Tag 3 Tokyo fire station und Shibuyas Nachtleben
Heute heißt es der frühe Vogel fängt den Wurm. Noch vor dem Wecker schrecke ich auf, die Angst wieder zu verschlafen ist zu groß. Erste Mission ist es einen heißen Kaffee zu...

Veröffentlicht: 09.04.2023
















Heute geht es für uns raus aus der Großstadt und ab in die japanischen Berge. Wir haben uns für eine Unterkunft in einem alten Ryokan entschieden. Um unsere Reise von Stadt zu Stadt bezahlbar zu machen, haben wir uns bereits in Deutschland den Japan Rail Pass besorgt. Mit diesem Pass können wir für 324 Euro 14 Tage lang alle Linien der Japan Rail Company nutzen. Das Netz erstreckt sich über die gesamte Insel, so dass wir in der Lage sind, alle unsere Ziele zu erreichen. Da der Ticketpreis für eine Strecke normalerweise zwischen 70 und 90 Euro liegt, können wir hier ordentlich sparen.
Wir bereuen es, das Ticket nicht bereits am zweiten Tag gekauft und aktiviert zu haben. Der Schalter, an dem wir unseren Voucher gegen das Bahnticket eintauschen müssen, ist sehr voll und wir kommen nur langsam voran. Nach 45 Minuten haben wir es jedoch endlich geschafft und können uns auf den Weg zum Shinkansen machen. Wir haben hohe Erwartungen an das pünktlichste Zugsystem der Welt. Mit einer Pünktlichkeitsrate von 99% ist es schwer vorstellbar, dass es ein Bahnunternehmen gibt, das seinen Fahrplan besser einhalten kann.
Die Bahn funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk - die geplante Abfahrt um 12:10 Uhr ist genau das, was passiert. Tatsächlich beginnen wir um 10 Minuten nach 12 zu rollen. Unsere Vorfreude steigt, auch wenn wir noch nicht genau wissen, was uns erwartet.
Die kommenden Tagen werden wir zu dritt verbringen. Thomas und ich haben bereits vereinbart, gemeinsam in ein Onsen zu gehen, Kanazawa zu erkunden und möglicherweise auch Nara zu besuchen. Thomas ist auf einer großen Asienreise und hat zufällig den gleichen Zeitraum wie wir in Japan. Es ist ein glücklicher Zufall, da wir uns gut verstehen und die Zeit genießen können.
Nach unserer Ankunft in Nagano checken wir in unserem Hotel ein und machen uns auf den Weg, um einige Schreine zu besichtigen und die schöne Landschaft zu genießen. Wir haben auch endlich blühende Kirschblüten gefunden, nachdem wir für die Sakura in Tokyo zu spät waren. Das Wetter ist fantastisch mit einem klaren Himmel ohne eine einzige Wolke.
Wir erkunden den Stadtteil Yudanaka, der früher Teil der Olympia-Stadt war, und besichtigen das Athletenlager, in dem die Sportler damals untergebracht waren. Es ist traurig zu sehen, dass die Gebäude, die extra für solche Veranstaltungen gebaut wurden, über die Jahre nicht richtig gepflegt wurden.
Nachdem wir uns an einigen Kirschblüten und den traumhaften Bergen erfreut haben, wird es Zeit für eine Mahlzeit. Wir haben uns nicht sattgesehen und finden immer wieder neue interessante Dinge, weshalb wir unseren Hunger nicht bemerken.
Nach einer leckeren Portion Ramen ist es endlich soweit. Wir können das Onsen ausprobieren, der wahre Grund für unseren Aufenthalt in Nagano. Das Ryokan, in dem wir übernachten, scheint wie ausgestorben zu sein, da wir die einzigen Gäste zu sein scheinen. Das ist schade für die Betreiberin, aber gut für uns. Für diejenigen, die nicht wissen, was ein Ryokan ist, möchte ich kurz erklären, dass es sich um ein traditionelles japanisches Gasthaus handelt, das sich auf die Übernachtung von Gästen spezialisiert hat. Ryokans sind meist in ländlichen Gebieten oder in der Nähe von heißen Quellen. Wir haben das Glück, direkt an eine solche Quelle angebunden zu sein und können so direkt vor Ort entspannen. Wir schlafen auf Tatami-Matten und einem Futon, was recht hart ist, aber so wollten wir es erleben.
Wir folgen den Anweisungen aus dem Internet und arbeiten uns Schritt für Schritt durch das Onsen-Erlebnis:
Unser Onsen hat zwei verschiedene Becken, einen Innenbereich und einen Außenbereich, der in zwei Hitzezonen unterteilt ist.
Da das Wasser aus einer heißen Quelle kommt, wird kein Strom oder sonstiges benötigt, um das Wasser zu erhitzen oder zu aus der Erde zu pumpen. Wir könnten theoretisch die ganze Nacht im Onsen bleiben. Da das Wasser jedoch mindestens 40°C heiß ist, macht es uns müde. Wir entspannen anschließend mit Chips, Bier und einer japanischen Gameshow.
