Kolumbien
Nach langem Hin- und Her, haben wir uns doch dazu entschieden Kolumbien einen kurzen Besuch abzustatten. Leider war dieser Grenzübertritt ziemlich ätzend. Der kolumbianische...


Veröffentlicht: 07.10.2017



































Nachdem Silke wieder vollständig genesen war und Maggi eine XXL Wartung und Pflege erhalten hat steuerten wir Ecuadors Hauptstadt Quito an. Zunächst einmal sei festgestellt- Quito ist wahnsinnig hüglig. Ständig geht es bergauf. Als Entschädigung bietet die Stadt bzw. die Militärakademie einen überragenden Stellplatz. Am Montagmorgen besuchten wir die Wachablösung vor dem Präsidentenpalast. Faszinierend. Zunächst erwähnte ein Sprecher die ganzen glorreichen Siege dieses Landes und jedes Mal jubelte die Menge. Anschließend wurden die einzelnen Provinzen gelobt und zu guter Letzt die Fahne gehisst. Während der ganzen Prozedur standen die Regierung auf dem Balkon des Palastes und blickte aufs Volk. Für uns fühlte sich die ganze Sache ein bisschen befremdlich an. Nach der Wachablösung besuchten wir noch weitere Sehenswürdigkeiten. In der Kathedrale entdeckten wir eine Wandmalerei, dass das letzte Abendmahl zeigte. Doch anstatt Wein und Brot gab es auf dieser Darstellung ein cuy Festmahl (gegrilltes Meerscheinchen).Einfach cool. Anschließend besuchten wir noch die La Ronda, die älteste Gasse Ecuadors.
Nach so viel Stadt entspannten wir uns erstmal in den Thermen von Papallacte. Nach dieser Entspannungseinlage fühlten wir uns bereit für den Dschungel. Dabei entscheiden wir uns aus Kosten-und Zeitgründen für eine Light-Version. Konkret hieß dies wir fuhren nach Mishualli. Ein kleines Dörfchen am Rio Negro. Dort übernachteten wir in einer Amazonas Lodge. Unser erster Eindruck der Dschungel ist laut bzw. die Insekten die darin leben. Zur Überraschung ließ sich die hohe Luftfeuchtigkeit in einer Hängematte ziemlich gut aushalten. Auch nachts kühlte es einigermaßen ab, sodass wir gut schlafen konnten. Am nächsten Tag stand eine vierstündige Dschungelwanderung auf dem Programm. Nelly, ein Mitglied der Sinchi Warmi Community, führte uns in den Dschungel. Es war ziemlich beeindruckend und wir brauchen sicherlich noch einige Tage um alles zu Verarbeiteten. Im Dschungel zeigte Nelly uns verschiedene Heilpflanzen, z.B. Pflanzensäfte gegen Schlangengift oder gegen Moskitos. Das Moskito Mittelchen probierten wir gleich aus- leider nur mit mäßigen Erfolg- die Mücken gingen trotzdem auf uns los. Die Wanderung war ziemlich schweißtreibend und schon nach kurzer Zeit haben wir vollständig die Orientierung verloren. Nelly dagegen marschierte unbeirrt durchs grüne Dickicht. Anschließend gab es noch eine kleine Bootstour auf dem Rio Negro. Der Fahrtwind war einfach traumhaft. Zum Abschluss beinhaltet die Tour noch ein Mittagessen. Es gab leckeren Fisch eingewickelt in Bananenblätter mit Kochbananen, eine ziemliche trockene Angelegenheit, Linsen sowie Reis. Nach dieser anstrengenden Tour stand aber gleich der nächste Programmpunkt auf der Tagesordnung.
Unser Tagesziel war das 200 Kilometer entfernte Banos. Unsere Reiseführer versprach uns eine der schönsten Fahrten in Ecuador. Und diesmal wurden wir nicht enttäuscht. Es gab mehrere eindrucksvolle Wasserfälle, einen tiefen Canón und dutzende Tunnel, von deren Decken Wasser tropfte. Reisenden empfahlen uns einen Stellplatz mit einer ziemlich steilen Auffahrt. Und es war wirklich steil, aber dank Untersetzung kamen wir an. Der Platz bzw. das Restaurant/Hotel war der Hammer. Das ganze Gelände war im Stil von Gaudí bzw. des wiener Hundertwasserhaus angelegt. Einfach toll. Wobei unser Highlight das deutsch angehauchte Frühstück war. Es gab Müsli, Jogurt, Mehrkornbrot, selbstgemachte Marmelade, Eier, Wurst und richtigen Käse. Ach und nicht zu vergessen frischgepresster Organgensaft 😊. Nach diesem XXL-Frühstück waren wir bereit für eine kurvenreiche Tagesetappe.
Unser Ziel war die 800 Kilometer entfernte Grenze. Dafür benötigten wir natürlich mehrere Tage und irgendwann konnten wir keine Serpentinen mehr sehen. Teilweise wirklich frustrierend, 40 Kilometer Luftlinie bedeuteten 200 Kilometer Fahrtweg. Aber auch das haben wir geschafft 😊. Kurz vor der Grenze kamen wir noch ins Schwitzen. Unser Navi zeigte uns an, dass wir auf dem Weg zur Grenze noch drei Tankstellen passieren würden. Alles easy dachten wir, wir können ganz entspannt nochmal günstig Volltanken. Nun ja die ersten beiden Tankstellen waren normale Wohnhäuser die den Sprit in Plastikflaschen verkauften. Entsprach nicht ganz unserer Vorstellung einer preiswerten Tankstelle. Unsere Hoffnung schwand mit der kontinuierlichen Verschlechterung der Straße und wir bezweifelten ernsthaft, dass die dritte Option eine richtige Tankstelle war. Aber wir hatten Glück aus dem Nichts tauchte hinter einer Kurve eine richtige Tankstelle auf und da war wars los können wir euch berichten. Jedes Auto hatte noch ein Fässchen oder ein Kanister im Kofferraum. Vollgetankt und wieder tiefenentspannt machten wir uns auf dem Weg zur Grenze.
