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Ich bin Julia und mache gerne Radtouren. Hier möchte ich euch von älteren und aktuellen Rad- und Wandertrips berichten.

Lahnradweg: Von Bad Laasphe nach Marburg

Dienstag, 2.6.2020

Der zweite Tag unserer Reise begann recht schweigsam. Wir machten uns recht früh fertig und checkten gleich aus. Aufgrund von Corona konnten wir nämlich kein Frühstück im Hotel bekommen. Deshalb kauften wir in einer Bäckerei in der Altstadt von Bad Laasphe ein, setzten uns dort auf eine Bank und frühstückten. Es war klar und sehr kühl, über meinem Pulli hatte ich sogar noch eine Fleece-Jacke an.

Dann ging es los: wir folgten der Lahn durch das Industriegebiet. Dann fuhren wir durch das Tal, mitten durch Wiesen, oft nah am Bahngleis. Links und rechts, vorne und hinten erhoben sich Hügel. Bei der Amalienhütte fuhren wir an einem See vorbei, der auch die Lahn speist. Das sah sehr hübsch aus!

Danach ging es auf einem der Hügel bergauf und ganz oben hatte man plötzlich einen super Blick auf das im Tal liegende Wallau. Auch das ist sehr ländlich und dörflich geprägt. Danach ging es wie vorher im Tal weiter. Allerdings wurde es nun breiter und die kleinen Wiesen wurden von Feldern abgelöst. Die Häuser hatten immer weniger Schiefer und immer mehr Fachwerk. Wobei ersteres während unserer ganzen Tour nicht verschwinden sollte.

Bei Kernbach machten wir eine Pause, denn dort war das Lahn-Ufer schön zugänglich. Wir sahen uns ein Insektenhotel an und kleine Fischschwärme und chillten auf Steinen im Wasser. Dabei hielten wir unsere Füße in den eiskalten Bach. Weil es so schön war und die Sonne uns wärmte, blieben wir deutlich länger dort, als ursprünglich geplant.

Danach radelten wir zumeist neben dem Bahngleis weiter. Einmal sah es so aus, als sei die Lahn jetzt schon sehr sehr breit. Wir waren sehr irritiert, war sie doch kurz zuvor noch eher ein Flüsschen. Aber wir hatten uns verschaut, es war gar nicht die Lahn, sondern längliche Seen. Ansonsten kamen wir durch viele Dörfer, die Hügel hingegen wurden flacher.

Einmal mussten wir an einem Bahnübergang halten. Dort plauderten wir mit Einheimischen, die uns Tipps für unsere Route gaben. Sie waren sehr nett. Und sie sagten, in Cölbe gäbe es nichts Sehenswertes, weshalb Mama und ich die dort angestrebte Mittagspause ausließen und gleich weiter nach Marburg fuhren.

Dort angekommen standen wir vor einem Studentenhaus, wo es neben einem großen Radständer auch eine Imbissbude und Sitztreppen hinab zur Lahn gab. Dort setzten wir uns und vertilgten unsere mitgebrachte Brotzeit, denn es war ziemlich genau Mittag. Dort chillten wir noch eine Weile und gingen dann über eine hübsche kleine Fußgängerbrücke in Richtung Altstadt, die man schon vorher sehen konnte und sich in den Berg hinauf erhob. Unsere Fahrräder ließen wir bei den Radständern am Studentenhaus.

Wir gingen zunächst an einer sehr imposanten Kirche entlang hinauf in die Oberstadt. Immer wieder waren dort Hinweise auf Grimms Märchen, weil die Gebrüder Grimm in Marburg studiert haben: ein Bild von Sterntaler, ein Märchenausschnitt, ein großer einzelner Schuh auf einer Treppe. Vorbei an großen Plätzen mit sehr vielfarbigen markanten Fachwerkhäusern, aber auch mit Schindeln oder Backsteinen, dem Rathaus mit seiner Uhr und den Überresten einer Synagoge gingen wir schließlich bis ganz hinauf zum Schloss. Das ist sehr gut in Schuss, aus rotem Stein und richtig groß! Außerdem hatte man einen tollen Blick über ganz Marburg und die leicht hügelige Umgebung.

Dann schlenderten wir durch den Schlossgarten. Auch der war top in Schuss: viele bunte Blumen, einmal ein Brunnen, alte ausladende Bäume, Wiesen und eine Freiluftbühne, die wir allerdings mehr hörten als sahen. Beim Schloss gab es noch ein Café, wo wir noch ein Radler bzw. selbstgemachte Limonade tranken. Trotz der wenigen Kilometer waren wir beide etwas kaputt, denn es war wirklich sehr heiß.

Schließlich gingen wir wieder hinunter und besuchten dabei noch zwei Kirchen, u.a. die imposante Universitätskirche. Es dreht sich in Marburg echt fast alles um die Universität, glaube ich. Wieder bei den Rädern suchte ich via Internet eine Unterkunft. Eine war beim Bahnhof, wo wir dann auch hinradelten. Aber ohne Kreditkarte konnte man dort nicht einchecken. Und wir hatten natürlich keine dabei. Ich war schon sehr genervt. Dann gab es noch eine andere Unterkunft in der Innenstadt, genau dort, wo wir gerade hergekommen waren. Wir fuhren also zurück und es war so kompliziert, dass ich gleich noch genervter war.

Schließlich waren wir da und ich checkte ein. Leider hatte ich meine Maske draußen vergessen. Kurzerhand zog ich mein T-shirt aus und band es vor Mund und Nase. Es lebe das Sportunterhemd, das ich darunter trug!

Später, nachdem wir uns geduscht und ein bisschen ausgeruht hatten, suchten Mama und ich etwas zum Essen. In einem kubanischen Restaurant "Havanna" wurden wir schließlich fündig. Dort gab es eine recht alte Terrasse und wir saßen direkt auf/ über der Lahn. Sehr cool! Das Essen war ausgezeichnet und wir genossen dabei den Blick auf die Lahn mit einer Staustufe, badende Menschen und einen Reiher, der wohl gerne nasse Füße hat.

Später spazierten wir noch durch den botanischen Garten zur Elisabethkirche (die leider schon geschlossen war) und am Lahn-Ufer entlang wieder zurück (wo unendliche viele Studentengrüppchen beieinander standen oder saßen). Hundsmüde fielen wir schließlich ins Bett.


Etappe: Bad Laasphe - Marburg (Lahnradweg)

gefahrene Kilometer: 53

Wetter: sonnig, sehr warm, ab und zu angenehmer Wind
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