend um Bangkok seien. Ich verneine und verweise auf Bali, doch witziger Weise erwidert er nur, dass die morgen in Bali wären. So ergibt es sich, dass ich ein spontanes Date mit Onkel und Läbensgefährtin auf Bali ausmache. Wir sind drei Tage hier, die Beiden nur eine Nacht – wenns passt, dann passts.
Da wir uns ausmachen, uns etwas südlich von unserem Aufenthaltsort Seminyak zu treffen sehen wir uns um ein Vehikel um. Am billigsten ist es in Bali, sich ein Moped zu mieten – zirka 5€/Tag. Selbstverständliche rgreifen echte Schnorrer wie wir es sind, ja ich mittlerweile auch, solch eine Gelegenheit. Die ersten Fahrversuche sind auch nicht mal so schlecht, der linksverkeht fällt auf dein heillos überlaufenen, balinesischen Straßen fast nicht auf und Schlaglöcher versuche ich einfach z u umfahren. Gudi erweist mir mit ihrer Rolle als Beifahrerin und überhaupt der Tatsache, dass sie auf ein solches Todesdreirad steigt (wobei iegentlich nur 2 Räder), einen riesigen Vertrauensbeweis. Dieser beschränkt sich leider auf ihr verbales Tun, Sinne und Reaktionen sind ihrerseits – während sie meinen Bauhc umklammert – so ganz und gar nicht mit der Entscheidung des Mitfahrens einig. Die Kombination aus Fingernägeln in meinem Bauchfleisch, schlechtkalkulierter Kurven und einer Prise Überschätzung meinerseits führt kurz erklärt zu einem Kuss – nicht zwischen uns beiden allein, wir beziehen auhc noch den Asphalt mitein. Nichts passiert, trotzdem entschließen wir uns schon nach wenigen Minuten dem Moperl einen Ruhetag zu gönnen.
In der Hitze ohne Fahrtwind und stattdessen mit endlosen Schrittfolgen bahnen wir uns also unsren Weg zum Supermarkt. Dieser soll heute unser Frühstück garantieren – Bali ist so sauteuer, dass wir Essen gehen so gut wie möglcih vermeiden wollen. Ich bin ehrlcih gesagt gespannt, wie lange die überlaufenen und überteuerten Strandregionen tatsächlich noch urlauber anziegen werden – eine Blase, die in meienn Augen zu platzen droht.
Im Supermarkt befinden wir uns wohl das erste mal seit einigen Wochen tatsächlich wieder in einer westlichen Welt: bekannte Produkte wo das Auge reicht, alles was man braucht und mehr – einzig: die Preise sind schlicht ein Wahsinn, da kommt es wesentlich billiger zu Hause zu bleiben. So kaufen wir eigentlich nur wenig frisches Obst und beschließen, statt Geld lieber Kilos in Bali zu lassen.
Nach einem spärlichen Frühstück hole ich mir den nächsten Schock ab, der Strand, an dem wir vor 7 Jahren noch gejoggt sind, ist mittlweile so überlaufen, dass man vor lauter Strandliegen und Menschen kaum noch gehen kann, ohne ins Wasser gedrängt zu werden. Einen Platz für Handtücher findet man des Weiteren genauso schwer wie ein Surfbrett, das man sich zu einem Vernünftigen Preis ausborgen kann. Ich habe ja schon viel übeer die Entwicklung hier gehört und wusste, dass die kommenden Tage eher touristischer werden würden, auf so etwas war ich aber nicht eingestellt.
Nichtsdestotrotz bezahle ich für ein Surfbrett, da ich der Meinung bin, nach der Schlappe in Nias wenigstens hier, unter weniger begabten Süprtlern ein Leiberl zu haben. Und tatscählcih: auf einmal geht was! Leider haben wir keine Kamera dabei, aber plötzlich sind hopfhohe Wellen kein Problem, Turns fühlen sihc gewaltig an und überhaupt manövriert sich das – wesentlich k+rzere Board – um so viel cooler. Nach zwei Stunden höre ich auf und stelle fest, dass ich keine Ahnung habe, wo ich bin. SO grase ich den elendslangen Uferbereich eine halbe Ewigkeit ab, ohne auch nur eine Spur von Gudi zu sehen. Schlussendlich stellt sich heraus, dass ich von Anfang an in die falsche Richtung gegangen bin – ein hoch auf meinen Orientierungssinn – dass ich es bis hierher geschafft habe liegt wohl hauptsächlich sowieso an Gudi.
Zurück im Hotel genießen wir die Klimaanlange, das panierte Bett, dass durch neuerliches erklimmen im Strandoutfit nicht weniger sandig wird und wundern uns (vor Allem ich) wieso wir einen Sonnenbrand bekommen haben.
Da dieser fepflegt werden muss kommen wir viel zu spär außer Haus und stellen fest, dass wir den zweistündigen Fußmarsch zu unsrem Date wohl nicht in 45 Minuten bewerkstelligen werden. So laufen wir nur ein Stück – das aber im Schweiße unsres Angesichts – bevor wir beschließen: ein Taxi darf es sein!
Angekommen im Palast von einem Hotel weiß leider niemand, wer Onkel Martin ist. Auch mit dem Nachnamen kann niemand etwas anfangen und wie seine Lebensgefährtin mit selbigem heißt ist uns leider unbekannt – Kufstein ist es jedenfalls nicht – probiert habe ich es trotzdem (sie kommt aus Kufstein, möglich wärs). So bleibbt uns nichts anderes als Warten übrig. Nach einiger Zeit kommt ein Flughafentaxi und wir stellen fest, dass der Familieneinflug verspätung hatte.
Dies trübt die Freude nicht und nach einem kurzen Gschichtlaustausch gehen wir auch schon an den Strand, um ein Abendessen einzunehmen. Schnell stellt sich heraus, dass weltreisende, wie wir alle es sind, sehr viel Informationen und Geschichten auszuzauschen haben – was sehr lehrreich und spannend ist.
Auch weist sich, dass wir – wenn das Mahl auf die Verwandtschaft geht – wesentlih nobler und gediegener Speisen dürfen als erhofft und gewohnt. Am Strand, bei Kerzenlciht und wießem Tischtuch genießen wir frischen Fisch und ein weit entferntes Feuerwerk und lassen den Abend zu viert in ausgelassener Stimmung und voller Austausch von Erzähliungen ausklingen.
Gudis glorreiche Gesetze
Sehr löblich: Nimm immer, und selbst oder gerade wenn du dein Essen nicht selbst bezahlen musst, das billigste von der Karte!
Heute essen drei Tischgäste frischen Fisch – Eine ernährt sich von Reis.