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Ich bin Julia und mache gerne Radtouren. Hier möchte ich euch von älteren und aktuellen Rad- und Wandertrips berichten.

Lahnradweg: Von Marburg nach Wetzlar

Mittwoch, 3.6.2020

Aus unerklärlichen Gründen schliefen wir heute lang, nämlich bis 8. Das mag jetzt nicht so lange klingen, aber für gewöhnlich bin ich um diese Zeit schon unterwegs. Jedenfalls suchten wir uns dann schnell eine Bäckerei, um etwas zu frühstücken und wurden nach 10-minütiger Suche direkt gegenüber unseres mitten in der Altstadt gelegenen Hotels fündig. Eigentlich hätten wir es sofort sehen müssen. Aber wir sind nun mal etwas blind. Wir kauften uns etwas und setzten uns zum Essen an einen kleinen Tisch draußen an der Straße, als es plötzlich zu nieseln begann. Schnell fuhren wir los, aber da hörte der Regen auch schon wieder auf. Dennoch sollte es bis Mittag stark bewölkt bleiben.

Wir versuchten, aus der Stadt hinauszufahren. Die Betonung liegt auf "versuchten". Dazu fuhren wir zurück zum Studentenhaus von gestern. Dort zeigte der Pfeil exakt in die Richtung, aus der wir vom Hotel her gekommen waren. Es war sehr verwirrend. Dann entschieden wir uns für eine Gasse, in der wir noch nie waren (da zeigte zwar auch kein Pfeil hin) und siehe da: sie war nicht nur die richtige, sondern auch noch voll mit lauter schönen Fachwerkhäusern! Am Bad vorbei ging es stadtauswärts auf kleinen geteerten Feldwegen immer weiter weg von Marburg.

Zuerst kamen uns noch viele, sehr viele Studenten in joggender oder radelnder Form entgegen, mit der Zeit wurden das aber immer weniger. Auf einmal kamen wir an einem sehr schönen Badesee, dem Weimarer See vorbei, dann durch ein Dorf. Im Folgenden fuhren wir meist durch Wiese und Felder, immer wieder unterbrochen von kleinen Dörfern. Die Gegend war deutlich flacher als gestern, es gab zwar Hügel, aber die waren weiter weg. Viele Felder waren einfache Wiesen und nicht bebaut mit Getreide etc. 

Einmal führte nach einem Dorf eine sehr hübsche, alt aussehenden (aber erst 2012 erbaute) Brücke über die Lahn, sie war mitten zwischen den Wiesen. Kurz darauf kamen wir an einem Jägersteigvorbei - wieder mitten in den Wiesen und Auen -, der in einen einzelnen Baum gebaut war, wobei letzterer aber schon lange tot war. Es sah faszinierend aus!

Dann ging es weiter, immer durch eine ähnliche Landschaft oder kleine Dörfer, wo es viele Tiere und Gärten gab, vorbei an einer steinzeitlichen Siedlung; Kinder spielten auf der Straße, Bulldogs fuhren umher. Wie bei mir zu Hause. Immer wieder erhaschten wir dabei einen Blick auf die Lahn und immer wieder überquerten wir sie.

Vor Lollar trafen wir auf ein älteres Ehepaar auf E-Bikes. Sie fragten uns, wo wir hin wollten und halfen uns ein bisschen. Sie selbst seien aus der Umgebung, hätten aber früher auch Radtouren gemacht, u.a. im Altmühltal (wo wir herkommen) und kennen sogar unseren Heimatort! Dann gaben sie uns noch Tipps und meinten, in Gießen gäbe es absolut nichts Sehenswertes, da bräuchten wir gar nicht erst hin fahren. Wir trennten uns in einem kurzen Waldstück, wo Mama und ich dann durch Lollar fuhren. 

Immer am Bahngleis entlang, auf schmalen Wegen durch sehr hohe Felder, am Rand von Wißmar entlang und schließlich über die Autobahn. Direkt danach sahen wir den Silbersee. Danach gab es wieder mehr Jogger und Radler, wir kamen wieder näher nach Gießen. Dort sahen wir tatsächlich nichts von der Stadt, denn wir fuhren vorbei an Schrebergärten entlang der Lahn. 

Dann fuhren wir ein Stück direkt auf der Autobahn (oder so). Natürlich gab einen baulich getrennten Radweg, aber ein komisches Gefühl war es trotzdem. Dabei hatten wir einen guten Blick auf die beiden Burgen und den Fernsehturm, von denen die beiden anderen Radler erzählt hatten.

Im Dorf Heuchelheim, einem richtigen Dorf, machten wir Pause an einem Bach nahe der Kirche auf einer Bank. Da kam die Sonne raus! Es wurde echt warm. Wir aßen unsere mitgebrachte Brotzeit und hielten die Füße ins Wasser.

Etwas am Hang entlang ging es eine Stunde später mit tollem Blick auf die Umgebung weiter. Dach Dorlar kam ein Bad mit einem Kiosk. Dort aßen wir ein Eis in der Hitze, bevor es schließlich nach Wetzlar ging.

Dort fanden wir recht bald den auf einem Hügel erbauten, stildiversen Dom. Der sieht sau witzig aus! Außerdem schlenderten wir kurz durch die Altstadt mit typischen Bauten aller Epochen: Fachwerk, Schindeln, große Herrenhäuser und ein 60er-Jahre-Bau, außerdem viele Grünflächen, Brunnen, Statuen, Treppen, eine riesen Freilichtbühne, eine Galerie mit lustigen Kaiserbildern, ...

In der Touristeninfo fragten wir nach einer Unterkunft und mussten da gleich hin, weil die Dame von der Touristeninfo das so sagte. Welch ein Glück, dass wir auf sie hörten, denn genau als wir bei der Unterkunft ankamen begann es stark zu regnen. Als es um viertel 6 wieder aufhörte sahen wir uns Wetzlar weiter an und aßen schließlich in einem schönen Restaurant eine gute Pizza.


Etappe: Von Marburg nach Wetzlar

gefahrene Kilometer: 57

Wetter: bewölkt, zum Teil sonnig, am späteren Nachmittag Gewitter mit Regen



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