Lun@ix ontour
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Unterdessen sind wir bereits 3 Tage in Panama und bereits morgen geht es weiter zur letzten Destination Costa Rica, von wo wir auch unseren Heimflug – Edelweiss sei Dank nonstop – antreten werden.

Die Reise nach Panama verlief sehr entspannt. Der Abflug verzögerte sich allerdings etwas, weil zuerst noch ein paar „dead birds“ von der Startbahn entfernt werden mussten, so jedenfalls die Durchsage. Der 50minütige Flug war dann etwas gar holprig, in Cartagena hatte es bereits geregnet und um Panama City hatten sich riesige Wolkentürme aufgebaut.

Da wir sehr früh bereits in unserer Unterkunft, dem „Hard Rock Hotel Megapolis“ ankamen, hatten wir uns spontan entschlossen, sogleich einen Trip an die Atlantikküste ins idyllische Colon zu unternehmen, wo wir am Freitag noch die Gelegenheit hätten, mit der berühmten Panama Railway entlang des Kanals zurück nach Panama City zu fahren. Da der Zug nur Montag bis Freitag fährt, war dies die einzige Möglichkeit, die Fahrt während unseres Aufenthaltes zu machen. So sind wir dann sogleich zum Albrook-Busterminal gepilgert und konnten just einsteigen. Die gut eineinviertelstündige Busfahrt war dann etwa vergleichbar mit dem Flug am Morgen, ausser dass sie wesentlich gefährlicher war. Während der ersten Hälfte der Fahrt ging ein apokalyptisch anmutender Gewittersturm darnieder. Es war stockdunkel und einmal schlug der Blitz direkt neben der Autobahn ein, was ziemlich geknallt hat. Den Fahrer hat das nicht daran gehindert mit über 100 Sachen zu blochen. Aquaplaning kennt man in Panama nicht und auch die Sonnenblende hat er erst von der Windschutzscheibe entfernt, als er wohl die Strasse gar nicht mehr sah. Eventuell hatte der Mann drei Tage zuvor am gleichen Ort wie wir in Cartagena das Abendessen eingenommen, jedoch das Zusatzangebot des Hauszampanos nicht ausgeschlagen... 

Nun, wir sind glücklicherweise wohlbehalten im idyllischen Colon, dem Atlantikzugang zum Panamakanal angekommen. Die ebenfalls im Kolonialstil erbaute Stadt hat vieles zu bieten: sehr nette Taxifahrer, kompletten Zerfall, Drogen, Prostitution und eine der höchsten Kriminalitätsraten Mittelamerikas. Aber man sollte sich auch diese Seite Panamas einmal vor Augen führen. Man muss aber gar nicht unbedingt nach Colon fahren, um einen etwas zwiespältigen Eindruck von diesem Land zu erhalten. Auf der einen Seite Glanz und Gloria in Panama City mit Wolkenkratzern einem protzigen Finanzzentrum aus Glas und Stahl, stylische Restaurants und Nachtclubs und nur wenig davon entfernt traurige Slums, halbverfallene Gebäude, in denen die weniger Privilegierten ihr Dasein fristen. Colon ist das extremste Beispiel, weil hier die ganze Stadt verslummt ist und auch ein schickes Kreuzfahrtterminal, welches 2000 errichtet wurde, nicht viel geholfen hat. Colon hat die grösste Freihandelszone der Welt nach Hongkong. Hier werden Milliarden Dollars gemacht, von den Einnahmen durch den Kanal und das ganze Finanzwesen ganz zu schweigen. Faktisch ist Panama das reichste Land Mittelamerikas. Da fragt man sich schon, wo denn all das Geld hinfliesst und wieso unmittelbar hinter den Glaspalästen die bittere Armut beginnt.

In Colon wird einem jedenfalls mit Nachdruck davon abgeraten, sich – auch tagsüber – zu Fuss zu bewegen. Auch dies kann relativiert werden und es gibt durchaus auch bessere Gegenden. Eine davon ist das vorerwähnte Kreuzfahrtterminal, Shoppingcenter und Casino „Colon 2000“, wo wir ein sehr feines verspätetes libanesisches Mittagessen einnahmen, während es gerade wieder kräftig schüttete. So hatten unsere zwei Stunden in Colon gut ausgenutzt und konnten uns just zum Endbahnhof des Zuges chauffieren lassen.

Die Fahrt, die einmal täglich (Hin und zurück) mit einem Touristenzug stattfindet ist wirklich sehr schön. Die Bahnlinie folgt immer wieder dem Kanal, führt auch über einen langen Damm über den Lago Gatun um dann in den dichtesten Dschungel einzudringen. Der Zug hat offene Bereiche zum Fotografieren und wir haben die ganze Fahrt stehend dort verbracht. Zum einen weil das sehr schön war, zum anderen weil das sehr schön warm war. In Panama hat man nämlich den extremen Hang, den man normalerweise aus Südostasien kennt, Räume auf Kühlregaltemperatur herunter zu kühlen. So auch im Zug. Und auch immer wieder sieht man in Bürogebäuden Leute in Sweatshirts und Pullovern sitzen, während es draussen 32 Grad heiss bei extremer Luftfeuchtigkeit ist.

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