Ira Wil(l)ma reisen

Hallo alle zusammen :) Erst mal ein 'Gut Kick' in die Runde. Mein Name ist Ira Schwinhorst und ich bin für die nächsten 10 Monate in Irland unterwegs. Um diese neuen Erfahrungen am besten festzuhalten, habe ich mich dazu entschlossen, diesen Blog zu beginnen. Ich wünsche euch viel Spaß, wenn ihr euch bis hier her verirrt habt, oder, wie man hier sagen würde: "Bain taitneamh as" (Angaben ohne Gewähr. Ich hoffe mal, dass Google translate hier nicht komplett versagt hat, haha)

Erste Begegnung mit dem "Platz der Muscheln"

Letzter Ausblick

Gestern hieß es Abschied nehmen. Abschied von dem Ausblick, zu dem ich mittlerweile ambivalente Gefühle pflege, Aufregung und Frust. Abschied von der Ferienwohnung, in der ich die letzten 14 Tage verbracht habe und Abschied von der Langeweile. 

Endlich sind wir in die Schule gezogen und das bringt mich dazu, mal zu offenbaren, was ich hier in Irland überhaupt mache. 

Sligo Grammar School von außen

Ich bin mit der Gudrun Frey Stiftung hier, die jedes Jahr Teaching & Boarding Assistents nach England, Nordirland, Thailand und Irland schickt. Die Organisation kommt aus Jena und ich bin durch eine Bekannte darauf aufmerksam gemacht worden, da das doch was für mich wäre. Jetzt bin ich an der Sligo Grammar School angestellt und werde bei dem Deutschunterricht helfen und im Boardinghouse arbeiten, das Internatshaus in der die Schülerinnen schlafen und leben, während sie zur Schule gehen.

In diesem Boardinghouse wohne ich nun auch, seit unserem Umzug gestern. Mein Zimmer ist ziemlich klein, allerdings bin ich wenig Platz bereits aus meinem alten Zimmer zu Hause gewohnt. Ich fühle mich ein wenig wie Harry Potter in seinem "Cupboard under the stairs", da hier auch alles sehr hellhörig ist. Allerdings bin ich froh über meinen kleinen Rückzugsort und zum Glück wohnt ein Dudley Dursley auch nicht über mir und springt zum Spaß wie wild über meinem Kopf herum. 

Neue Aussicht aus meinem Zimmer im Boardinghouse

Alle hier haben uns herzlich aufgenommen und sind froh über die zusätzliche Hilfe. In meinem Haus wohnt außerdem noch eine weitere Mitarbeiterin. Carla ist 29, kommt aus Chile und hilft in der angrenzenden Kirche und im Boardinghouse. Sie ist froh, dass endlich wieder jemand im Haus wohnt, da sie bereits seit Januar hier ist und während des Lockdowns nicht wirklich Kontakt zu anderen haben konnte. Also warten wir jetzt zu zweit auf die Ankunft der Mädchen, die uns hier Gesellschaft leisten werden.

Mein selbst ernannter "Guinness-Fluss" direkt in Sligo

Seitdem wir endlich wieder raus dürfen, haben Marco und ich begonnen unseren neuen Heimatsort zu erkunden. Sligo hat an die 20 000 Einwohner und ist somit viel größer, als mein kleines Kaff in NRW, in dem sich alle kennen und so ziemlich jeder mit jedem verwandt ist.

Hier herrscht die perfekte Mischung aus dem Flair einer Kleinstadt und dem Gefühl der Anonymität, dass man jeder Zeit in der Menge untertauchen könnte.

Sligo Abbey

Sligo heißt übersetzt der "Platz der Muscheln" und ich kann das nun vollkommen nachvollziehen, da es hier wirklich viel Wasser gibt. Ich kann den Fluss aus meinem Fenster sehen, er fließt direkt durch die Stadt, so dass man über zahlreiche Brücken gehen kann, man hört ihn in der Innenstadt und die Atlantikküste ist nur einen Steinwurf entfernt. Da mein Lieblingselement das Wasser ist, habe ich damit absolut kein Problem und genieße die Abwechslung von zu Hause, wo ich mich mit dem Dortmund-Ems-Kanal zufrieden geben muss.

Straßenkunst (feat. Marco)
Tourists spielen in Franzis Pullover

Da in den ersten Tagen so viel neues passiert und alle Veränderungen auf einen herab fallen wir irischer Nieselregen, fange ich an, mein altes zu Hause und meine Heimat auf Zeit zu vergleichen. 

In Irland fährt man auf der falschen Seite, aus unserer Perspektive jedenfalls. Zwei Hände reichen nicht aus, um abzuzählen, wie viele male ich bereits fast überfahren wurde, weil ich mich an meine Grundschulzeit erinnere: links, rechts, links. Allerdings ist bis jetzt alles gut ausgegangen und ich hoffe, dass ich mich mit der Zeit daran gewöhnen werde, dass diese Insel es komplett anders macht, als die restliche Welt.

Außerdem dauern die Ampelphasen hier ewig. Marco und ich haben bereits schon ein paar mal geschummelt und sind einfach bei rot rüber gelaufen (tut mir leid, Mama), da es hier wirklich eine halbe Ewigkeit dauert, bis die Fußgänger endlich an der Reihe sind. Da wurde ich auf jeden Fall die letzten 19 Jahre meines Lebens in Deutschland verwöhnt, würde ich sagen. Also heißt es ab jetzt: geduldig sein und versuchen Verkehrsunfälle zu vermeiden.

Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits, wären die unnützen Schalter an den Steckdosen, die es hier überall gibt. Man kann die Steckdose nicht einfach so benutzen; nein, man muss noch zusätzlich einen Schalter betätigen, um die Steckdose zu aktivieren. Mit der Zeit bin ich schon besser darin geworden, den Schalter unterbewusst zu drücken, allerdings denke ich noch zu oft, dass mein Kabel oder die Steckdose kaputt ist.

Hast du auch den Schalter umgelegt?

Allerdings werten die Vorzüge Irlands, alles wieder auf und ich höre auf, mich über so welche belanglosen Dinge aufzuregen. 

Neuer Freund gefunden ...

Die Landschaft hier hat wirklich gezeigt, dass Irland nicht umsonst die grüne Insel genannt wird. Alles sieht aus wie in einem J.R.R. Tolkien Fantasieroman und ich freue mich darauf, bald mehr zu sehen. Mehr Schafe, mehr Berge, mehr Wiesen und mehr Wasser. 

Marco und ich haben noch ein paar Tage Zeit, bis die Schule hier beginnt und sind nun dabei die Umgebung zu erkunden. Sligo bietet enorm viele Möglichkeiten Tausende von Fotos zu machen und den Speicher damit zu füllen. Allerdings werden nicht nur unsere Galerien auf dem Handy ausgedehnt, sondern auch unsere Laufweite. Seit Donnerstag treiben wir unsere Meterzähler wieder hoch, nachdem wir die letzten 14 Tage nur gesessen und gelegen haben. Es ist eine wundervolle Abwechslung und ich freue mich, endlich durch die Straßen zu gehen, die einheimischen Menschen zu beobachten und sich in die Stadt einzugliedern.

Bis jetzt spielt das Wetter auch noch einigermaßen mit. Nach meist anfänglichem Regen, ziehen die Wolken immer ein bisschen auf und die Sonne lässt sich blicken. Es wird zwar nicht wirklich warm, da der Wind von der Küste immer noch weht, allerdings ist es eine schöne Abwechslung zu dem Regen, der hier wirklich überaus präsent ist.

Den nächsten Eintrag gibt es dann, wenn die Schule endlich anfängt und bis dahin: Tabhair aire (Macht es gut) und God bless.

Möwen, Möwen und noch mehr Möwen


#irland#auslandsjahr#europa

Kommentare

Dirk
Liebe Ira, es macht richtig Spaß, Deinem Block zu folgen. Du schreibst ganz toll und spannend. Danke dafür. Ich war einmal in Irland und es hat mir auf Anhieb gefallen. Ich wünsche dir weiterhin einen guten Einstieg, viele tolle Eindrücke und Erlebnisse und natürlich viel Spaß. Freue mich auf die Fortsetzung. Liebe Grüße. Dirk

Kirsten
Hallo Iri, endlich bin ich dazu gekommen deinen zweiten Beitrag zu lesen. :) Viel Spaß in der wieder gewonnen Freiheit! P.s. Du schreibst echt gut! LG aus deinem Heimatkaff von deiner Lieblingsspionin ;)