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Die Erongo-Region - Teil 2

Omaruru

Der Weg vom Erongo Plateau Richtung Norden ins ursprüngliche Damaraland führt uns durch das kleine Städtchen Omaruru. Zwar gehört das Damaraland offiziell zur Region Erongo, ist aber als Gebiet noch auf die Apartheid-Zeit zurückzuführen und nach dem in diesem Gebiet ansässigen Volk, den Damara benannt.

Bevor wir uns in Omaruru ein gemütliches Mittagessen gönnen, müssen wir ein paar Vorräte und frisches Gemüse wieder auffüllen. Dafür fahren wir zum Supermarkt an der Hauptstraße und parken unseren Wagen. Vorsorglich haben wir sämtliches Gepäck in der Ladefläche des Pick-ups verstaut. Um zu verhindern, dass die Scheiben von Dieben eingeschlagen werden, haben wir die Rückbank frei geräumt und den Koffer sowie die Rucksäcke hinten eingeschlossen. Wenn kein Gepäck bzw. potenzielles Diebesgut zu sehen ist, soll die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls wohl verringert sein. Das wurde uns zumindest von unserer Autovermietung geraten. Mit aufgeräumtem Auto parken wir also beim Spar in Omaruru und werden direkt von Männern mit Warnweste in Parklücken eingewiesen. Obwohl sie vermutlich nicht beim Supermarkt angestellt sind, scheint es für sie profitabel zu sein, auf Touristen zu warten und auf eine kleine Entlohnung für ihre eigentlich nicht benötigten Dienste zu hoffen. Nachdem wir wieder mit frischen Lebensmitteln ausgestattet sind und uns auch ein bisschen Grillgut besorgt haben, bringen die jungen Männern ungefragt unsere Einkaufswägen weg. Um Komplikationen zu vermeiden, drücken wir einem von ihnen ein paar Rand in die Hand und fahren los.

Tanken in Afrika

Nach unserem Zwischenstopp in Omaruru steigen wir mit vollen Mägen wieder in unseren Wagen. Wir müssen noch tanken, bevor wir von Omaruru aus in das uns bisher unbekannte Damaraland fahren. Neben einem gewöhnlichen 80-Liter-Tank besitzt unser Pick-up einen zusätzlichen 60-Liter-Tank, so dass auch längere Fahrten ohne Tankgelegenheiten möglich sind. Diesen Zusatztank haben wir auf den letzten rund 500 Kilometern aufgebraucht. Da wir erst in fünf Tagen an der Küste - in Swakopmund - mit absoluter Sicherheit wieder tanken können und nicht riskieren wollen, unterwegs liegenzubleiben, lassen wir unseren Tank komplett auffüllen. Das ist eine der wichtigsten Lektionen, die wir auf unserer Reise beachten und von allen Seiten nahegelegt bekommen: jede Tankstelle nutzen, die auf dem Weg liegt. Manchmal fährt man über hunderte Kilometer durch weite Steppenlandschaften, in denen nicht das winzigste Anzeichen von Zivilisation zu sehen ist. Hier wegen eines leeren Tanks liegenzubleiben, ist eher weniger wünschenswert.

Der nette junge Tankstellenmitarbeiter fragt noch kurz, wie viel wir tanken wollen und hängt die Zapfpistole in unseren Tank. Dass wir volltanken wollen und Diesel für unser Allradfahrzeug benötigen, sieht er wahrscheinlich auf den ersten Blick. Das erste Tanken ist für uns noch etwas ungewohnt, obwohl es nicht anders abläuft als bei unserer letzten Reise. Im Gegensatz zu daheim lässt man sich im wahrsten Sinne des Wortes einfach bedienen. Nachdem man an der Zapfsäule anhält, kommt direkt ein - bisher immer männlicher und junger - Mitarbeiter, der das Tanken übernimmt. Auch zum Bezahlen muss man nicht aussteigen, was in manchen größeren Städten als Tourist vielleicht gar nicht so schlecht ist, um nicht direkt von Straßenhändlern belagert zu werden. Wir geben also aus dem Autofenster heraus unsere Kreditkarte in das Lesegerät, bedanken uns mit ein paar Rand bei dem jungen Mann und fahren weiter. 

Omaruru ist nicht besonders groß und besteht abgesehen von den Wohnvierteln - falls man das so nennen kann - und weitläufigen Farmgeländen aus einer großen Straße, an der nicht nur Tankstellen, sondern auch ein paar Läden, Metzgereien, eine Bank und ein Supermarkt zu finden sind. Bereits nach dem ersten Abbiegen sind wir aus dem Ort draußen und fahren schon über eine Schotterpiste.


Damaraland

Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir unseren nächsten Campingplatz, das Madisa Camp. Es liegt direkt an einem ausgetrockneten Flussbett, in dem Wüstenelefanten leben sollen. Das hat zumindest unsere Recherche im Vorfeld der Reise ergeben. Um die großen, grauen Dickhäuter in Ruhe entdecken zu können, haben wir hier gleich zwei Nächte gebucht.

Der Besitzer des Campingplatzes nimmt uns leider gleich unsere Illusionen. Zwar werden vom Campingplatz Elephant Drives angeboten, also halbtägige Fahrten in einem Safari-Auto, allerdings ausgerechnet nicht an den Tagen, an denen wir hier sind. Das ist nicht weiter schlimm, da wir sowieso lieber selbstständig unterwegs sind, um flexibel zu bleiben und unser Budget ein wenig zu schonen. Wir fragen also, wo wir hinfahren müssten, um die Elefanten zu sehen. Der Mann zeigt in Richtung des Flussbettes: “Dort müsst ihr langfahren, aber es ist nicht leicht zu fahren. Wir können euch nur schlecht abschleppen und es sind schon viele in dem sandigen Flussbett liegengeblieben.” So ein Mist. Weder wollen wir im Sand steckenbleiben, noch dürfen wir mit unserem Wagen in Flussbetten fahren. Wahrscheinlich hat unsere Autovermietung das nicht ohne Grund so im Vertrag festgelegt. Wir überlegen hin und her und beschließen, einfach einen entspannten Pool-Tag einzulegen. Unser nächster Campingplatz, die Brandberg White Lady Lodge, bietet schließlich auch Elephant Drives an. Hoffentlich haben wir dort noch die Gelegenheit, die schönen Tiere zu beobachten.


Unsere Routine

Den heutigen Tag gehen wir ganz entspannt an. Zum ersten Mal müssen wir unser Dachzelt nicht zusammenbauen. Obwohl das nicht viel Arbeit macht, ist es doch ganz schön, einfach alles stehen lassen zu können. Mittlerweile haben wir schon eine kleine Routine entwickelt, obwohl wir noch nicht einmal eine ganze Woche unterwegs sind. Morgens wachen wir schon kurz nach sechs Uhr auf, wenn es langsam hell wird. Um Luft durch die Moskitonetze hereinzulassen und nicht zu schwitzen, lassen wir die Seitenwände des Dachzeltes meist offen. Dadurch wachen wir auch gleich auf, wenn es hell wird. Oder wir werden schon früher durch unfassbar laute Vögel geweckt. Ein taubenartiges Tier macht einen wirklich seltsamen Laut, der sich wie ein “Bäh” anhört. Für Ornitholog*innen muss Namibia ein wahres Paradies sein. Schade, dass wir uns in dieser Hinsicht gar nicht auskennen. Nicht mal einen Vogelführer haben wir mitgenommen.

Wenn wir wach sind, steht Maxi gleich auf, kocht Wasser und gießt Kaffee in unserer French Press auf. Ohne würde er wahrscheinlich keine Stunde überstehen. Ich gehe es etwas entspannter an, lese meist noch ein bisschen und lasse mich irgendwann von dem Duft nach frischem Kaffee aus dem Dachzelt locken. Eigentlich mache ich vorher auch schon alles für den Abbau bereit, klappe die Matratze zusammen und nehme meine Bücher, die Wasserflasche und die Kleidung mit runter. Heute ist das alles nicht nötig, da wir eine weitere Nacht hierbleiben. Gemütlich trinken wir unseren Kaffee, Maxi mit Kuhmilch, ich mit der Hafermilch, die ich in Windhoek gefunden habe. 

Wir schnappen uns unsere Handtücher, um den Tag am kleinen, schattigen Pool zu verbringen. Hier scheint die Zeit stillzustehen, wahrscheinlich könnte man auch Tage hier verbringen, ohne wegzuwollen. Die Umgebung ist wunderschön, zwar karge Landschaften mit vereinzelten Bäumen und Büschen, aber auch diese verrückten Felshaufen, die teilweise zu richtigen Bergen werden. Am Pool legen wir uns auf die gemütlich Paletten-Liegen, springen ab und zu ins kühle Nass und verbringen die Zeit mit Lesen, Schreiben und Planen der weiteren Route. So geht die Zeit ziemlich schnell vorbei und wir genießen es, einfach mal nichts zu tun.

Nachmittags laufen wir zurück zu unserem Platz und bereiten schon alles für unser geplantes Braai vor. Im südlichen Afrika wird nicht wie in Deutschland auf teuren Gas- oder Elektro-Grills gegrillt sondern mit einem einfachen Rost auf einer Feuerstelle. Es gibt auch kein Barbecue, nein, hier heißt es Braai, und etwas anderes bekommt man auch nicht zu hören. In Omaruru haben wir uns Grillgut besorgt, das wir jetzt auf dem Grillrost verteilen. Dazu schnippeln wir eine Paprika und Pilze und legen ein Knoblauchbrot in der Alufolie direkt ins Feuer. Zusammen mit der typisch namibischen Chutney und einer Knoblauch-Mayonnaise ergibt sich ein leckeres Essen, unser erstes richtiges Braai.

Nach dem Braai beeilen wir uns, um den Sonnenuntergang vom Felsen aus anschauen zu können. Mit zwei Savanna-Cider und dem Kamera-Equipment ausgestattet klettern wir über die Steine immer höher. Etwa zwanzig Minuten später stehen wir leicht verschwitzt auf dem höchsten Felsen, wo sich auch schon eine kleine französische Reisegruppe breit gemacht hat. Wir suchen uns einen Felsen neben ihnen, springen hinüber und platzieren uns in Richtung Sonne, die noch etwas über dem Horizont steht. Entspannt warten wir mit dem Sundowner auf den Sonnenuntergang und fotografieren die wunderschöne Landschaft. Von hier oben sieht man ein Stück weit den Verlauf des Flussbettes und in eine andere Richtung den riesigen Brandberg, wo wir morgen hinfahren.
Die andächtige Stimmung wird etwas durch eine Gruppe lautstarker Franzos*innen gestört, aber wir genießen weiter die je nach Sonnenstand wechselnden, kräftigen Rottöne des Himmels.

“Banana, Potatoe, Spaghetti, Maccaroni!”, hören wir sie rufen, als der afrikanische Reiseleiter das letzte Gruppenfoto von den betagten Herrschaften schießt, bevor sie den Abstieg wagen. Ob wir uns in solchen Gruppen aber wirklich wohlfühlen würden, weiß ich nicht. Viel lieber sind wir selbstständig unterwegs, können die Route selbst planen, flexibel umentscheiden, ohne uns nach einer Gruppe von Menschen richten zu müssen. Zu zweit ist das schon einfacher, wir haben zwar jeder für sich Ideen gesammelt, uns dann aber gemeinsam für die Campingplätze, den Routenverlauf und die jeweiligen Unternehmungen entschieden. Wahrscheinlich hilft es, dass wir uns schon so lange kennen und viele Jahre zusammen gewohnt haben. Wir sind voll und ganz miteinander vertraut, kennen unsere Gewohnheiten und haben sie mittlerweile aufeinander abgestimmt. Scheue und höfliche Rücksicht wie bei fremden Gruppenmitgliedern gibt es bei uns nicht mehr. Wenn einer von uns etwas möchte oder auch nicht, sprechen wir es direkt an und können uns offen einigen. Ohne eine solche Vertrautheit würde man wahrscheinlich auch keine mehrmonatige Reise überstehen.

Schweigend genießen wir die letzten Minuten der untergehenden Sonne und machen uns auf den Rückweg, um für den Abstieg über die glatten, steilen Felsen das letzte Tageslicht zu nutzen. 


Brandberg

Der nächste Abschnitt unserer Route führt uns wieder ein Stücken zurück in den Süden zum Brandberg, mit 2573 Metern dem höchsten Berg Namibias. Das Brandbergmassiv ist sowohl landschaftlich eine gewaltige Erscheinung, beherbergt aber auch zahlreiche jahrtausendealte Höhlenmalereien - ca. 50.000! -, unter anderem die White Lady. Diese weiße Dame stellt eigentlich einen afrikanischen, dunkelhäutigen Krieger dar, wurde aber von dem ersten Entdecker Reinhard Maack für eine weiße Dame gehalten. Seither ist die Bezeichnung geblieben. Nach dieser White Lady ist auch unsere nächste Unterkunft, die Brandberg White Lady Lodge benannt. Wir haben sie bewusst gewählt, da sie am Flussufer des Ugab liegt und dafür bekannt ist, dass hier regelmäßig Elefanten über den Campingplatz spazieren oder zumindest in der Nähe zu entdecken sind. Genau das erhoffen wir uns für unseren Aufenthalt hier.
Die Fahrt ist noch abenteuerlicher als sonst. Zuerst fahren wir über die uns mittlerweile vertrauten Schotterpisten, werden dann aber, nachdem wir den Ugab River erreicht haben, die letzten 20 Kilometer von unserer Navigationsapp am Flussufer entlang zur Lodge geleitet. Auf der Karte ist eine Straße zu erkennen, wenn wir aus der Windschutzscheibe schauen, eher weniger. Mit Müh und Not lässt sich ein kleiner Pfad im sandigen Terrain ausmachen, dem wir vorsichtig über den felsigen Untergrund folgen. So weit ist es ja nicht mehr, das wird schon gutgehen.

Irgendwann auf solchen Strecken, die zu Beginn schon abenteuerlich anmuten und mit der Zeit immer übler werden, erreicht man einen ‘Point of no return’. Dann ist man bereits so weit und über so viele üble Stellen gefahren, dass man gar nicht mehr umdrehen und eine andere Route nehmen kann. Abgesehen davon wäre es fast nicht möglich gewesen, zwischen den Felsvorsprüngen unseren riesigen Geländewagen zu wenden. Also heißt es Zähne zusammenbeißen und hoffen, dass es nicht noch schlimmer wird. Und hoffen, dass man bei den großen Steinen, über die man sich langsam vorwärts kämpft, nicht mit dem Unterboden des Autos hängen bleibt und einen größeren Schaden verursacht. Eine ganz schöne Zitterpartie.

Durchgeschüttelt erreichen wir schließlich doch noch unseren nächsten Campingplatz und suchen uns einen Stellplatz direkt am Flussufer, um auf keinen Fall durchlaufende Elefanten zu verpassen. Heute haben wir damit aber leider kein Glück, so dass wir für den nächsten Tag einen Elephant Drive buchen, also eine Fahrt mit Guide durch das Flussbett. Wir sind nicht die einzigen mit dieser Idee, so dass wir am nächsten Morgen um 8 Uhr mit zehn Franzos*innen in einem zum Safariauto umgebauten, offenen LKW sitzen und auf ähnlich abenteuerliche Strecken durchgeschüttelt werden wie bei unserer gestrigen Fahrt zum Campingplatz. Anschnallgurte? Fehlanzeige. Was man nicht alles für ein paar Elefanten tut.

Zusammen mit unseren durchweg gackernden Mitreisenden erreichen wir nach einer Stunde über Stock und Stein endlich wieder das Flussbett, das eine grüne, schmale Oase in der kargen Steppenlandschaft zu bilden scheint. Im Hintergrund hat man einen atemberaubenden Blick auf den massiven Brandberg, doch von Elefanten keine Spur. Unser Guide scheint aber genau zu wissen, was er tut, und kämpft sich mit dem Safariauto weiter durch den sandigen Untergrund. Und tatsächlich: nach der nächsten Kurve entdecken wir sie schlagartig! Mehrere große, graue Tiere stehen gemütlich am Rande des Flussbettes und fressen die Blätter und Äste der Bäume ab. Zwischen den Büschen und Bäumen stehen weitere Elefanten versteckt und lassen sich von uns gar nicht stören. Wie gebannt starren wir alle die riesigen, faszinierenden Tiere an. Keiner wagt etwas zu sagen und damit die Atmosphäre zu zerstören. Safari hat wirklich etwas Magisches.

Die sogenannten Wüstenelefanten sind schlanker als ihre Artgenossen, haben längere Beine und größere Füße, damit sie weiter und ohne einzusinken durch die sandige Wüste wandern können. Etwa 70 Kilometer legt ein Wüstenelefant täglich auf der Suche nach Futter zurück und hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, sich an die Wüstenbedingungen anzupassen.

Wir lassen die Elefanten nach einer Weile wieder in Ruhe weiterfressen und freuen uns, ihnen in freier Wildbahn, in ihrem natürlichen Lebensumfeld, so nahe gekommen zu sein.


Spitzkoppe

Die nächste Etappe führt uns wieder in bergiges Gebiet. Die Spitzkoppe ist mit ihren 1728 Metern zwar nicht extrem hoch, dafür besteht sie aus riesigen, rötlichen Felsblöcken, die zusammen einen ganz speziellen, aber wunderschönen Berg ergeben - das sogenannte ‘Matterhorn Namibias’. Auch hier finden sich zahlreiche Felsmalereien, die aber im Gegensatz zur Philip’s Cave im Erongo-Gebirge hier nur mit einem Guide erkundet werden dürfen, um Vandalismus vorzubeugen.

Unser Campingplatz, das Spitzkoppe Community Rest Camp, bietet riesige Stellplätze in kilometergroßen Abständen um den gesamten Berg herum, so dass es sich anfühlt, als hätte man den gesamten Berg nur für sich allein. Wir wählen den Platz, auf dem wir schon bei unserer letzten Reise hier gecampt haben und stellen uns direkt an den Hang der Koppe. Abgesehen von einer Grill- und Feuerstelle und einem modernen Plumpsklo gibt es hier tatsächlich nichts. Kein Strom, kein Wasser, kein WLAN, man muss für die Zeit des Aufenthalts komplett autark leben. Wer duschen oder Geschirr spülen möchte, muss ein paar Kilometer zurück zur Rezeption fahren. Darauf waren wir vorbereitet und haben uns mehrere Kanister mit Wasser gefüllt. Unsere Kühlbox läuft glücklicherweise auch mal zwei Tage ohne Strom.

Am nächsten Tag nehmen wir uns eine kleine Wanderung vor. Oben am Berg haben wir eine Felsspalte entdeckt, zu der wir hochklettern wollen. Mit viel Wasser, Snacks, Sonnencreme und Hut gewappnet kraxeln wir drauf los. Während die ersten Meter sich noch wie eine felsige Wanderung anfühlen, ist die zweite Hälfte eine wahre Kletterpartie, auf die wir so nicht vorbereitet waren. Nichtsdestotrotz vertrauen wir auf das Profil unserer Wanderschuhe und setzen den Weg nach oben fort. Im Gegensatz zu unseren bisherigen Wanderungen durch den Schwarzwald, bei denen wir auch einen ganzen Tag strammes Wandern einigermaßen gut durchgehalten haben, geht uns hier in der sengenden Hitze schnell die Puste aus. Schattet bietet der ‘Weg’ nicht, also nutzen wir alle sich bietenden Gelegenheiten, kurz unter einem größeren Felsen im Schatten etwas zu trinken. Die letzten zwanzig Meter hoch zu der Felsspalte sind nur noch eine glatte, ziemlich steile Felswand, an der wir uns im Schneckentempo hochziehen, um nicht abzurutschen. Da wir beide keine Klettererfahrung haben, muss das ziemlich ungelenk aussehen, aber wir sind heilfroh, als wir endlich oben ankommen. Von oben ist der Blick noch atemberaubender als ohnehin schon - von der Spitzkoppe aus blickt man auf den sogenannten Zuckerhut, einen ähnlich aussehenden Berg - und wir genießen unsere wohl verdiente Pause im Schatten, bevor wir uns auf den Rückweg machen.

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