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Tuktuk / Tobasee

Veröffentlicht: 10.03.2026

Fahrt
Dokan → … → Tuktuk
Indonesia
Attraktion
Dokan
Dokan, Indonesia
Attraktion
Sipiso-Piso-Wasserfall
Karo Regency, Indonesia
Fähre
Parapat → Tuktuk
Indonesia
Sehenswert
Tuktuk
Tuktuk, Indonesia
Fähre
Tuktuk → Parapat
Indonesia
Bus
Parapat Busbahnhof → Bukittinggi
Indonesia
Unterkunft
vermeintlich etwas besseres Hotel in Bukittinggi
Hotel · Bukittinggi

Auf dem Weg Richtung Süden zum Tobasee gab es noch interessante Zwischenstops, daher buchten wir (auch mangels Alternativen) wieder mal einen privaten Transport. Zuerst ging es nach Dokan, ein kleines Karo-Batak-Dorf, um die traditionellen Stelzenhäuser mit den typischen hohen spitzen Reetdächern zu besichtigen. Wirklich ein kleines, ruhiges und eher heruntergekommenes Dorf. Wie in anderen Dörfern gab es recht viele zerfallene Häuser (sowohl traditionelle als auch einfache Holzhütten), und wir fühlten uns ein bisschen so, als würden wir in die Gemeinschaft eindringen. Außer ein paar ausgeblichenen Erklärungs- und Hinweisschildern deutete nichts auf übermäßigen Tourismus hin, mehr als ein paar Individualtouristen scheinen sich hier nicht hin zu verirren. Die speziellen Batakhäuser  waren jedoch leicht zu identifizieren, und während wir durch das Dorf schlenderten, lud uns eine Frau in eins der Häuser ein. Also kletterten wir über die Eingangstreppe in einen einzigen großen Raum, und "unterhielten" uns ein wenig mithilfe von Google-Übersetzer. Wir erfuhren, dass hier vier mehrköpfige Familien unter einem Dach in einem einzigen Raum leben, jede hat ihre Ecke mit eigener Kochstelle. Man kam zwar noch über Leitern in eine Art zweiten Stock, aber durch die Deckenhöhe und das spitz zulaufende Dach konnten da höchsten ein paar Dinge gelagert werden. Eine alte Frau zeigte stolz das Foto mit ihren 5 erwachsenen Söhnen und einer Tochter (letztere war die, die uns eingeladen hatte). Dann ruschelten alle auf einmal in ihren Ecken herum und warfen sich bunte lange Schals über (Gatip Ampar). Sie mussten los, im Dorf fand eine Hochzeit statt. Und tatsächlich strömten alle Dorfbewohner zum Gemeindehaus, da war plötzlich ganz schön viel los! Wir waren zwar neugierig, wollten aber auch nicht übergriffig sein, deswegen machten wir uns auf den Weiterweg.

Nächster Stop war der Sipiso-Piso-Wasserfall, von der Anhöhe hatte man auch schon einen schönen Blick auf den Tobasee. Wir beschlossen, nach unten zum Wasserfall zu steigen, auf einem unglaublich abgerockten, schlecht betonierten und schon wieder in sich zerfallendem Weg mit abgerissenem Geländer- sehr indonesisch. Es war kaum was los, und auch wenn in der Hitze der Ab- und Aufstieg anstrengend war, lohnte es sich. Unglaublich, was dieser Wasserfall (etwa 120 m hoch) für eine Naturgewalt ist. Das herabfallende Wasser erzeugte starke Winde, die einen massiven Sprühregen bis weit von dem Wasserfall wegtrugen und uns fast umhauten. Nette kleine Wanderung!

Schließlich setzte uns unser Fahrer am Fähranleger von Parapat am Tobasee ab. Der Tobasee enstand vor ca. 70000 Jahren bei der Eruption des Supervulkans Toba, dessen Kessel anschließend zusammenbrach. Eine massive Erruption, deren Folgen damals wohl auf der ganzen Welt zu spüren war. Es gibt sogar (die nicht unumstrittene) Toba-Katastrophentheorie, laut der es in Folge des Ausbruchs und der Aschepartikel in der Luft zu einer weltweiten Abkühlung kam, die sogar die Ausbreitung des Menschen im Sinne eines genetischen Flaschenhalses beeinflusst haben soll (Homo sapiens wurde fast ausgerottet und seine genetische Variabilität dadurch verringert). Wir sind keine Paläoanthropologen und es gibt auch einige Gegentheorien, aber ist ganz spannend da ein paar Sachen zu lesen. Beim Blick auf den schönen ruhigen See in der Sonne deutet jedenfalls nichts mehr auf das große Chaos, das hier geherrscht haben muss, hin. Und für uns ging es mit der Fähre auf die Halbinsel Samosir nach Tuktuk. Was für ein verschlafenes, ruhiges Örtchen! Menschen auf den kleinen Reisfeldern, hier und da wurden Reis, Kakao oder andere Bohnen am Boden getrocknet, und immer ein wunderschöner Blick auf den See. Auch hier waren traditionelle Holzhäuser der Toba-Batak zu sehen, die aber etwas kleiner waren als die der Karo-Batak (und auch nur für eine Familie gedacht), mit den riesigen verzierten Dächern, die an die Ankunft der Vorfahren mit dem Boot erinnern sollten.

Freddy war immer noch nicht fit, deswegen ließen wir es ruhig angehen, machten ausgedehnte Spaziergänge, aßen leckeres Essen, chillten am Pool mit Blick auf den See, lasen.

Nach ein paar Tagen begaben wir uns wieder auf den Rückweg mit der Fähre nach Parapat. Hier schüttelten wir die "Fähranleger-Mafia" ab, einen Haufen komischer Typen (war schon beim Hinweg komisch), die uns für horrende Preise Weiterfahrten, Taxifahren im Ort oder Bustickets andrehen wollten. Als wir sie endlich los waren, brachte uns ein normaler Taxifahrer für einen Bruchteil des vorher angebotenen Preises zum Busbahnhof. Das Ticketoffice war erst mal geschlossen, aber durch Herumfragen konnte die verantwortliche Person schließlich geweckt werden und ließ uns ein. Das Office war wohl in den 50ern eingerichtet und auch zum letzten Mal geputzt worden, das dortige Klo wird für alle Zeiten den Topplatz in unserem Reisegruselkabinett einnehmen. Aber hier gab es Tickets für den einzigen Bus, und auch diese viel, viel billiger, als wenn wir sie am Fähranleger gekauft hätten. Nach einer recht langen Wartezeit (der Bus war in Medan losgefahren und hatte schon einiges an Verspätung) bestiegen wir den qualitiativ hochwertigen Bus, der wohl zusammen mit dem Ticketoffice das letzte Mal gereinigt worden war. Aber wir bekamen immerhin noch einen normalen Sitzplatz. Wir machten zig Male Pause, Klo, Sachen verladen, Beten, Essen, und immer mehr Menschen und Zeug kamen dazu, Plastikhocker wurden in den Gang gestellt und Säcke, Kisten, Metallstangen gestapelt. Das Highlight war als ein Moped zwischendurch in den Gang geschoben wurde (und die Gänge sind schmäler als bei als in einem normalen Bus bei uns) und uns einsperrte, das wurde allerdings beim nächsten Stop auf das Dach geschnallt, damit wieder mehr Menschen und Dinge Platz fanden. Zwischendurch fing es stark an zu regnen, die Fenster waren leider nicht ganz dicht und es wurde dementsprechend feucht. Wenn der Bus fuhr, dann voll Karacho über die wirklich schlechten Straßen. Wir sahen auch einen schlimmen Unfall. Also verpuppten wir uns geistig, versuchten vergeblich auf den durchgesessenen schmierigen Sitzen eine halbwegs bequeme Sitzposition zu finden um wenigstens ein bisschen zu dösen, und warteten dass es vorbei ging. 500 km und 18h später war der Spuk vorbei, auch der Erholungseffekt vom Tobasee hatte sich beinahe wieder in Luft aufgelöst. Völlig zerstört checkten wir in einem vermeintlich etwas besserem Hotel ein, leider ziemlich gruselig. Für den Moment egal, welcome to Bukttingi!





Auf einen Blick

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Wetter
Sommer
Begleitung
Zu zweit (2)
AbenteuerlichEntspannend
  • Dokan mit traditionellen Karo-Batak-Stelzenhäusern
  • Sipiso-Piso-Wasserfall
  • Fähre nach Samosir und Aufenthalt in Tuktuk
  • Rückfahrt über Parapat nach Bukittinggi
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