8. Etappe Camino del Norte von Boo de Piélagos nach Santillana del Mar
Ich hatte die Nacht echt schlecht geschlafen. Immer, wenn ich mich im Bett gedreht habe, hat das Bett komische Geräusche gemacht. Eigentlich wollte ich dort einen Ruhetag...

Veröffentlicht: 10.06.2025



























































Nach einer sehr angenehmen Nacht und einem noch viel besseren Frühstück bin ich heute gegen 8:30 Uhr losgelaufen. In der historischen Altstadt Santillana del Mar war es total ruhig, obwohl doch schon einige Pilger unterwegs waren. Seit der letzten Etappe ist mir aufgefallen, dass eh mehr Pilger unterwegs sind.
Nachdem ich den wunderschönen Ort Santillana del Mar durchquert hatte, ging der Camino weiter über einen asphaltierten Wirtschaftsweg. Ich kam an viel Landwirtschaft, Tieren und Wäldern vorbei. Auf einem Pferd hatte sich ein Vögelchen gehockt, was echt witzig aussah. Das Wetter war für mich wieder super zum Wandern. Die Luft/Temperatur war angenehm und es roch überall nach frisch gemähter Wiese.
Ich bin stehen geblieben, habe ein paar mal tief ein- und ausgeatmet und bin dann mit einem breiten Grinsen weitergelaufen. Die Landschaft war sooooo schön. Egal wie ich mich gedreht habe, es war einfach nur toll und immer wieder die verschiedenen Tiere. Hier musste ich einfach stets anhalten und Fotos machen.
Weiter ging es über Wirtschaftswege, wo nicht so viel Verkehr war, das war sehr angenehm. Von hinten kamen hin und wieder einige Biker, die alle gut drauf waren. Wir wünschten uns gegenseitig einen tollen Camino und schwupps waren sie auch schon vorbei.
Ich bin heute immer wieder durch wunderschöne kleine Dörfer gelaufen. Die Häuser sahen echt super aus und die Leute waren total nett. Ja, ich war richtig zufrieden mit der Etappe.
Im nächsten Ort, ich glaube, es war Orena, habe ich meine erste Pause eingelegt und mir einen leckeren Kaffee getrunken. Dort lag ein Hündchen (wie Littlefoot) vor dem Tresen. Der kleine Racker hat erst mal eine Krabbeleinheit abgestaubt.
Weiter ging es Richtung Comillas, das war heute mein Etappenziel. Ich weiß gar nicht mehr, durch wie viele Orte ich heute gelaufen bin, aber eins weiß ich, es ging immer kräftig bergauf und leider auch wieder bergab. Aber die Landschaft und die Orte waren die Anstrengungen wert. Ich hatte die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht und alle Leute die mit entgegenkamen, wurden von mir mit einem freundlichen "Hola" begrüßt.
Ich bin so durch den Ort geschlendert und habe dabei ein junges Mädchen auf einer Bank entdeckt. Sie hatte ihren Kopf in beide Hände gestützt und ich hatte sie gefragt, ob alles in Ordnung sei. Nein, sie fühlte sich nicht gut und hatte mich gefragt, ob ich vielleicht etwas zu Essen habe. Klar, ich habe sie mit reichlich Proviant von mir versorgt. Sie hat sich sehr über die Sachen gefreut, wir haben dann noch ein bisschen gequatscht. Zum Abschied habe ich ihr noch ein paar Magnesiumsticks gegeben und ihr alles Gute gewünscht.
Nach etwa 12 wunderschönen Kilometern erreichte ich den Ort Cóbreces. Hinter einer Kurve hatte ich schon das Schild eines Restaurants wahrgenommen. Mein Gedanke war: „Oh, bitte sei geöffnet!” Yippie, es war geöffnet und ich konnte auf der Terrasse Platz nehmen. Als der Kellner mir die Speisekarte brachte, stellte ich fest, dass alle Gerichte auch auf deutsch aufgeführt waren. Wie genial war das denn? Und dann stand dort „Spaghetti mit Tomatensauce“! Die bestellte ich mir zusammen mit einem alkoholfreien Bier. Beides schmeckte hervorragend und ich war gut gesättigt.
Zufrieden ging es weiter. Es folgten weitere zehn wunderbare Kilometer durch tolle Dörfer. Je näher wir der Küste kamen, desto steiler wurde der Anstieg. Ich war so froh, dass ich vorher gegessen hatte, sonst wäre ich bestimmt umgekippt. Leider kam nämlich gegen 13 Uhr die Sonne heraus, genau zur Mittagszeit. Das ist für mich die Hölle: Bei Sonnenschein und so heißem Wetter zu laufen und dann auch noch bergauf! Aber es klappte ausgesprochen gut und ich konnte zu einer Gruppe Portugiesen aufschließen. Natürlich haben wir uns über das Fußballspiel Portugal gegen Spanien unterhalten. Wir haben viel gelacht und noch eine gemeinsame Pause verbracht. Ich bin dann etwas eher aufgebrochen, da mir die Sonne echt quer lag.
Ich hatte im Handy nachgeschaut, wie viele Kilometer noch vor mir lagen. Es waren genau drei Kilometer und ich hatte noch kein Hotel gebucht. Nun denn, es ging natürlich, wie sollte es auch anders sein, erstmal wieder hoch und am Ende doch noch leicht runter und ich bin fix und foxy, aber auch mega glücklich, in Comillas eingelaufen. :-) Was echt krass war, auf Booking hatte ich mir ein Hotel angesehen, zu dem ich dann auch gelaufen bin. Das Hotel hat mir einen super Preis gemacht. Es ist der Wahnsinn, ich zahle für eine Nacht 50 Euro weniger als der Preis auf Booking. Das Hotel liegt direkt am Strand. Mein Zimmer liegt ganz oben und hat eine Terrasse, die wie ein Wintergarten ist. Ich höre und sehe das Meer. Das ist großartig und eine tolle Belohnung für eine sehr anstrengende, aber auch landschaftlich traumhafte Etappe! Die Etappe war übrigens 22,8 Kilometer lang und mit zig Höhenmetern.
Liebe Grüße
Anke (jetzt auch Flip genannt ...)
Danke Daniela..... Ich muss lachen...... :-)