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Ipoh

Veröffentlicht: 12.02.2026

Bus
Cameron Highlands → Ipoh
Malaysia
Unterkunft
Apartment in einem Hochhaus
Ferienwohnung · Ipoh
Sehenswert
Ipoh Altstadt
Ipoh, Malaysia
Attraktion
Perak Tong Tempel
Ipoh, Malaysia
Tour
Tagesausflug mit Annie zu den Highlights rund um Ipoh
Tour · Annie
Attraktion
Gua Tempuring
Ipoh, Malaysia
Attraktion
Kellie's Castle
Ipoh, Malaysia
Attraktion
Sam Poh Tong Temple
Ipoh, Malaysia
Attraktion
Tasik Cermin
Ipoh, Malaysia

Kurvig über Stock und Stein ging es nach den Cameron Highlands mit dem Bus nach Ipoh. Grundsätzlich scheint das Bussystem in Malaysia gut und zuverlässig zu funktionieren. In Ipoh hatten wir wieder ein Apartment in einem Hochhaus gemietet, leider nicht ganz so schnieke und sauber wie das letzte, aber verkraftbar. Auch der Pool mit für uns ungünstigen Öffnungszeiten und ziemlich dreckig (viele baden hier in ihren verschwitzten Klamotten/Burkinis, aber ohne sich vorher mal abzuduschen) war für uns unnutzbar. Witzig war wieder die unserer Meinung nach völlig übertriebene Ansammlung von Wachmännchen, die genau protokollierten, wer da war, ob die Kleidung angemessen ist und ob man sich darüber im Klaren ist, dass man bei Missachtung der Regeln mit drakonischen Strafen zu rechnen hat. Ob das dann alles so durchgesetzt wird, ist uns unbekannt, aber auf dem Papier erinnerte vieles an die Fine-City Singapur. In der Stadt schien es relativ wenige westliche Touristen zu geben, sehr wohl aber viele chinesische (auch wenn wir die nicht immer eindeutig von malaysischen Chinesen unterscheiden konnten).

In unserer Hood gab es viele Restaurants, Geschäfte und auch einen Night Market, für den abends einige Straßen im Block abgesperrt wurden. Und Läden, die ausschließlich verschiedenste Sorten Pomelo für viel Geld verkauften, die angeblich hier in der Gegend am besten seien. Perlen vor die Säue, wir konnten da keinen wirklichen Unterschied zu unseren bisherigen Pomelo-Erfahrungen herausschmecken. Außerdem waren wir wohl im Beerdigungsinstitutsviertel gelandet, vor denen Trauerfeiern abgehalten wurden. Wirkten teilweise mit den stapelbaren Plastikhockern wie Restaurants, am ersten Tag hätten wir uns fast dazugesetzt. Als Alternative fanden wir das für uns persönliche Highlight des Viertels - eine Art überdachten Biergarten, gesäumt von ein paar einzelnen mobilen Hawkerbuden. Hier hingen bereits ab Mittag meist ältere chinesische Männer ab und becherten ordentlich was weg. Dass das Bier immer billiger wurde, je mehr Flaschen man bestellte, und dass die meist deutlich jüngeren Bardamen, die mit Scherzen zum Trinken animierten und die Gläser sofort wieder randvoll füllten, sobald auch nur ein Schluck fehlte, beschleunigte die Dynamik deutlich. Bilder, die wir in einem Land mit 60% muslimischen Anteil in der Bevölkerung nicht in dieser Form erwartet hätten.

Die Stadt selber hat eine echt schöne Altstadt mit bunten Kolonialhäusern, kleinen Gassen, vielen Cafés, Little-India mit lauter Musik und bunten Farben. Gute Stimmung! Sehr schön war auch die Besichtigung des Perak Tong Tempel, der in eine Kalksteinhöhle gebaut wurde mit vielen Malereien und Statuen. Man konnte außen über viele gewundene Treppen noch zu einer Aussichtsplattform gelangen, wo man eine gute Aussicht auf ein Industriegebiet hatte. 

Für die Sehenswürdigkeiten ein wenig weiter weg von der Stadt suchten wir einen Fahrer für einen Tag und fragten beim Kiosk in unserem Hochhaus nach. Die Tochter der Besitzerin, die gerade frisch ihren BWL-Abschluss in der Tasche hatte und während sie auf Jobsuche war im Laden ihrer Mutter aushalf, ergriff die Chance und bot sich als Fahrerin an. Also besuchten wir mit Annie die Highlights der Umgebung: Gua Tempuring, eine große eine große zusammenhängende Höllenformation. Kellie's Castle, eine unvollendete schottische Burg auf einer ehemaligen Kautschukplantage, Familiendrama inklusive.  Sam Poh Tong Temple, Bekannter Höhlentempel aus Kalkstein mit Schildkrötenteich und religiöser Kunst. Tasik Cermin See 1 und 2 Mirror lake, ehmalige Minen Tagebau zum Abbau von Zinn. Auf den Seen konnte man witzige Bootstouren machen und tatsächlich sehr schöne Spiegelungen im Wasser bewundern. Mit Annie hat es wirklich Spaß gemacht, sie gab sich sehr große Mühe, uns einen schönen Tag zu bereiten, kredenzte uns ein paar Leckereien (laut ihr die beste Sojamilch und der beste Duriankuchen der Stadt, beides erstaunlicherweise richtig lecker!), gab uns Tipps wo man die besten DimSum und andere Köstlichkeiten essen kann. Und wir konnten uns sehr gut mit ihr über das Leben in Malaysia unterhalten, wie gut und schlecht das Zusammenleben funktioniert, was sich die jungen Menschen wünschen usw., und sie war erfrischend ehrlich. Als wir auf das Thema kamen, inwieweit sich die Ethnien vermischen, also zum Beispiel ob Malayen und Chinesen häufig Paare werden, entgegnete sie ganz entrüstet: dann könnte ich ja kein Schweinefleisch mehr essen, das sei für Chinesen unmöglich weil viel zu lecker. Mit dieser Aussage konnte sich vor allem Freddy sehr identifizieren. Dafür lachte sie uns aus, als wir ihr erzählten, dass wir in der oben erwähnten Bierbude waren - "nur für alte Leute", und zack waren wir in der Oma-Opa-Schublade gelandet.

In Malysia ist nicht alles eitel Sonnenschein, was die Gleichberechtigung der einzelnen Volksgruppen angeht: so werden Malayen gegenüber den Nachfahren indischer und chinesischer Einwanderer sowie anderer ethnische Gruppen in vielen Bereichen privilegiert, sei es bei Studienplatzvergabe, staatlichen Positionen, oder durch Steuer- und Kreditvorteile. Trotzdem spürten wir eine hohe Toleranz und Willkommenskultur, von der wir in Deutschland lernen könnten: verschiedene Religionen und Bräuche können ohne Probleme parallel existieren, alle sind bei Feierlichkeiten willkommen, auch wenn sie einer anderen Religion zugehören, man behandelt sich freundlich, höflich und respektvoll.

Auf einen Blick

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Begleitung
Zu zweit (2)
KulturellAbseits der Pfade
  • Busfahrt von den Cameron Highlands nach Ipoh
  • Perak Tong Tempel in einer Kalksteinhöhle
  • Altstadt mit bunten Kolonialhäusern
  • Tagesausflug mit Annie zu den Highlights der Umgebung
  • Tasik Cermin mit Spiegelungen auf dem Wasser
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