Heidi & Reto on Tour
Heidi & Reto on Tour
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Zuletzt in Berching

Ostsee & Ostdeutschland

Veröffentlicht: 30.09.2023

08.09.2023

Wir fühlten uns heute wie in einem schlechten Film… Schwedens Saison war schon etwas länger vorbei, Touristen waren in beschaulichen Massen unterwegs. Für uns perfekt. Heute besuchten wir in Deutschland das Städtchen Warnemünde bei spätsommerlichen 25 bis 30 Grad. Die Grossen Menschenmassen, zu 95% deutsche Rentner, füllten die Gassen von Warnemünde sehr gut. Für uns etwas zu viel. Trotzdem gefiel uns Warnemünde gut mit seinen geschichtsträchtigen Gebäuden.
Nach der Besichtigung fuhren wir weiter und steuerten den Nationalpark Vorpommerische Boddenlandschaft an. Auf unserem Wunsch-Campingplatz angekommen, wurden wir einmal mehr überrascht, wie der Tourismus hier noch blüht. Der Camping ausgebucht und auch der folgende war voll. So fuhren wir etwas vom Meer weg und fanden einen schönen Camping an einem See. Wir entschlossen uns hier, 2 Tage zu bleiben.

09.09.2023

Erster Fixtermin heute: um 09.30 Uhr den Fahrradverleih zu besetzen. Heute wollten wir die Boddenlandschaft erkunden. Dazu haben wir uns „Rentner“-E-Bikes gemietet 😊 Wir erkundeten mit den Bikes die schöne Landschaft. Während der Tour realisierten wir, wie wunderschön die Ostsee-Strände sind. Und bei den heissen Temperaturen waren die Strände gut besetzt. Wir stellten fest, dass die freie Körperkultur (FKK) hier noch aktiv gelebt wird. Wir liessen es bleiben… Nach 50 Fahrradkilometer gönnten wir uns im Nachbardorf eine innere Abkühlung in einem schönen Hafenrestaurant.
Heidi hatte heute übrigens wieder mal Feriengefühle. Lag wahrscheinlich an den heissen Temperaturen.

10.09.2023

Auf der Stralsund besuchten wir das Städtchen Barth. Der Kirchturm von Barth konnten wir am Vortag während unserer Fahrradtour immer wieder bestaunen, heute sahen wir ihn von Nahe, er ist wirklich imposant. Barth feierte das Stadtfest mit diversen Marktständen. In einer Gasse genossen wir einen Kaffee und trafen Jürgen per Zufall. Ihn lernten wir auf unserem letzten Campingplatz in Schweden kennen. Der beste Beweis: man sieht sich immer 2-mal im Leben. Das Städtchen Barth hat uns sehr gut gefallen, klein, aber fein. Nach unserem Städtchen Besuch machten wir noch einen Stadtbesucht in Stralsund. Wir parkierten Oski direkt auf dem ausgewählten Stellplatz von Stralsund und marschierten in die Innenstadt. Stralsund hat eine sehr imposante Kirche, leider konnten wir diese nicht von innen besichtigen, da sie schon geschlossen war. So schlenderten wir in der Innenstadt bis zum Hafen und liessen den Abend auf unserem Stellplatz ausklingen.

11.09.2023-18.09.2023 Insel Rügen & Usedom

Rügen ist die grösste Insel von Deutschland, hat ungefähr 65‘000 Einwohner ist 926 Quadrat-Kilometer gross und wird hauptsächlichen von deutschen Touristen besucht. Zu unserer Zeit hauptsächlich deutsche Rentner. Aber wir durften mal wieder die jüngsten sein 😊😊😊 Auch ein schönes Gefühl… Von der Insel Rügen fuhren wir mit einem Schiff die Insel Hiddensee an. Hiddensee ist 17 Kilometer lang und 3,5 Kilometer breit. Wir entschlossen uns gegen Fahrräder (der Hinter tut uns noch immer weh…) und für das Wandern. Wir wanderten entlang der Küste. Teile von Hiddensee wie auch von Rügen ist auf Sand aufgebaut. Die sandigen Steilküsten bilden sich aufgrund von Abrutschen jährlich um ungefähr 30 cm zurück. Den Abend nach Hiddensee liessen wir mit den besten Fish & Chips, die wir bis jetzt gehabt haben, ausklingen. Die nächsten 4 Tage verbrachten wir auf der Insel Rügen. Wir besuchten das Cap Arkona, den Königstuhl und die Kreidefelsen. Die Kreidefelsen besichtigten wir mit einem Schiff und bewunderten bei bestem Wetter die Aussicht. Reto wanderte später noch etwas der Küste entlang, Heidi genoss die Sonne im Café. Auch besuchten wir Prora welches zu Nazi-Zeiten erbaut wurde. Prora hätte ein Feriendorf für 20‘000 Deutsche Staatsbürger werden sollen. Weil der Krieg Ende der 30-er Jahre ausbrach wurde es nie fertig gestellt. Ein Drittel der geplanten Gebäude wurde saniert und in Hotels und Ferienwohnungen umgebaut. Es stehen aber auch noch Ruinen. Der Besuch des Museums hat uns sehr nachdenklich gestimmt und der Grössenwahn der Nazis vor Augen geführt. Danach verliessen wir Rügen und steuerten die Insel Usedom an. Usedom ist die zweitgrösste Insel Deutschlands, ist ungefähr halb so gross wie Rügen aber hat ungefähr 10‘000 Einwohner mehr. Auf Usedom genossen wir die schönen Sandstrände und genossen ein Bad in der doch etwas wärmeren Ostsee als noch in Schweden. Wir erkundeten Schauplätze vom 2. Weltkrieg und besuchten die Insel-Käserei. Der Inhaber der Käserei hat in der Schweiz das Handwerk gelernt und beim Degustieren kamen Heimatgefühle auf. Guter Käse ist in den nördlichen Länder nicht einfach zu finden.

Beide Inseln haben uns fasziniert mit wunderschönen Sandstränden und Strassen, welche durch wunderschöne Baumalleen führen und die Weiten der Ackerfeldern. Auch hat uns die Tragik und das Leid von der Nazi-Zeit sehr berührt.

18.09.2023

Heute verliessen wir für einen kurzen Moment das deutsche Reich. Wir besuchten Swinnemünde, die polnische Grenzstadt, die an die Insel Usedom grenzt. Swinnemünde ist eine typische Touristenstadt, in den letzten Jahren wurde hier wohl ziemlich viel Geld in Infrastruktur und für den Tourismus gesteckt. Nach Swinnemünde fuhren wir ungefähr eine Stunde weiter zu unserem Nachtlager.

19.09.2023

Auf der Fahrt nach Stettin staunten wir nicht schlecht. Es wird nicht nur in den Tourismus (wie in Swinnemünde gesehen) investiert, sondern auch in neue Strassen und Autobahnen. Zwischen Swinnemünde und Stettin werden ungefähr 20 Kilometer Autobahn- und Strassennetz ausgebaut. Stettin hat etwas über 400‘000 Einwohner. In Stettin (auch noch in Polen) besuchten wir die wunderschöne Altstadt und bestaunten die vielen historischen und farbigen Bauten. Die Stadt ist auch bekannt für die mächtige Jakobskathedrale. Man hat die Möglichkeit auf dem Kirchturm Stettin von oben zu bewundern. Das haben wir uns nicht entgehen lassen. Danach verliessen wir Polen und fuhren wieder in den grossen Kanton Deutschland.

20.09.2023

Zuerst besichtigten Prenzlau. Dort besichtigten wir die unter anderem die alte Kirche wo wir über die schmale Treppe auf den Kirchturm stiegen und die Aussicht genossen. Danach fuhren wir weiter. Von einem Sehenswerten Ort zum andern. In der Region Uckermark besichtigten wir eine Klosterruine und die dazugehörige Alte Klostermühle. Wir konnten viele alte Relikte aus der Vergangenheit bestaunen. In Boitzenburg besuchten wir die Schaubäckerei und Kaffeerösterei und die Brauerei. Das Bier degustieren liessen wir aus und genossen dafür unseren obligaten Kaffee und Kuchen. Danach fuhren wir unser Nachtlager an, im dritten Anlauf fanden wir auch den geeigneten Platz für uns. Bei einem alten Ziegeleihof und an der Havel.

21.09.2023

Nach einem kurzen Vormittags-Spaziergang besuchten wir den alten Ziegeleipark Mildenberg. Mit einer alten Diesel-Lok konnten wir das frühere Ton-Abbaugebiet besichtigen. Heute sind die ehemaligen Tongruben kleine Seen. Reto besuchte am Nachmittag das Ziegelei Museum. Im Museum wurden die Herstellungsprozesse eines Backsteins bildlich wie maschinell gezeigt. Am Abend assen wir im Restaurant nebenan Matjesfilet. War sehr lecker.

22.09.2023

Ein Regentag, welcher wir als Fahrtag genutzt haben. In Lübbenau (Spreewald) besuchten wir das DDR-Museum. Die Ausstellung zeigte uns auf, wie die DDR funktionierte, in Bezug auf Lebensmittel, Luxusgüter und Alltagsleben. Wir waren beeindruckt von der Ausstellung und fuhren mit viel neuem Hintergrundwissen zu unserem nächsten Camping in Casel.

23.09.2023

Das Wetter hat sich wieder beruhigt und so fuhren wir heute bei ungefähr 21 Grad und voller Vorfreude in die Sächsische Schweiz. Auf dem Weg wollten wir einen Zwischenhalt bei der Bastei (ein Felsengebilde) machen. Leider war alles sehr „überlaufen“ uns so haben wir uns entschieden weiterzufahren. Nach dem Einkauf und einem kurzen Stopp im Drogerie-Markt fuhren wir unseren Camping an. Der Camping in Porschdorf liegt wunderschön auf einem Hügel bei einem ehemaligen Bauernhof. Von unserem Platz aus hatten wir wunderbare Sicht in das Gebirge der sächsischen Schweiz.

24.09.2023

Wandertag für Reto, Fusserholungstag für Heidi. Reto bewanderte den Berg Lilienstein und auf dem Rückweg die Bastei. Die 5-stündige Wanderung war sehr beeindruckend und hatte viele Aussichtspunkte.

25.09.2023

Das Programm von heute mussten wir relativ früh umkrempeln (8.15 Uhr). Oski hat uns ausgeschlossen. Schlüssel, Natel, Geldbeutel drin, Reto & Heidi Draußen… Dank unseren Schweizer Nachbarn konnten wir schnell den ADAC rufen. Herzlichen Dank Doris & Stefan, ihr habt uns den Tag gerettet 😊 Nach rund 3 Stunden und bester Versorgung durch Nachbarn und Campingplatz wurde der Autoschlüssel vom ADAC aus Oski geangelt. Oski blieb dabei schadenfrei. Nach einem verspäteten Frühstück haben wir uns auf den Weg nach Schmilka gemacht. Schmilka liegt an der tschechischen Grenze. Nach einem kurzen Spaziergang trafen wir unsere Freunde Fabs & Oli, die zufälligerweise ganz in unserer Nähe campiert haben. Zur Feier des Tages gab es leckeren Kuchen, Kaffee und Bier für die Männer. Glücklicherweise war auf dem Camping von Fabs & Oli noch ein Plätzchen frei so konnten wir nochmals gemütliche Stunden beim Abendessen verbringen.

26.09.2023

Fabs & Oli zog es weiter in die Tschechei zum Biken, wir machten eine „Heidi“-angepasste Wanderung und genossen danach das schöne Wetter auf dem Camping und im Café 😊 Nach dem Abendessen wurden wir von unseren deutschen Nachbarn Susanne und Michael zu einem Glas Wein eingeladen. Wir liessen mit ihnen den Abend ausklingen.

27.09.2023

Von heute an sind wir auf der Heimreise. Wir entschlossen uns, über tschechisches Staatsgebiet zu fahren und nur auf Haupt- und Nebenstrassen. Die Fahrt über tschechisches Staatsgebiet (250 Kilometer) war sehr interessant und abwechslungsreich. Manchmal sah es aus wie in der Schweiz, an anderen Orten hatte es unglaubliche Weiten. Wir haben heute den 3. Letzten Camping unserer Auszeit angefahren. Dieser lag an der tschechisch-deutschen Grenze bei einem Golfplatz. Wir genossen die schöne Abendstimmung bei schön warmen Temperaturen.

28.09.2023

Das Ziel heute war Dollnstein. Ein kleines Dorf südlich von Nürnberg an der Altmühle. Auch heute waren wir mehrheitlich auf Hauptstrassen unterwegs. Auf einem Rastplatz trafen wir noch zwei Waadtländer die 9 Monate mit Töff und Hund bis zur Mongolei fuhren (über Russland). Die zwei jungen Männer sind auch auf der Heimreise und wollen Morgen Abend zu Hause sein. Nach dem Rastplatz besichtigten wir das kleine und hübsches Städtchen Berching. Berching hat rund 9‘000 Einwohner und hat eine wunderschöne, historische Altstadt.

Oski hat uns heute gesund und munter und ohne Panne nach Hause chauffiert. Wir schauen zurück auf 25 wunderschöne Wochen. Wir durften viel Sehen, Erleben und fühlten uns immer wohl wo wir waren und was wir machten. Wir durften auch viele liebenswerte Menschen kennenlernen, die uns Tips gaben, in Notfälle halfen oder mit denen wir schöne und lustige Stunden verbringen durften. Wir haben keine Unwetter, Stürme, Unfälle oder medizinische Notfälle erlebt, dafür sind wir sehr dankbar.

Ein paar Zahlen zu unserer 25-Wöchigen Reise:

Wir sind ungefähr 21‘500 Kilometer gefahren
Haben dabei 8 Länder bereist oder durchquert
Wein- und Bierflaschen ist nicht mehr nachvollziehbar :-)
Chips-Packungen und Guetzli auch nicht (unsere Hosen passen aber noch)
Sind ungefähr 1'600 Kilometer gelaufen oder gewandert

Wir haben gefühlt 200-mal „Tschau Sepp“ gespielt (mit dem besseren Ende für Heidi)

Heidi hat gefühlte 200 Bücher gelesen, Reto 2…

Nach so vielen Reisewochen freuen wir uns auf unsere Liebsten, die mit der heutigen Technologie manchmal nahe waren, aber trotzdem sehr weit weg. Das Heimweh hat uns in die Heimat gezogen.

Wir haben auf viel verzichtet betreffend Schlafkomfort, Kleiderschrank, Platz und auf unsere Liebsten, aber haben so viel dazu gewonnen. Für unsere Beziehung, für das Bewusstsein und die Freiheit.

Das war unser letzter Eintrag. Wir wünschen uns, dass wir in Zukunft wieder einmal so eine Reise erleben dürfen. Schön habt ihr uns auf unserer Reise begleitet. Tschüss zäme 😊

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Antworten (1)

peter
Super Berichte! Danke, dass ich teilhaben durfte. Wie ich schon beschrieben habe, geht meine Reise auch bald zu Ende.

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