Die Tage hier vergehen wie im Flug, jetzt bin ich schon eine Woche hier und es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Nachdem ich die ersten Tage die Farm kaum verlassen habe um mich an die Routine zu gewöhnen, waren Sara und ich gestern in Leicester, der nächstgrößten Stadt. Es ist eine schöne Universitätsstadt (natürlich nciht zu vergleichen mit Jena...), sehr britisch und gleichzeitig multikulturell. Leicester ist sehr modern, aber man entdeckt an einigen Stellen Spuren der Römer und aus dem Mittelalter. Wir sind mit dem Bus von Barwell nach Leicester gefahren, was super war, denn dann konnten wir schön aus dem Fenster gucken. Doch das Fenster kann noch so groß sein, wenn draußen dicker Nebel herrscht sieht man halt nichts. In Leicester angekommen sind wir in das Newark Houses Museum gegangen, welches das Leben in Leicester und Umgebung aus verschiedenen Jahrhunderten zeigt. Es war klein aber mit viel Liebe konzipiert und es hat großen Spaß gemacht ein bisschen das britische Leben kennenzulernen. Besonders gut hat mir ein Raum gefallen, in welchem eine Einkaufsstraße errichtet wurde aus dem Großbritannien des letzten und vorletzten Jahrhundert. Ich hab mich gefühlt wie Harry Potter in der Winkelgasse. Wir sind ein bisschen durcheinander durch das Museum geirrt, immer auf der Flucht vor mindestens 4 Schulklassen 6-8-Jähriger. Danach haben wir Leicester erkundet, wir haben den Glockenturm gesehen, die Kathedrale und die Guild Hall. In der Kathedrale liegt König Richard III., aber genauso wie die Ausstellung konnten wir uns die Kathedrale leider nicht anschauen, weil wir feststellen mussten, dass öffentliche EInrichtungen und Geschäfte in Großbritannien recht zeitig schließen. Wo man in Berlin nachts um drei noch ein Bier kaufen kann, schließt in Leicester ab um vier alles. Also sind wir auf eine Entdeckungstour durch die Stadt gelaufen, wir haben Ruderer eines Universitätsclubs rudern gesehen (schnelle Jungs) und haben den wunderschönen Obstmarkt besucht. Die Narborough Road ist eine Straße mit verschiedenen Restaurants sämtlicher Nationalitäten und vom Döner (oder wie die Briten sagen Donner Kebap) bis hin zu afrikanischen Spezialitäten bekommt man dort alles. In jener Straßen haben wir uns wieder mit Jan getroffen, die dort in einem Gemeindesaal eine Tanzprobe hatte. Sie praktiziert Morris Dance, eine englische Folklore, die mich sehr verwirrt hat. Normalerweise von Männern praktiziert muss die Frauengruppe von Jan Bärte aus Wolle tragen und sie tanzen mit Taschentüchern in den Händen und klappern mit Stöcken aneinander. An einer anderen Stelle gab es eine Hexe die den anderen die Taschentücher klaut und die Stöcke wegnimmt. Sara und ich haben zugeschaut (obwohl wir die Grundschritte jetzt können) und auf zwei Hunde aufgepasst (übrigens eine super Idee, Hunde zu einem Tanz mitzunehmen, bei welchem hauptsächlich mit großen Stöcken geschlagen wird...). Dennoch ist Morris Dancing sehr eindrucksvoll, mit lautem Gesang, Fiedel und Akkordeon.

Auf der Farm ist gerade wieder viel los, wir haben momentan zehn Hunde, dafür aber nur fünf Katzen. Die Hälfte der Hunde ist schwierig bis gar nicht in Gang zu bekommen, wenn wir auf dem Feld sind. Tommy ist steinalt und genauso taub wie sein altes Herrchen und Zak, der Riesenschnauzer, hat gerade eine Zehe amputiert bekommen und lehnt hobbymäßig gerne an Menschen. Honey, die Golden Retriever Dame guckt immer etwas traurig obwohl sie eigentlich ganz glücklich ist. Die letzten Schafe bekommen momentan alle noch Lämmer. Dabei mussten wir gestern mit anpacken, denn ein Schaf, dass noch nie gelammt hat konnte nicht ohne Hilfe gebären, deswegen mussten Jan und Dave helfen. Wir haben sie zu viert von der Herde getrennt und dann konnten wir sehen wie ein kleines Lämmchen zur Welt kommt. Das war schön :)

Kommentare

Torsten
Da fehlen Bilder vom Stadion von Leicester City 😀

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