Singapur
Endlich Asien! So schön die Amerikas auch waren, wir waren mehr als bereit für eine neue Welt und aufgeregt. Der Flug mit Korean Air war schon ein guter Einstieg, nicht nur sehr...


Veröffentlicht: 25.01.2026
































In einem psychodelic Spacebus, der nach 10 Minuten Vorhänge und Deckenverkleidung angucken jegliches Pilleneinwerfen überflüssig machte, ging es also auf die malaysische Halbinsel. So einfach die Einreise nach Singapur auch war, nach Malaysisa dauerte es ewig. Zwar waren wir schnell wieder aus Singapur ausgereist, aber die Schlangen am Schalter zur Einreise führten um das ganze Gebäude und gefühlt ging nix vorwärts, was in der prallen Sonne stehend etwas nervig war. Besondere Überprüfungen der Einreisenden waren aber nicht zu erkennen, die Jungs und Mädels waren einfach nur sehr langsam im Stempeln. Erstaunlich für eine Grenze, die täglich von tausenden Pendlern überquert wird, aber eGates sind wohl auch hier in Planung. Im Ergebnis verlief die Einreise aber wieder mal unproblematisch ohne irgendwelche Rückfragen.
Also auf nach Malakka, an der gleichnamigen Wasserstraße gelegen, die zu den am stärksten befahrenen Schiffswegen der Welt zählt. Heute spielt die Stadt selber allerdings keine Rolle mehr für den Handelsschiffsverkehr. Malakka wurde ursprünglich von Chinesen gegründet für den Handel von Pfeffer und Sandelholz mit den Molukken. im 15. Jahrhundert wurde es dann Sitz eines Sultans, der schließlich zum Islam übertrat. Dies wird als Beginn der islamischen Geschichte Malaysias angesehen. Wie sollte es auch anders sein, die Stadt, über Jahrunderte wichtiges Zentrum für den Gewürzhandel im indischen Ozean, weckte auch das Interesse der Europäer. Als erstes wurde die Stadt von den Portugiesen erobert, später dann von den Niederländern und dann von den Briten, bis zur Unabhängigkeit Malaysias 1957 gehörte sie zum British Empire.
Diese bewegte Geschichte bescherte der Stadt jedenfalls eine besondere Architektur mit einem schönen Chinatown mit alten Handelshäusern, portugisischen Festungen, einer kolonialen Altstadt, buddhistischen und hinduistischen Tempeln und Moscheen. Die Museen waren leider ernüchternd, eine Ansammlung merkwürdiger verstaubter Dioramen und ein einzelner Maler schien beauftragt worden zu sein, die gesamte malaysische Geschichte in Ölbildern aufzumalen. Wir fühlen uns nun wirklich in Asien angekommen. Nicht mehr so geordnet wie in Singapur, aber voller Leben, einem interessanten kulturellen Mix und einer guten Grundstimmung. Und weniger muslimisch geprägt, als wir es uns vorher vorgestellt hatten, sondern eher die chinesischen Malaysier dominierend (das heißt Schweinefleisch, Bier und viele kleine buddhistische Haustempel) im Vergleich zum malayischen und indischen Bevölkerungsanteil. Marike kam allerdings trotz langen Hosen, langärmeligen Shirt, Tuch und Kopfbedeckung nicht auf das Gelände der am Wasser gelegenen Moschee, weil die Handknöchel nicht verdeckt waren. Die Moschee selber hätte sie sowieso nicht betreten dürfen. Und merkte dabei auch, dass ihr diese Regeln einfach zu krass waren, deswegen sollte sie weder hier noch irgendwo anders in Malaysia oder Indonesien jemals eine Moschee von innen sehen. Es ist klar, dass man sich den lokalen Gegebenheiten anpassen muss, aber wenn einem Regeln zu schwer verständlich und grotesk erscheinen, muss man eben auf gewisse Erlebnisse verzichten.
Abgesehen davon genossen wir die Zeit - auch hier war das leckere Essen ein zentrales Thema, besonders auf verschiedenen Nacht- und Wochenmärkten.
Neben den touristischen Highlights fanden wir auch das gescheiterte Monorail-Projekt ganz interessant. Seit der Eröffnung 2010 machte die Bahn nur Ärger und stand mehr still als dass sie lief. Seit 2020 steht sie nun wohl endgültig, das heißt aber nicht dass da irgendwas zurückgebaut wird, sogar die Bahnen rotten in den wenigen Stationen mitten in der Stadt vor sich hin. Hätten wir uns gerne näher angeschaut, aber schläfrige Wachmännchen wurden abgestellt um das zu verhindern.
Wir wohnten in einem kleinen Appartment etwas außerhalb des Trubels in einem Hochhaus (im Vergleich zu anderen asiatischen Städten hier noch relativ selten) mit einem schönen Pool und Sport facilities auf dem Dach. Und einer total netten und authentischen Nachbarschaft, die uns sehr freundlich und zugewandt willkommen hieß. Wir kümmerten uns ein bisschen um uns, Schwimmen, Sport, mal Zähne checken und reinigen lassen, Klamotten durchsortieren, entspannen.
