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10. Etappe Camino del Norte von Comillas nach Serdio

Veröffentlicht: 12.06.2025

Spaziergang
Comillas → … → Serdio
21 km · Camino del Norte
Attraktion
Altstadt von Comillas
Comillas, Spain
Attraktion
Naturschutzgebiet bei Comillas
Comillas, Spain
Strand
Strand bei San Vicente de la Barquera
San Vicente de la Barquera, Spain
Sehenswert
Alte Brücke von San Vicente de la Barquera
San Vicente de la Barquera, Spain
Essen
Restaurant in San Vicente de la Barquera
$ · Mittagessen
Essen
Restaurant mit Terrasse bei San Vicente de la Barquera
$ · Mittagessen
Unterkunft
Posada in Serdio
Serdio

Nachdem ich gestern einen erholsamen Ruhetag in Comillas eingelegt hatte, konnte ich heute mit viel Energie in die 10. Etappe nach Serdio starten. Zunächst möchte ich sagen, dass sowohl Comillas als auch Santillana del Mar echt schöne Städte mit vielen Sehenswürdigkeiten sind. Ich habe den gestrigen Tag auch für ein bisschen Sightseeing genutzt, aber ich habe definitiv mehr entspannt und mich erholt.

Mein heutiges Ziel ist Serdio, das muss ich kurz erklären. Eigentlich wollte ich bis Colombres laufen, aber das wären knappe 30 Kilometer gewesen und das war mir zu viel. Also habe ich nach Orten mit Unterkünften gesucht und Serdio schien machbar. Laut Maps sollten es ca. 18 Kilometer sein.

Zunächst ging es noch ein gutes Stück durch die historische Altstadt von Comillas. Es war noch so richtig schön ruhig und ich konnte ein paar schöne Fotos machen. Kurz hinter Comillas kam ein Naturschutzgebiet, das mich total an Südafrika erinnert hat. Ich hatte immer das Gefühl, da erscheint gleich an einer Wasserstelle ein Zebra :-).

Weiter ging's die Küstenstraße entlang und rechts konnte ich schon wieder einen tollen langen Sandstrand sehen. Ich habe kurz auf meine Komoot-Tour geschaut und gesehen, dass ich auch wieder am Strand entlanglaufen kann und am Ende wieder auf den Camino gelange.

Bevor ich aber zum Strand gelaufen bin, habe ich mich in einem Hotel auf die Terrasse gesetzt und etwas getrunken. Schon von dort hatte ich einen schönen Blick auf den langen Sandstrand.

Danach ging es über einen steinigen Weg runter ans Meer. In Null Komma Nix hatte ich Schuhe und Socken ausgezogen und bin mit den "näckigen Füsschen" durchs Wasser gelaufen. Ich habe jeden einzelnen Schritt genossen. Zwischendurch habe ich mich in den Sand gesetzt und entspannt. Ich war sehr zufrieden und gut drauf :-)!

Eine ganz Weile habe ich im Sand gesessen und den Schulklassen beim Surf-Unterricht zugesehen. Es war total lustig für mich und für einige Schüler bestimmt echt frustrierend. Eine Pilgerin kam auf mich zu und grüßte nett. Sie erwähnte, dass sie aus Tschechien komme und möchte heute auch bis Serdio wandern. Wir haben uns über die Surfer und die wunderschöne Landschaft unterhalten. Micka ist dann weiter gelaufen und ich bin noch etwas sitzen geblieben. Ich hatte ja gedacht, ach Serdio, die 18 KM das schaffe ich doch heute mit links. Irgendwie hatte ich gedacht, dass ich heute keine Steigungen haben werde. Aha, soso ..... ! Deshalb war ich am Strand auch soooooooo tiefenentspannt. 

Es wurde immer heißer und ich musste mich dann doch mal langsam vom Sand erheben. Ich bin dann über die Hafenmauer gelaufen. Den Blick den ich auf  den Ort San Vicente de la Barquera und die alte Brücke hatte, war großartig. 

Ich bin über die Brücke in den Ort geschlendert, denn ich hatte Hunger und wollte lecker essen gehen. Leider hatten die Restaurants nicht das, was ich heute essen wollte. In der Hoffnung, noch ein passendes Restaurant zu finden, bin ich dem Camino weiter gefolgt.

Er führte aus San Vicente de la Barquera hinaus und es ging erst einmal schön kräftig hoch. Mir lief der Schweiß im Gesicht herunter und es wurde immer heißer. Aber die Rettung nahte: Auf der rechten Seite lag ein Hotel mit Restaurant, also bin ich dort direkt rein gegangen. Doch direkt im Eingang wurde ich abgefangen und es hieß: „No Open”! F...! So ein Mist! Wieso hat alles zu, wenn man es so dringend braucht?

Na gut, also habe ich mich auf die nächste Bank gesetzt und mein Baguette gegessen und dazu Wasser getrunken. Natürlich in der Mittagssonne, denn der Weg führte jetzt wieder durchs Hinterland, vorbei an Wiesen, wo es keinen Schatten gab. Der Snack hat mir gutgetan und ich konnte weiterlaufen. Ich traute mich gar nicht mehr, auf die Beschilderung zu schauen, auf der man sieht, wie weit es zu den verschiedenen Orten ist.

In nächsten kleinen Dorf standen drei Pilger auf der anderen Straßenseite. Ich fragte sie nach einem Café. Sie winkten nur ab und meinten, hier sei nichts. Da ich keine Lust auf ein Gespräch hatte, wünschte ich ihnen einen schönen Weg und ging weiter. Es folgte ein Anstieg mit Serpentinen. Ich erinnerte mich daran, dass man beim Radfahren nicht nach oben sehen soll, und schaute deshalb nur nach unten. Ich war überaus glücklich, als ich endlich den höchsten Punkt erreicht hatte. Ein Blick auf Komoot verriet mir, dass es nur noch 3,1 Kilometer waren. Ich ging weiter über den sonnigen Wirtschaftsweg und musste an einen Western denken. Wo so vertrocknetes Heu über den Weg rollt. So fühlte es sich bei mir an, nur das nix über den Weg rollte. 

Ich fand das Verhalten einer Schafherde total krass. Die Schafe standen ganz dicht an einer Steinmauer und drückten ihre Körper und ihre hochgestreckten Köpfe fest an die Mauer, sodass der komplette Körper im Schatten war. Das Gestein der Mauer war zudem bestimmt kühl. Ich wollte mich auch an die Mauer pressen. !

Der Camino bog links ab und ich hörte einige Männerstimmen in der Nähe. Oh, was sehe ich da hinten rechts? Ein Restaurant und es hatte sogar geöffnet, Halleluja! Ich bin förmlich hinein gestürzt und habe gefragt, ob sie geöffnet haben und ich auch etwas zu essen bestellen kann. „No problemo!“, sagte die Kellnerin. Ich bestellte mir etwas Kaltes zu trinken und Pommes mit Ketchup. Ach, tat das gut! Eine schwedische Pilgerin setzte sich zu mir und wir tauschten uns über den Camino aus. Wir haben sehr viel gelacht.

Danach machte ich mich auf zu meinem Endspurt, der tatsächlich sehr angenehm war. Der Weg führte über eine Ortsstraße, zum Glück standen auf beiden Seiten Bäume, die reichlich Schatten spendeten. So konnte ich die letzten Kilometer gut bewältigen und bin jetzt zufrieden in meiner Posada angekommen. 

Nach einer Dusche habe ich mich in eine kleine Bar gesetzt. Als ich dort saß, kam Micka vorbei. Ich meinte: „Hey, Micka, deine Herberge ist doch da drüben.” Sie antwortete mit zerknautschtem Gesicht: „Sie ist voll.” Oh, shit ... Sie setzte sich zu mir und bestellte sich erst einmal ein Bier. Da in dem kleinen Serdio sonst auch nichts mehr frei war, musste sie sich in Pesues ein Zimmer mieten. Das bedeutete für sie weitere fünf Kilometer. Mein Mitleid hatte sie auf jeden Fall!

Es war heute wieder eine teils sehr anstrengende, aber landschaftlich sehr schöne Etappe :-)!

Die Etappen-Länge beträgt 21,2 Km.

Auf einen Blick

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Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer
Begleitung
Allein
AbenteuerlichEntspannend
  • 10. Etappe des Camino del Norte von Comillas nach Serdio
  • Altstadt von Comillas
  • Strandabschnitt und Baden im Meer
  • San Vicente de la Barquera mit alter Brücke
  • Ankunft in Serdio
Komoot
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