Tag 3 in Osaka bzw Nara
Konichiwa liebe Reise-Fans, Heute Morgen sind wir um 9 Uhr aufgewacht und hatten einfach null, also so gar keinen, Jetlag! Ich bin echt begeistert! 😃 Scheinbar ist 36 Stunden...


Veröffentlicht: 07.06.2025
Ihr Lieben,
Heute war es soweit – wir sind in die gelobte, nein, in die heilige Stadt Kobe gereist. Heilig aber nicht wegen irgendwelcher Tempel – nein nein, hier wird etwas ganz anderes verehrt: das Rind. Denn hier bekommt man angeblich das perfekte Rind der Welt, gezüchtet von den vermutlich leidenschaftlichsten Rinderflüsterern, die dieser Planet zu bieten hat. Man hört da ja einiges: Die Tiere werden von zärtlichen Bauern massiert, trinken Bier, und lauschen entspannter Koto-Musik und wahrscheinlich tanzt auch noch täglich eine Geisha im Sonnenaufgang durch den Stall. Auch wenn Japaner bekanntlich ziemliche Nerds sein können, gehe ich mal stark davon aus, dass nicht mal die Hälfte dieser Mythen stimmt – auch wenn man den Tieren tatsächlich Stress so gut es geht erspart.
Fakt ist:
Pro Jahr werden nur rund 7.000 Tajima-/Kobe-Rinder geschlachtet, und nur 5.500 davon erfüllen überhaupt die strengen Kriterien für echtes Kobe-Fleisch. Der Export lebender Rinder ist streng verboten, und bis zum Jahr 2010 durfte auch kein Gramm des zertifizierten Kobe-Fleischs offiziell das Land verlassen – jetzt nur limitiert!
All das erklärt natürlich auch den Preis. Für ein eher mageres Stück Kobe-Fleisch (also mit unter 10 % Fettanteil) von 110 Gramm zahlt man im Restaurant – ich hab mal beim Kobe Beef 5Star nachgeschaut – schon ordentlich. Und wenn’s dann ein Chateaubriand sein soll (ein besonders edles, dick geschnittenes Stück Rinderfilet – gilt als einer der zartesten und hochwertigsten Cuts überhaupt), dann legt man locker das Zehnfache hin: Für 330 Gramm bist du mit über 700 € dabei.
Jetzt nur für die wirklich Interessierten: Die Klassifizierung „A5“ besteht aus zwei Teilen:
Ertragsnote (A bis C):
A steht für viel Fleisch/Muskulatur,
C eher für „bestehend aus Haut, Knochen und guter Absicht“.
Fleischqualitätsnote (1 bis 5):
Hier zählen Marmorierungsgrad (B.M.S. – Beef Marbling Score – bei Stufe 5 zwischen 8 und 12), außerdem Festigkeit, Textur, Farbe, Glanz, Fettqualität und so weiter.
Restaurants die A5 Fleisch servieren haben eine offizielle Auszeichnung für Kobe Fleisch und so eine Bronze Trophäe im Schaufenster:
Wir hatten heute auf jeden Fall den Wecker auf 9Uhr gestellt, sind um 10 aufgestanden und sind um halb 11 auch schon wieder losmarschiert. Schnell beim Bäcker rein/raus, auf dem Weg zur Bahn ins Brötchen gebissen, in die Bahn gestiegen und Richtung Kobe gefahren - Um 11:36 Uhr haben wir dann endlich das heilige Stückchen Erde betreten – und ja, ich habe natürlich umgehend das Vaterunser vorwärts und rückwärts aufgesagt, mich bekreuzigt und mich zehnmal verbeugt (Ramona nicht).
Zuallererst ging's für uns zum Herb Garden – einem botanischen Garten auf einem 400 Meter hohen Gipfel, gespickt mit vielen kleinen Kräutergärten. Und nein, wir sind nicht hochgelaufen – ich hab es nicht geschafft Ramona zu überreden. Glücklicherweise führt eine Gondel nach oben. Und rückblickend war das wahrscheinlich nicht nur wegen der Höhenmeter die bessere Entscheidung, sondern auch wegen des Panoramas, das wir aus der Gondel genießen konnten. Wir haben bis nach Osaka schauen können und uns dabei schon ziemlich gut vorgestellt, wie atemberaubend der berühmte „10-Million-Dollar-View“ vom Berg Rokko bei Nacht wohl aussieht.
Und irgendwann meldete sich dann auch wieder der Hunger – klar, wie immer eigentlich. Aber nein, wir sind nicht dekadent Kobe-Steak essen gegangen (deswegen gibt es auch keine Bilder von Steaks mit Fettmarmorierungen - wir machen das lieber auf einem Foodmarkt, die low-budget-Variante). Stattdessen waren wir in... Chinatown! 😃 und auch da wurden wir glücklich was essen angeht.
Im Anschluss ging’s noch ein bisschen hier und da shoppen auf der Einkaufsstraße von Kobe, einen Kaffee gezischt – und dann hieß es auch schon:
Sayonara, Kobe! Konichiwa, Osaka!
Und kaum wieder in Osaka angekommen, sind wir – ganz zufällig (oder sagen wir ehrlicherweise: weil wir uns mal wieder verlaufen haben) – in eine der wohl verrücktesten Foodhalls überhaupt gestolpert. Also zugegeben, wir sind ja eigentlich immer auf der Suche nach gutem Essen, aber diesmal haben nicht wir das Essen gefunden – sondern das Essen uns. Die FoodHall Hanshin Osaka Umeda! Haben uns natürlich was geholt und sind damit ins Hotel.
Zum krönenden Abschluss sind wir zum Umeda Sly Building,einen 170m Skytower, um Osaka bei Nacht von oben zu sehen. Was soll ich sagen, ich glaub die Bilder sprechen für sich. In diesem Sinne - gut Nacht!
