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Die Erongo-Region - Teil 1

Von Windhoek aus fahren wir zuerst in die Erongo-Region, die sich im zentralen Namibia in Richtung Westen bis zur Küste hin erstreckt. Auf den über 60.000km² Fläche dieser Region könnte die Landschaft nicht unterschiedlicher sein. Von hellen, kargen Steppen über rote Gebirge mit riesigen Felsblöcken bis hin zur rauen Atlantikküste ist alles dabei.

Die ersten paar Tage verbringen wir im Erongo-Gebirge, unser erster Stopp: der Khan River. An diesem ausgetrockneten Flussbett, das hier auch als ‘Rivier’ bezeichnet wird, liegt unser erster Campingplatz. Um ihn zu erreichen, müssen wir mit unserem Wagen zunächst mehrere Tore durchfahren. Am ersten Tor werden unsere Daten aufgenommen, unser Kennzeichen, wo wir hinwollen und wie lange wir bleiben. Auf dem Privatgelände selbst sind die nächsten Tore unverschlossen. Der Beifahrer hat die unliebsame Aufgabe, bei jedem Tor auszusteigen, damit der Fahrer hindurchfahren kann, und es danach wieder zu schließen. Vor dem Aussteigen schadet es auch nicht, sich kurz umzublicken, da die Zäune primär den Grund haben, die Wildtiere in der gekennzeichneten Fläche zu halten. Auch wenn das bestimmt äußerst selten wäre, möchte man doch eher weniger auf ein wildes Nashorn, oder einen Leoparden treffen, oder auch nur auf eine Schlange treten.

Nach zwei Stunden kommen wir von Windhoek aus am Khan River an und machen es uns auf dem Campingplatz gemütlich. Von europäischen Campingplätzen hat das hier aber glücklicherweise gar nichts. Stattdessen finden wir einen riesigen Platz am sandigen Flussbett nur für uns allein vor, mit viel mehr Platz, als wir für uns beide nötig hätten. Ganz typisch für namibische Campingplätze befinden sich hier eine gemauerte Grill- und Feuerstelle, eine Outdoor-Dusche und -Toilette sowie ein Waschbecken, an dem man Geschirr abwaschen kann. Diese ‘Sanitäranlagen’ bestehen aus gemäuerten Wänden ohne Türen und Decken, so dass man beim Duschen sowohl den Sternenhimmel genießen kann, als auch einen Blick auf das Flussbett hat. Der Platz selbst ist auf der Seite zu dem privaten Wildreservat hin abgezäunt, zum Flussbett jedoch nicht. So kann man sich die ganze Nacht fantasievoll ausmalen, auf welche Tiere man wohl beim Aufstehen trifft.
Wir parken unser Auto unter einem großen Baum und erhoffen uns so zumindest zeitweise Schatten, damit sich das Dachzelt nicht so sehr aufheizt. Das Dachzelt aufzubauen ist, wie uns unser Autovermieter erklärt hat, nicht schwerer, als ein Bier zu öffnen. Ohne einen Bieröffner habe ich allerdings selbst zwar so meine Probleme damit, aber das sage ich lieber nicht. Gut, dass wir zu zweit unterwegs sind! Tatsächlich ist es aber doch nicht schwer und nach wenigen Minuten steht unser Dachzelt auf dem Autodach. Nachdem ein paar Gurte gelöst sind, muss die Plane entfernt und die Leiter ausgezogen werden. Zieht man die Leiter dann runter zum Boden, ploppt das Dachzelt auf und steht schon fast fertig da. Ein paar Stangen an die Seiten, dann ist es auch schon geschafft. Innen liegt eine Matratze, so dass man bei 1,40 Meter Breite und 2,20 Meter Länge zu zweit sehr gemütlich darin übernachten kann.
Abends machen wir ein Feuer und lassen den Tag bei einem Sundowner - einem Getränk, dass man zum Sonnenuntergang trinkt - ausklingen.

Am nächsten Tag fahren wir tiefer in die Erongo-Berge hinein, zur Ameib Guest Farm. Dort wird im Rahmen eines Wildnisreservates eine vielfältige Tierwelt geboten, aber auch wunderschöne Landschaften mit unendlich weiten Flächen, Bergen aus gestapelt wirkenden roten Felsen und grün bewachsenen Tälern. Es ist unfassbar heiß, fast 40°C, so dass wir uns über den Pool auf dem Campingplatz besonders freuen. Der Platz hier ist nicht ganz so weitläufig, so dass wir zum ersten Mal auch andere Camper entdecken können. Hier treffen wir neben Paaren sogar Familien mit kleinen Kindern und Großeltern, aber auch alleinreisende Camper.
Die Gegend hat landschaftlich aber auch kulturell viel zu bieten. Zuerst erkunden wir den Elephant’s Head, einen riesigen Felsberg, der von der Formierung her etwas an einen Elefanten erinnert. Daneben befindet sich die Bull’s Party, eine riesige Felsenlandschaft mit monströsen Felskugeln, neben denen man sich einfach winzig vorkommt.
In der Umgebung entdecken wir zum ersten Mal ein paar Tiere: eine Giraffe, ein paar Zebras und Antilopen. Mit dem Fernglas könnte man stundenlang auf diese schönen, anmutigen Tiere blicken. Die Zeit vergeht dabei wie im Flug, obwohl eigentlich gar nichts passiert.
Auf dem Gelände des Reservates befindet sich außerdem die Philip’s Cave, eine Höhle mit jahrtausendealten Höhlenmalereien. Um diese zu besichtigen, muss man zuerst eine halbe Stunde in der sengenden Hitze durch eine Talfläche und anschließend einen kargen Felsen hinauf wandern. Da wir uns hier in einem Reservat befinden, leben hier auch wilde Nashörner und Leoparden, so dass wir bei der Wanderung genaustens auf jedes Knacken und jede Bewegung um uns herum achten. So viel Nervenkitzel bei einer Wanderung sind wir gar nicht gewohnt. Auf halber Strecke entdecken wir unter einem Baum ein riesiges Skelett, das den Knochen nach einer Giraffe gehört haben muss.
Die Philip’s Cave selbst ist eine gut zu erreichende Höhle im Felsen mit gigantischer Aussicht. Die Höhlenmalereien faszinieren uns besonders, da sie nicht einfach nur tausende von Jahren alt sind, sondern wie aus einer anderen Welt wirken. Bis heute haben sie die Zeit überdauert, so dass wir jetzt hier stehen uns sie betrachten können, obwohl keinerlei Absperrung, Glasscheiben oder Museumswächter sie beschützen. Sie sind einfach hier, mitten auf einem Berg und darauf angewiesen, dass die wenigen täglichen Besucher sie mit Respekt behandeln, nicht überkritzeln oder auch nur anfassen.

Unser Weg durch das Erongo-Gebirge führt uns zum Erongo Plateau, kurz vor der kleinen Stadt Omaruru. Während unserer Fahrt über die ruckeligen Schotterpisten, die tiefer in das Wildnisreservat hineinführen, erblicken wir zwei Giraffen, die sich von uns nicht beim Fressen stören lassen. So können wir beobachten, wie diese gemächlichen Tiere langsam das Grün der Blätter von den einzelnen Bäumen herunterfressen. Trotz ihres eigentlich auffälligen Musters und ihrer beeindruckenden Größe wirken die Giraffen perfekt getarnt in ihrer natürlichen Umgebung, so dass wir erst nach ein paar Minuten eine dritte Giraffe hinter einem Baum bemerken.
Das letzte Stück zu unserem nächsten Campingplatz auf dem Erongo Plateau führt uns über eine abenteuerliche, steinige Piste den Berg hinauf. Mit 10 km/h bewegen wir uns nur mühsam fort und sind froh, nach einer Stunde endlich oben angekommen zu sein. Dort ist es noch heißer als bisher, ganze 40°C hat es hier. Jede Bewegung lässt den Schweiß fließen, so dass der Schatten die einzige Möglichkeit ist, die letzten Stunden des heißen Mittags zu überstehen. Wie bei vielen Campingplatzen gibt es hier ein Wasserloch, um Tiere anzuziehen. Dort entdecken wir eine kleine Herde weibliche Kudu-Antilopen (erkennbar an dem nicht vorhandenen Geweih), die sich gut durch unser Fernglas beobachten lassen. Hinter ihnen geht langsam die Sonne unter und erzeugt warme, tiefrote Schattierungen über der bergigen Landschaft.

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