jeskografie
jeskografie
vakantio.de/jesko_unterwegs
Zuletzt in Singapur

#1 BALTIKUMREISE 2022 - TALLINN | SKANDINAVISCH ODER BATLISCH? EGAL, BEIDES GEIL

Veröffentlicht: 08.05.2023

INFORMATIVES ZUM LAND

Estland ist ein kleines Land im Baltikum, das an die Ostsee grenzt und historisch von verschiedenen Mächten geprägt wurde. Trotz seiner geringen Größe hat das Land eine bewegte Geschichte, die von Fremdherrschaft, Unabhängigkeitskämpfen und technologischen Fortschritten bestimmt wurde.

Die ersten Siedlungen auf dem heutigen Gebiet Estlands entstanden bereits vor über 11.000 Jahren. Die estnischen Stämme lebten lange in einer eigenständigen Gesellschaft ohne zentralisierte Machtstrukturen. Im 13. Jahrhundert begann jedoch die Eroberung durch christliche Ritterorden, insbesondere durch den Schwertbrüderorden und später den Deutschen Orden. Estland wurde in den Herrschaftsbereich der dänischen und später der livländischen Konföderation eingegliedert.

Tallinn, damals unter dem Namen Reval bekannt, wurde 1248 Teil der Hanse, was der Stadt wirtschaftlichen Aufschwung bescherte. Handel und Seefahrt prägten das mittelalterliche Estland, doch die estnische Bevölkerung blieb meist unter der Herrschaft deutscher und skandinavischer Adelsfamilien.

Im 16. Jahrhundert geriet Estland in den Livländischen Krieg (1558–1583) zwischen Russland, Schweden, Polen und Dänemark. Am Ende wurde der nördliche Teil Estlands 1561 schwedisch. Die Schweden förderten Bildung und errichteten 1632 die Universität Tartu. Doch nach dem Großen Nordischen Krieg (1700–1721) übernahm Russland die Kontrolle über das gesamte Gebiet.

Unter russischer Herrschaft blieb Estland bis ins 20. Jahrhundert eine agrarisch geprägte Region mit einer deutschbaltischen Elite. Die estnische Nationalbewegung wuchs im 19. Jahrhundert mit dem Erstarken der estnischen Sprache, Kultur und Identität.

Nach dem Ersten Weltkrieg erklärte Estland am 24. Februar 1918 seine Unabhängigkeit. Nach dem Estnischen Freiheitskrieg gegen Sowjetrussland und deutsche Freikorps (1918–1920) wurde die Unabhängigkeit durch den Vertrag von Tartu 1920 anerkannt.

Doch die Unabhängigkeit währte nicht lange: Im Zweiten Weltkrieg wurde Estland zunächst von der Sowjetunion (1940), dann von Nazi-Deutschland (1941–1944) und erneut von der Sowjetunion (1944–1991) besetzt. Während der sowjetischen Herrschaft wurden Hunderttausende Esten deportiert oder flohen ins Ausland. Russisch wurde als Hauptsprache eingeführt, und viele russische Bürger wurden angesiedelt, um die estnische Bevölkerung zu beeinflussen.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion begann Estland 1988 die sogenannte "Singing Revolution", eine friedliche Protestbewegung, die 1991 zur erneuten Unabhängigkeit führte. Seitdem hat sich das Land rasant entwickelt: Estland trat 2004 der EU und der NATO bei, baute eine hochmoderne digitale Verwaltung auf und wurde zu einem der führenden Technologiezentren Europas.

Heute ist Estland eine demokratische Nation mit einem hohen Lebensstandard, einer boomenden Startup-Szene und einer starken kulturellen Identität. Trotz seiner wechselvollen Geschichte hat es sich zu einem modernen, digitalen und innovativen Land entwickelt.

Tallinn, die Hauptstadt Estlands, ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas. Die Altstadt, ein UNESCO-Weltkulturerbe, beeindruckt mit kopfsteingepflasterten Gassen, gotischen Kirchen und der beeindruckenden Stadtmauer. Der Rathausplatz mit dem gotischen Rathaus ist ein zentraler Treffpunkt. Neben der historischen Seite bietet Tallinn auch eine moderne, kreative Szene mit hippen Cafés, Technologie-Startups und einem lebendigen Nachtleben. Besonders das Viertel Telliskivi ist ein Hotspot für Kunst, Design und Innovation.

Tallinn ist auch für seine Weihnachtsmärkte, die schöne Ostseeküste und die gut ausgebaute digitale Infrastruktur bekannt. Die Stadt vereint Tradition und Moderne auf einzigartige Weise und ist ein spannendes Reiseziel für Kulturinteressierte und Technikfans gleichermaßen.

WIE BISTE HINGEKOMMEN?

Nach einem 2-stündigen Flug kamen wir in Estland an. Flug mit der Lufthansa ab Frankfurt für einen eher hohen Preis. Man gönnt sich ja sonst nichts. Wir haben Lust, die baltischen Städte zu besuchen.

WO HAST DU GENÄCHTIGT?

Wir hatten ein schönes und kleines Airbnb in der Altstadt von Tallinn. Tallinn im Winter ist sicherlich eines: kalt. Verdammt kalt. Eisigkalt. Arktisch kalt. Minus 15 Grad Celsius kalt. ALSO RICHTIG RICHTIG KALT. Leider hatte unsere Unterkunft keine funktionierende Heizung und zu allem Übel auch noch einen Stromausfall. Dadurch ging unsere elektronische Heizung nicht mehr. Zwar hätten wir dieses Problem einfach beheben können, aber daran haben wir nicht gedacht. FAST ERFROREN SIND WIR!

Rein in den nächsten Tag.

WAS HASTE GESEHEN?

 Estland liegt zwischen Finnland, Russland und Lettland an einem strategisch wichtigen Punkt an der Ostsee. Sichtbar wird das, wenn man sich den Aufbau der Altstadt anschaut: Tallinn ist auf einem Hügel erbaut, umgegeben von einem Verteidigungswall mit Spähtürmen. Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Altstadt, sowie die Alexander-Nevski Kathedrale, die Stadtmauer und der alte Markt.

Da wir im Winter hier waren, war es frostig kalt, die Straßen waren vereist und spiegelglatt, bei Außentemperaturen von -10 Grad.

An unserem ersten Tag erkundeten wir die Innenstadt erstmal auf eigene Faust und unser Weg führte uns erstmal in die Stadtmauer an der Kathedrale. Die Mauer stammt aus dem Mittelalter und diente zur Verteidigung der Stadt. Unter der Erdoberfläche finden sich außerdem alte Katakomben, die für verschiedene Zwecke genutzt wurden. So dienten sie als Bunker im 2. Weltkrieg, Auffang Station für Obdachlose und als Grabkammer für die Könige des Mittelalter.

Gegenüber der Stadtmauer befindet sich die große orthodoxe Kathedrale, mit ihren wunderschönen Zwiebeltürmen. Ich hab einen Hang zu den orthodoxen Kirchen! Lustige Geschichte zu den Türmen der Kathedrale: Damals waren die Türme mit Goldblech überzogen. Die Menschen in Tallinn waren und sind größtenteils Atheisten und halten nicht viel vom Glauben, erst recht vom Glauben des ehemaligen Aggressors Russland. Als in einem Sturm die goldenen Applikationen abfielen, schnappten sich die Bürger die Schätze und die Kirche blieb „nackt“.

Nachmittags hatten wir dann noch eine free walking tour durch die Altstadt gebucht, um die Stadt durch die Augen eines Kindes der Stadt zu sehen. So führte uns Julia durch die Stadt, erzählte Anekdoten über die Sprache, die sehr ähnlich zur finnischen sei und über die verfolgende Möwe.

Als Abendessen entschieden wir für uns eine Suppe im Brot, da wir in Polen damals nicht dazu gekommen waren und wir es sehr gerne nachholen wollten. Bier war sehr lecker, Suppe auch aber etwas teurer!

In unserer Wohnung wären wir dann fast noch gefühlt erfroren, da unsere Heizung ausfiel und wir in Skiunterwäsche schlafen mussten und es was trotzdem eiskalt 🥶

Am nächsten Morgen gingen wir schön frühstücken, für mich gab es klassisches Schwarzbrot mit Salzbutter und Hering. Klassisches baltisches Frühstück eben! Der Weg führte uns heute in das hippe viertel Tallinns, wo wir einen tollen Kaffee tranken, durch die Viertel mit den alten Holzhäusern schlenderten und auf einem Markt ein neues Konzept von SecondHand erlebt haben.

Hier hat man über eine App seine Artikel erfasst, die hier aber physisch gelagert sind. Wenn dir der Artikel gefällt, sendest du über einen QR-Code das Geld an den Besitzer. Noch nie so erlebt. Ohnehin ist Estland ein Spitzenreiter in der Digitalisierung. EU-weit ist Estland die unangefochtene Nummer 1 in Sachen digitaler Landschaft. Zitat von Julia: Wenn du kein start-up hast, dann bist du kein wahrer Este!

Die kurze Reise nach Tallinn hat ein jähes Ende, es geht weiter in den Sandwich Staat: Lettland! Genauer gesagt in die schöne Küstenstadt Riga. 

WAS HASTE DIR EINVERLEIBT?

Frühstück haben wir uns in einer kleinen Bäckerei in der Altstadt geholt, wie schon oben auf dem Bild zu erkennen.

RUKIS Kohvik ja Pagarikoda - Tallinn

Rye Bread mit seeds, spiced sprat und Ei ~ 10,00 €

Die Innenstadt von Tallinn ist ein sehr teurer Fleck Erde. In einem weniger teurem Lokal, dem Beer House, haben wir zu guten Preisen deftiges Essen gefunden.

Beer House – Tallinn

Gulasch Suppe in Brot Bowl ~ 10,00 €

Der folgende ist zwar ein Plattenladen, hatte aber einen exzellenten Kaffee für uns inklusive abgefahrener Motive. SEHR STABIL!

Terminal Records&Bar – Tallinn

Kaffee mit Motiv ~ 3,50 €

WIE WAR ES?

Tallinn hat uns richtig gut gefallen. Kleine Altstadt, sehenswerte Gebäude wie die Festung der Stadt sind lohnenswert und das Essen ist auch nicht schlecht. Willkommen im Baltikum!

RATING FÜR TALLINN: 8,4 / 10

--------------------------------------------------------------------------------------

WAS KOSTET DER SPAß?

Flug Frankfurt – Tallinn: 245,00 € pro Person

Unterkunft Tallinn: 26,00 € pro Person / Nacht

Bus Tallinn – Riga: 19,00 € pro Person / Nacht

jeskografieFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten

Estland
Reiseberichte Estland
#tallinn#estland#estonia#travel#citytrip#backpacking#abenteuerreisen#europa#hiddengem#travel#reiselust#wanderlust