Addiu Corsica!
Unser letzter Tag auf Kosika empfing uns mit herrlichen Sonnenschein. Die Berge strahlten in der Morgensonne und wir genossen das Frühstück vor dem Giga-Mega-Super-Bergpanorama...

Veröffentlicht: 24.08.2018
Trotz der sehr engen und fensterlosen Innenkabine haben wir in unseren Stockbetten erfreulich gut geschlafen. Als uns frühmorgens die Lautsprecherdurchsage informiert, dass wir demnächst unseren Hafen in Genua erreichen, fällt uns das Aufstehen leicht. Unsere Siebensachen sind ratzfatz gepackt (mittlerweile haben wir ja reichlich Übung darin) und schon kurz darauf stehen wir an Deck und genießen den Ausblick auf die in Morgensonne getauchte italienische Hafenstadt.
Im Bauch der Fähre trifft unsere Africa Twin, das Sondermodell zum 30jährigen Jubliläum dieses Modells, auf deren Urahnin. Dieses Motorrad ist eines der ersten Jahrgänge und trägt noch das klassische Design, das die Vorlage für die Gestaltung unserer Waltraud war. Die Verwandtschaft ist deutlich erkennbar.
Schon kurz vor sieben Uhr rollen wir an Land und starten Richtung Heimat. Damit ist auch klar, dass wir die knapp 800 km bis Nürnberg locker bis heute Abend schaffen können und nicht noch mal übernachten werden. Aus unserem Fernweh ist mittlerweile ein gewisses Heimweh geworden – und so sollte es, finden wir, auch am Ende jeder Reise sein.
Um zügig voranzukommen entscheiden wir uns für die Autobahn-Route. Von Genua aus geht es Richtung Mailand und hoch zum Comer See. Dort überqueren wir die Grenze zur Schweiz, verzieren Waltraud mit der obligatorischen Vignette und düsen, penibel auf die Geschwindigkeitslimits achtend, weiter Richtung Norden. Der San Bernadino-Pass ist zwar nur zweispurig, aber hervorragend ausgebaut. Wenn die rigorosen Strafen für Temposünder in der Schweiz nicht wären, könnte die Strecke richtig Spaß machen. ;-)
Auf der Nordseite der Alpen verschlechtert sich das Wetter massiv und es beginnt zu regnen. So richtig unangenehm ist für mich jedoch der starke Seitenwind, der in heftigen Böen aus wechselnden Richtungen bläst. Wir werden ordentlich umhergeschubst und sind froh, als wenigstens der Wind im Flachland wieder nachlässt.
Im weiteren Verlauf hätte sich die Möglichkeit geboten, endlich wieder mal einen „Länderpunkt“ zu sammeln. Das Fürstentum Lichtenstein habe ich bisher noch nicht mit dem Motorrad bereist und somit fehlt es noch auf meiner Liste. Wegen des anhaltenden Regens hält sich die Lust auf einen Abstecher dann doch spontan in Grenzen.
Bevor wir Deutschland erreichen, lotst uns unser Navi noch mal nach Österreich. Angesichts der paar wenigen Kilometer sparen wir uns die dortigen Autobahngebühren und quälen uns stattdessen durch Bregenz Richtung Lindau am Bodensee. Unser Geiz wird mit einer knappen Stunde Umweg bestraft. Keine gute Idee, wenn man eigentlich auf direktem Weg nachhause will und noch ordentlich Wegstrecke vor sich hat.
Erst hinter Lindau geht’s auf die deutsche Autobahn. Jetzt läuft's! Die 300 km bis Nürnberg spulen wir zügig ab. Gegen halb sieben sind wir wieder zuhause. Groggy, aber glücklich!
FAZIT:
In 17 Tagen sind wir 4.200 km durch fünf Länder gefahren. 1.000 km bis zur Fähre in Livorno (3 Tage), 1.200 km auf Sardinien (5 Tage), 1.200 km auf Korsika (8 Tage) und knapp 800 km in einem Tag zurück nach Nürnberg.
Wir haben 16 mal übernachtet auf dieser Reise, davon zwei mal auf See, ein mal in einem Luxus-Resort, ein mal in einem klassischen B&B und ansonsten in kleinen, meist familär geführten Hotels.
Unser Motorrad "Waltraud" hat uns - bis auf eine kleines, selbstverursachtes Problem mit einer Sicherung - sehr zuverlässig überall hin gebracht. Von sechsspurigen Autobahnen, über superkurvige (Pass-)Straßen bis hin zu üblen Offroad-Passagen war alles dabei. Die Africa Twin hat sich als wunderbares Reisemotorrad erwiesen.
Besonders glücklich sind wir über die Begegnungen mit den vielen tollen Menschen auf unserer Reise.
Wir haben jede Stunde und jeden Kilometer genossen und sind wirklich dankbar dafür, das Privileg zu haben, solche Abenteuer erleben zu können!
Mal schauen, wo es – zusammen mit der besten Sozia der Welt – beim nächsten mal hingeht. Nach der Reise ist schließlich vor der Reise! :-)
