5. Durch die spoletiner Cambagna
Mein Wanderführer hätte mich heutemorgen gerne durch das Spoleto-Tal geschickt. Mir war aber nicht nach Autolärm, also suchte ich mir eine Alternative durch die Berge. (Keine...


Veröffentlicht: 19.04.2025









Der Stadt Spoleto müsste man mehrere Tage widmen, so viele Schätze gibt es hier zu entdecken. Allerdings sollte man den Besuch planen, bevor man an Arthrose leidet. Die Altstadt ist am steilen Berg gebaut, und Spaziergänge sind ein ständiges Auf un Ab, durch enge Gässchen und über steile Treppen. Wer übrigens mehr über meine Eindrücke in Spoleto erfahren will, kann auch in meinen Aufzeichnungen vom letzten Jahr nachlesen.
Vor meiner heutigen Wanderung auf den Monteluco mache ich einen Schlenker zur Basilika San Salvatore. Sie wurde 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt, als Teil der Langobarden in Italien. Aber ich hab kein Glück, sie ist nicht zugänglich. Gut, dann gibt es halt nur einen kleinen Rundgang durch den Friedhof, mit seinen monumentalen Grabstätten.
Auf dem Weg zum Monteluco geht's erst einmal steil aufwärts durch einen wunderschönen Wald mit bizzaren alten Bäumen. Da tut sich mir völlig unerwartet der Blick auf das Aquadukt im Süden der Stadt auf. Mit seinen 76 Metern Höhe und 230 Metern, über einer extrem steilen Schlucht errichtet. Der Anblick ist atemberaubend und hat schon viele berühmte Menschen in Verzücken versetzt, darunter Goethe und Hesse. Fassungslos stelle ich fest, dass hier sogar Menschen drüberlaufen. Schwindelfreiheit vorausgesetzt.
Das Aquadukt wurde im 13. und 14. Jahrhundert errichtet und überragt durch seine Dimensionen bis heute alle antiken und neuzeitlichen Aquadukte.
Die Wanderung auf den Berg ist anspruchsvoll ob der anhaltenden Steigung. Aber, natürlich, der Wanderführer hat schon recht, wenn er behauptet, es lohne sich, hier heraufzukommen. Der Wald wird hier optisch von der Flaumeiche dominiert, mit ihrem knorrigen Wuchs. Dieser stimmungsvolle Wald inspirierte Menschen über Jahrhunderte zur religiösen Nutzung. Man nennt ihn daher auch den Heiligen Wald. Im 3. Jahrhundert v. Chr. Hat man begonnen, ihn zu schützen. Diese Naturschutzbestimmungen gelten als die ältesten der Welt.
Wie si ift auf meinem Weg hat der Heilige Franziskus auch hier seine Spuren hinterlassen. Man kann die spartanische Klosterzelle besichtigen, die er genutzt hat, wenn er zum Gebet auf dem Berg war.
Abschließend muss ich wieder einmal feststellen: Franziskus' wusste, wo's schön ist. Seinen Wegen zu folgen, ist eine Bereicherung, sicher auch für Menschen ohne religiöse Motive.
